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IndianerEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Frühe Bevölkerung; Frühe Wanderungen; Die wichtigsten Kulturareale; Traditionelle Lebensweise; Indianer in der heutigen Gesellschaft der USA; Indianer in Kanada; Die Indianer Lateinamerikas
Zu diesem Kulturareal gehören die Gebirgszüge und Täler Utahs, Nevadas und Kaliforniens. Um 8000 v. Chr. entwickelte sich hier eine Lebensweise, die auf der Jagd auf Wild, Bergschafe und Zugvögel sowie Fischfang, vor allem aber auf dem Sammeln von Eicheln und Wildgräsern, gründete und erst um 1850 n. Chr. aufgegeben wurde. Die Dörfer bestanden aus strohgedeckten Häusern. Ausgefeilte Bodenbautechniken fanden Anwendung, die Korbflechterei hatte sich zu einer Kunstform entwickelt. An der kalifornischen Küste betrieb man Fischfang und jagte von Booten aus Seelöwen, Delphine und andere Meeressäuger. Die üppigen Ressourcen wurden in einem gut organisierten Handelssystem verteilt, als Zahlungsmittel diente Muschelgeld. Die Paiute, die Ute und die Schoschonen siedelten im Großen Becken, die Klamath, die Modoc und die Yurok im Norden; die Pomo, die Maidu, die Miwok, die Patwin und die Wintun in der Zentralregion und die Missionsindianer im Süden Kaliforniens. Diese erhielten ihren Namen von den spanischen Missionsstationen, die zur Bekehrung der Bevölkerung errichtet worden waren.
Dieses Kulturareal umfasst die immergrünen Wälder und Gebirge in Idaho, im östlichen Oregon und Washington sowie im westlichen Montana und im benachbarten Kanada. Die wirtschaftliche Grundlage ähnelt der des Großen Beckens, wurde aber noch durch den Lachsfang ergänzt, der saisonal in den Flüssen Columbia, Snake und Fraser sowie deren Nebenflüssen möglich war. Daneben wurden so genannte Camas (im Westen der Vereinigten Staaten vorkommende essbare Knollenpflanze) und andere nahrhafte Knollengewächse und Wurzeln gesammelt. Die Menschen lebten im Winter in Dörfern, die aus in den Boden eingelassenen Rundhäusern bestanden, und im Sommer in mit Matten bedeckten Hütten. Als Wintervorrat trockneten sie Lachs und Cama. Die Wishram und Wasco hatten einen Markt für Händler von der Pazifikküste und der Plainsregion eingerichtet, wo sich diese Gruppen treffen, Handel treiben und getrocknete Nahrungsmittel kaufen konnten. Zu den Plateaustämmen gehören die Nez Percé, die Wallawalla, die Yakima und die Umatilla, die alle der Shahaptin-Sprachfamilie angehören; die Flathead, die Spokane und die Okanagon, die alle der Sprachfamilie der Salish angehören, sowie die Cayuse und die Kutenai.
Das Kulturareal der Subarktis umfasst den größten Teil Kanadas und erstreckt sich vom Atlantischen Ozean bis zu den Gebirgen am Pazifik sowie von der Tundraregion bis etwa 300 Kilometer südlich der amerikanisch-kanadischen Grenze. Die östliche Hälfte dieser Region war während der Eiszeit vergletschert, die sumpfigen Böden lassen kaum Vegetation gedeihen. In der subarktischen Region ist aufgrund der extrem kurzen Sommerperiode keine Landwirtschaft möglich, daher verlegten sich die Bewohner dieser Gebiete auf die Elch- und Karibujagd sowie auf den Fischfang. Es handelte sich teilweise um Nomaden, die in Zelten oder in runden Grubenhäusern lebten. Für ihre Wanderungen benutzten sie im Sommer Kanus und im Winter Schlitten. Aufgrund des beschränkten Nahrungsangebots blieb die Bevölkerung in der subarktischen Region relativ klein. Die Stämme der östlichen Hälfte der subarktischen Region gehören der Sprachfamilie der Algonkin an; dazu gehören die Cree, die Ojibwa, die Montagnais und die Naskapi. Die Stämme der westlichen Hälfte gehören der nördlichen Sprachfamilie der Athapasken an; dazu gehören die Chipewyan, die Beaver, die Kutchin, die Ingalik, die Kaska und die Tanana. Obwohl viele subarktische Stämme heute in festen Siedlungen leben, jagen sie immer noch Wild und Pelztiere und betreiben Fischfang.
Dieses Kulturareal umfasst die Westküste Nordamerikas vom südlichen Alaska bis zum nördlichen Kalifornien. Zwischen dem Ozean und den Gebirgen im Osten liegt meist nur ein schmaler bewohnbarer Küstenstreifen. Das Meer ist reich an Meeressäugetieren und Fischen, dazu gehören Lachs und Heilbutt; im Landesinneren sind Bergziegen und -schafe sowie Wapitis beheimatet. Zahlreiche Beeren sowie nahrhafte Wurzeln und Knollengewächse dienen ebenfalls als Nahrung. Dieses reiche Nahrungsangebot ließ eine hohe Bevölkerungsdichte zu. Die Menschen lebten in großen Dörfern mit Holzhäusern, die mitunter mehr als 30 Meter lang waren. In jedem Haus wohnte eine Großfamilie, teilweise mit Sklaven. Jedes Dorf wurde von einem Häuptling angeführt. Während des Winters führten die Dorfbewohner aufwendige religiöse Zeremonien durch. Daneben wurden Potlatch-Feste veranstaltet. Im Handel mit Nordasien bezog man Eisen für Messer. Die Kulturen der Nordwestküste sind berühmt für ihre imposanten Holzschnitzereien. Sie entwickelten dabei eigene Stile, die sich von Kultur zu Kultur unterschieden. Zu den berühmtesten Beispielen zählen die so genannten Totempfähle. Darunter versteht man große bemalte und mit Schnitzereien versehene Baumstämme, die bestimmte Vorfahren eines Clans oder mythologische Gestalten darstellen sollten. Erste Spuren dieser Kulturen werden auf 3000 v. Chr. datiert, als sich der Meeresspiegel stabilisiert und Lachse sowie Meeressäugetiere sich in den Küstengewässern angesiedelt hatten. Zu den wichtigsten Stämmen an der Nordwestküste gehören die Tlingit, die Tsimshian, die Haida, die Kwakiutl, die Nootka, die Chinook, die Salish, die Makah und die Tillamook.
Das Kulturareal der Arktis erstreckt sich entlang der Küste Alaskas und Nordkanadas. Aufgrund der langen und dunklen Wintermonate ist hier keine Landwirtschaft möglich. Lebensgrundlage sind der Fischfang sowie die Jagd auf Seehunde und Karibus; im nördlichen Alaska und im Osten Kanadas der Walfang. Im Sommer lebten die Menschen gewöhnlich in Zelten. Den Winter verbrachten sie in runden, gut isolierten Erdhäusern, die mit Seehundfellen und Gras bedeckt waren; in Zentralkanada wurden die Häuser auch oft aus Eisblöcken errichtet. Aufgrund des knappen Nahrungsangebots lebten in diesem Kulturareal nur wenige Menschen. Bevölkert wurde die Arktis erst, nachdem um etwa 2000 v. Chr. die Gletscher in der Region schmolzen. Eskimo-Gruppen wanderten um etwa 1000 n. Chr. über Kanada nach Grönland aus, wo die so genannte Thule-Kultur entstand. Aufgrund dieser Wanderung gleichen sich Sprache und Kultur der Eskimos von Alaska bis Grönland. In Südwestalaska und im Osten Sibiriens sind die Yuit beheimatet, die zwar kulturell mit den Inuit verwandt sind und die gleichen Vorfahren haben, deren Sprache sich aber leicht unterscheidet. Den Inuit und Yuit verwandte Gruppen bewohnen seit 6000 v. Chr. die Inselgruppe der Alëuten und leben vom Fischfang und der Jagd auf Meeressäugetiere. Wie die Stämme der Subarktis haben sich die Eskimo und die Alëuten ihre traditionelle Kultur bis zum heutigen Tag zum Teil bewahren können.
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