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Kreuz

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Keltisches KreuzKeltisches Kreuz
Artikelgliederung
1

Einleitung

Kreuz (lateinisch crux), ein in zahlreichen Kulturen vorkommendes Symbol zweier sich schneidender Balken, das besonders im Christentum von Bedeutung ist.

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Verschiedene Kreuzformen

Ein Kreuz besteht aus zwei Linien, die sich in verschiedenen Winkeln überschneiden. Das Taukreuz (nach dem griechischen Buchstaben t) ist z. B. ein T-förmiges Kreuz; das Schrägkreuz oder Andreaskreuz ist X-förmig. Beim lateinischen Kreuz ist der kurze Querbalken zum oberen Ende des längeren senkrechten Balkens hin verschoben; beim griechischen Kreuz haben Quer- und Längsbalken die gleiche Länge und schneiden sich in ihrer Mitte. Das russische Kreuz hat zwei ungleich lange Querbalken, die auf dem Längsbalken über einem schrägen Querbalken angebracht sind. Das Lothringer Kreuz hat zwei ungleich lange Querbalken, der längere steht über dem kürzeren; das Papstkreuz hat drei Querbalken. Das Malteserkreuz ist ein griechisches Kreuz mit V-förmigen Balken, die nach außen hin breiter werden und an den Enden eingekerbt sind. Die crux ansata, das Henkelkreuz, ist ein Taukreuz mit einer runden Öse über dem Querbalken. Das keltische Kreuz hat als Grundform das lateinische Kreuz und einen Kreis um den Schnittpunkt. Beim Hakenkreuz (Swastika) sind die gleich langen Balken am Ende umgebogen.

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Symbolik

Das Kreuz wird als Dekorationsmotiv in vielen Kulturen in der Keramik, in Web- und Schnitzarbeiten und in der Malerei verwendet. Es kann als Dekoration dienen oder eine symbolische Bedeutung haben. Das Taukreuz war im antiken Ägypten ein Symbol für Leben; wenn es mit einem Kreis in Verbindung gebracht wurde (wie beim Henkelkreuz), stellte es die Ewigkeit dar. Für frühe Kulturen war das griechische Kreuz eine Metapher für die vier unzerstörbaren Elemente der Schöpfung (Luft, Erde, Feuer und Wasser) und symbolisierte so Fortdauern und Beständigkeit. Das Hakenkreuz mit den am Ende nach rechts umgebogenen Balken war in Europa genauso bekannt wie im präkolumbischen Amerika. Ursprünglich stand es für die sich drehende Sonne, das Feuer oder das Leben, und später auch für das Glück. Für Buddhisten bedeutet die Swastika Verzicht und Entsagung; für die Jainas (siehe Dschainismus) symbolisierte sie ihren siebten Heiligen. Für Hindus (siehe Hinduismus) symbolisierte eine Swastika mit nach links umgebogenen Querbalken Nacht, Magie und die zerstörerische Göttin Kali. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Hakenkreuz mit nach rechts gebogenen Balken von völkischen Gruppierungen in den baltischen Staaten, in Österreich und im Deutschen Reich (zuerst Symbol der völkischen Thulegesellschaft) zum Zeichen des Antisemitismus. Adolf Hitler übernahm das Hakenkreuz und machte es schließlich zum Emblem der NSDAP (Hakenkreuzflagge).

Das Kreuz war in Europa auch das Symbol für eine Hinrichtung durch Kreuzigung. Delinquenten wurden oft hingerichtet, indem man sie mit einer spitzen Stange pfählte und dann sterben ließ. Das lateinische Wort crux bezeichnete ursprünglich eine solche Stange. Später wurden Querbalken in verschiedenen Formen hinzugefügt. Im Christentum wurde das Kreuz nicht nur zu einem Symbol für den Tod Jesu, der als Verbrecher auf einem tauförmigen Kreuz hingerichtet wurde, sondern auch das Symbol für seine anschließende Auferstehung. Die griechischen Buchstaben X (chi) und P (rho), die ersten beiden Buchstaben des griechischen Wortes XPIΣTOΣ (Christos), wurden übereinandergeschrieben und bildeten das Christusmonogramm, das in der frühen christlichen und byzantinischen Kunst zu einem oft verwendeten Motiv wurde.

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Das christliche Kreuz

Das Kreuz wurde ein wichtiger Bestandteil der christlichen Liturgie und Kunst. Gläubige katholische Christen bekreuzigen sich mit der rechten Hand, um ihren Glauben zu bekennen. Frühchristliche Geistliche verwendeten kleine Handkreuze, um den Segen zu geben. Kleine Kreuze wurden von Geistlichen und Nichtgeistlichen als Frömmigkeitsbezeugung, als Zeichen eines Kirchenamtes (Brustkreuze) und als Schmuck getragen. Bei Prozessionen wurden Kreuze getragen; in späteren Jahrhunderten nahmen diese Kreuze große Formen an. Kreuze wurden auch auf Altären in Kirchen oder im Freien auf Marktplätzen und an Wegen aufgestellt. Der Grundriss der meisten größeren mittelalterlichen Kirchen entspricht einem lateinischen oder griechischen Kreuz und symbolisiert den Leib Christi (siehe Kirche).

In der frühchristlichen Sakralkunst trug das Kreuz nicht den Leib Christi. Einerseits lehnte die christliche Kirche die bildliche Darstellung ab, andererseits symbolisierte das leere Kreuz die Auferstehung von Jesus. Christus wurde manchmal als Lamm oder als junger Mann über dem Kreuz dargestellt. Im 7. Jahrhundert war man jedoch dazu übergegangen, Christus als ganze Figur darzustellen; oft als triumphierenden Christus, der vor dem Kreuz steht. Später wurde wieder der leidende Christus betont und mit einem Lendentuch und einer Dornenkrone, an das Kreuz genagelt, dargestellt. Später waren die meist dreidimensionalen Kreuze in der römisch-katholischen Kirche Kruzifixe, und Kreuzigungsszenen wurden ein sehr verbreitetes Thema in der Malerei und Bildhauerei des Mittelalters und der Renaissance. In protestantischen Kirchen findet man das Kreuz alleine, ohne den Gekreuzigten.

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