Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Indianer", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Indianer

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse
Seite 4 von 6

Indianer

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Totemtanz der KwakiutlTotemtanz der Kwakiutl
Artikelgliederung
4.2

Mesoamerika

Die ersten Staaten in Mexiko und dem nördlichen Teil Mittelamerikas entstanden um 1400 v. Chr. Diese Kulturen entwickelten sich aus einer Sammler- und Jägerkultur, die um 7000 v. Chr. bereits im kleineren Umfang auch den Anbau von Bohnen, Kürbis und Mais betrieb. Um 2000 v. Chr. bildeten diese Anbauprodukte zusammen mit Amarant, Avocados und anderem Gemüse sowie Chilipfeffer die Lebensgrundlage. Erste Städte wurden gegründet. Um 1400 v. Chr. errichteten die Olmeken in ihrer Hauptstadt Paläste, Tempel und Denkmäler. Sie lebten im Dschungel an der Ostküste Mexikos. Handelsverbindungen reichten bis nach Monte Albán im westlichen Mexiko (im heutigen mexikanischen Bundesstaat Oaxaca) und ins Tal von Mexiko im zentralen Hochland. Mit dem Ende der Olmekenherrschaft um 400 v. Chr. etablierten sich im zentralen Hochland urbane Zentren. Kurz vor der Zeitenwende entstand der Stadtstaat Teotihuacán im Tal von Mexiko, der zwischen 450 und 600 ganz Mexiko beherrschte und Handel mit Monte Albán sowie den Maya-Reichen, die im Südwesten Mexikos entstanden waren, trieb. Die Macht Teotihuacáns reichte im Süden bis in das Tal von Guatemala, wo rivalisierende Reiche unterworfen wurden.

700 n. Chr. brannte Teotihuacán nieder. Ebenfalls im 8. Jahrhundert wurden zahlreiche Maya-Städte verlassen, vielleicht, weil der Handel mit Teotihuacán zum Erliegen gekommen war. Andere Maya-Städte, insbesondere im nördlichen Yucatán, waren davon jedoch nicht betroffen. Um 1000 entstand in Zentralmexiko das mächtige Reich der Tolteken; es erstreckte sich vom Tal von Mexiko bis ins Maya-Territorium Chichén Itzá. Das Toltekenreich ging 1168 unter. Bis 1433 gelang es drei miteinander verbündeten Reichen im Tal von Mexiko, die Herrschaft über den größten Teil Mexikos an sich zu reißen. Das Azteken-Reich gewann bald die Vorherrschaft in diesem Dreibund. 1519, als der spanische Eroberer Hernán Cortés vom östlichen Mexiko her zusammen mit verbündeten mexikanischen Völkern auf die aztekische Hauptstadt Tenochtitlán vorrückte, war das Bündnis bereits durch innere Auseinandersetzungen geschwächt, eine Pockenepidemie hatte die Bevölkerung dezimiert. Cortés konnte die Stadt 1521 einnehmen, ohne auf heftigen Widerstand zu stoßen.

Zur Zeit der ersten spanischen Eroberungen bestanden in Mexiko neben dem Aztekten-Reich außerdem die Reiche der Mixteken im heutigen mexikanischen Bundesstaat Puebla, der Tarasken im Bundesstaat Michoacán, der Zapoteken in Oaxaca, der Tlaxcalteken in Michoacán, der Otomí in Hidalgo und der Totonaken in Veracruz. Des Weiteren siedelten hier Angehörige der früheren Maya-Reiche, die Mayapán auf Yucatán, sowie eine Reihe kleinerer, noch intakter Maya-Staaten im Süden und zahlreiche unabhängige Gruppen in den Grenzregionen wie die Yaqui, die Huichol und die Tarahumara in Nordmexiko und die Pipil in Südmexiko. Nach der spanischen Eroberung ganz Mexikos, die mehr als zwei Jahrhunderte in Anspruch nahm, wurde die einheimische Bevölkerung gezwungen, als Kleinbauern unter der Herrschaft einer spanisch-mexikanischen Elite zu leben.

4.3

Nördliches Südamerika und Karibik

Zum Kulturareal des nördlichen Südamerikas gehören Dschungelgebiete, Savannenregionen, die nördlichen Anden, einige regenarme Regionen des westlichen Ecuador und die karibischen Inseln. Die indigene Bevölkerung im nördlichen Südamerika lebte in kleinen, unabhängigen Staaten.

Speerspitzen der Clovis-Kultur weisen darauf hin, dass sich bereits um 9000 v. Chr. Sammler und Jäger in diesem Gebiet aufhielten. Andere Funde in der nördlichen Region deuten darauf hin, dass dieser Bereich bereits um 18000 v. Chr. besiedelt wurde. Der ursprüngliche Lebensstil blieb nach dem Aussterben der Mastodonen und Mammute während der Clovis-Periode bis etwa 3000 v. Chr. erhalten. Danach entwickelten sich der Maisanbau in Ecuador und der Maniokanbau in Venezuela; die Keramikherstellung erlebte eine Blüte. Zu dieser Zeit wurden auch erstmals die karibischen Inseln besiedelt. Um 500 v. Chr. lassen sich in Städten in bestimmten Bereichen des nördlichen Südamerika eigene regionale Stile bei der Herstellung von Skulpturen und Metallarbeiten feststellen. Die Chibcha-Reiche in Kolumbien sind z. B. berühmt für kunstvollen Goldschmuck. Im gesamten karibischen Raum lebten kleinere Gruppen wie die Mískito in Nicaragua, die Cuna in Panamá sowie die Arawak und die Kariben von Landwirtschaft und Fischfang. Kariben siedelten nicht nur auf den gleichnamigen Inseln, sondern auch an der Küste Venezuelas.

4.4

Zentral- und Südanden

Das Gebirge der Anden, das den gesamten Westen Südamerikas durchzieht, sowie die schmalen Küstenebenen zwischen den Bergen und dem Pazifischen Ozean waren die Wiege der großen Kulturen Altamerikas.

In den letzten Jahren haben archäologische Funde am Monte Verde im südlichen Chile den Beweis dafür geliefert, dass diese Gegend bereits vor 11000 v. Chr. bewohnt war. Weiter im Norden, in Peru, hat man bei Grabungen festgestellt, dass bereits um 7000 v. Chr. verschiedene Bohnenarten und Chili angebaut wurden. Einige Jahrhunderte später erfolgte die Domestizierung des Lamas. Meerschweinchen deckten meist den Fleischbedarf. Allmählich weitete sich die landwirtschaftliche Produktion auf Baumwolle, Kartoffeln, Erdnüsse und andere Nahrungsmittel aus; um 2000 v. Chr. wurde der Maisanbau eingeführt. Daneben nutzten die Völker an der Pazifikküste von Chile über Peru bis nach Ecuador auch das reichhaltige Nahrungsangebot des Meeres, das aus zahlreichen Fischarten, Seevögeln, Seelöwen, Delphinen und Meeresfrüchten bestand.

Nach 2000 v. Chr. wurden in zahlreichen Dörfern an der Pazifikküste in Zentralperu auf gewaltigen Plattformen große Tempel aus Stein oder Lehm errichtet. Nach etwa 900 v. Chr. dienten diese Tempel vermutlich einer neuen Religion, deren Zentrum die in den Bergen gelegene Stadt Chavín de Huántar war. Die Symbole dieser Religion waren der Adler, der Jaguar, die Schlange (vermutlich eine Anakonda) und der Kaiman. Die Symbole ähneln den bei den mexikanischen Olmeken verwendeten, obgleich Kontakte zwischen diesen beiden Kulturen nicht eindeutig zu belegen sind. Nach 300 v. Chr. ließ der Einfluss bzw. die politische Macht Chavíns nach. An der Nordküste Perus entstand daraufhin die Moche-Kultur, an der Südküste die Nazca-Kultur. Beide legten große Bewässerungsanlagen, Städte und Tempel an und betrieben Fernhandel, u. a. exportierten sie Keramik. Die Moche hielten ihr Alltagsleben und ihre Mythen in Zeichnungen und Skulpturen fest. Dabei stellten sie sich als Furcht erregende Krieger dar, fertigten aber auch Skulpturen von domestizierten Pflanzen, Familienszenen, Fischern und sogar Liebespaaren an. Auch die Metallbearbeitung war hoch entwickelt.

Um 600 n. Chr. verloren die beiden Reiche allmählich an Einfluss, und es entstanden zwei neue mächtige Reiche in Peru: die Huari im zentralen Hochland und die Tiahuanaco im südlichen Gebirge in der Nähe des Titicacasees. Bei Tiahuanaco handelte es sich vermutlich um ein bedeutendes religiöses Zentrum, das die Symbolik der Chavín-Kultur wiederbelebte. Diese Staaten bestanden allerdings nur wenige Jahrhunderte. Nach 1000 n. Chr. erlangten die Küstenstaaten wieder größere Bedeutung, insbesondere Chimú im Norden mit der gewaltigen und prächtigen Hauptstadt Chan Chan. Schließlich wurde aber ganz Peru von einem Staat unterworfen, der im zentralen Hochland um die Stadt Cuzco entstanden war: von dem Quechua-Staat, der von den Inka regiert wurde. Der damalige Inka-Herrscher Pachacuti Inca Yupanqui leitete im 15. Jahrhundert die gewaltsame Expansion des Reiches ein. Um 1525 reichte die Herrschaft der Inka von Ecuador bis nach Chile und Argentinien. Die regionalen Produkte wurden mittels Lamakarawanen an die Küste, ins Gebirge sowie in die östlichen Dschungelgebiete exportiert. Die Reiche der Region wurden von Statthaltern verwaltet, denen Soldaten und Priester zur Seite standen. Die Peruaner kannten zwar keine Schrift, benutzten aber den Abakus für mathematische Berechnungen und dokumentierten bestimmte Steuer- und Tributleistungen mit Hilfe geknoteter Schnüre.

Die Männer trugen Lendenschurze und Umhänge, die über einer Schulter zusammengeknotet waren; die Frauen Wickelröcke und weite Blusen. Diese Kleidungsstücke bestanden aus gesponnener Baumwolle oder aus feiner Lamawolle. Zwischen 1525 und 1532 herrschte ein Bürgerkrieg, so dass der spanische Eroberer Francisco Pizarro keine Probleme hatte, mit seinen Truppen das erschöpfte Inka-Reich zu erobern.

4.5

Der tropische Regenwald

Archäologische Funde weisen darauf hin, dass das Dschungeltiefland im Osten Südamerikas vermutlich erst nach 3000 v. Chr. besiedelt wurde. Die Bevölkerungsdichte war seit jeher gering. Die Gruppen siedelten an den Flussläufen, wo man Fische fangen sowie Maniok und andere Kulturpflanzen anbauen konnte. Neben verschiedenen Kräutern und Nahrungsmitteln wurden auch Halluzinogene für die Verwendung bei religiösen Ritualen angebaut, die bis nach Peru exportiert wurden. Außer Tapiren und Affen kamen im Dschungel kaum größere Wildtiere vor. Aufgrund der feuchten Hitze trugen die Menschen kaum Kleidung, dennoch wurden Baumwollstoffe gewebt und man schmückte sich durch Körperbemalung. Zu den vielen Gruppen des Kulturareals des Regenwaldes gehören die Makiritare, die Yanomami, die Mundurucu, die Tupinamba, die Shipibo und die Kayapó. Im nördlichen Regenwald leben Gruppen, die Arawakisch und karibische Sprachen sprechen. Obwohl sich die Völker des tropischen Regenwaldes ihre traditionelle Lebensweise zum Teil bewahren konnten, leiden sie heute unter den von Europäern eingeschleppten Krankheiten und unter der Zerstörung ihrer natürlichen Umwelt durch Viehzüchter, Holzfäller, Goldsucher sowie durch Bergbau und Agro-Business.

4.6

Südliches Südamerika

In Argentinien und Chile leben noch heute Agrarvölker wie die Mapuche, eine Gruppe der chilenischen Araukaner, die Mais, Kartoffeln und Getreide anbauen. Ursprünglich betrieben sie Lamazucht. Nach der spanischen Eroberung begannen sie aber auch Rinder, Schafe, Schweine und Hühner zu züchten. Zum Viehhüten und für Kriegszwecke halten sie zudem Pferde. Weiter im Süden in der Pampa, die sich nicht zur landwirtschaftlichen Nutzung eignet, betrieb man Jagd auf Guanakos und Nandus, an der Küste wurde gefischt und es wurden Meeresfrüchte gesammelt. In Feuerland lässt sich eine Sammler- und Jägerkultur ab 7000 v. Chr. nachweisen. In der Pampa änderten sich die Jagdbräuche, als die Spanier nach 1555 das Pferd einführten. Die Tehuelche gingen mit Pferden auf die Guanako-Jagd, und wie die nordamerikanischen Plains-Indianer konnten sie aufgrund der besseren Transportmöglichkeiten größere Tipis bauen sowie mehr Kleidung und persönlichen Besitz auf ihren Wanderungen mit sich führen. Noch weiter im Süden, in der Region um Kap Hoorn, lebten die Ona, die Yahgan und die Alacaluf hauptsächlich von Fisch und Meeresfrüchten, machten aber auch Jagd auf Robben und Seelöwen. Es handelte sich um Nomaden, die in kleineren, mit Rinde bedeckten oder mit Robbenfell bespannten Wigwams lebten. Trotz des kalten und nebligen Klimas trugen sie nur wenig Kleidung. Die indigenen Völker hatten jedoch stark unter den von den Europäern eingeschleppten Krankheiten zu leiden. Viele Gruppen sind bereits ausgestorben.

Zurück
| | | | |
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft