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Windows Live® Suchergebnisse Justus von LiebigEnzyklopädieartikel
Justus von Liebig (1803-1873), deutscher Chemiker, der wichtige Beiträge zur organischen Chemie lieferte und in Fachkreisen als Begründer der Agrikulturchemie angesehen wird. Liebig war Herausgeber einiger Chemie-Standardwerke und hat entscheidende Impulse für die Organisation von Chemieunterricht und -studium gesetzt. Liebig wurde am 12. Mai 1803 in Darmstadt geboren. Sein Vater war Besitzer einer Drogerie, und bereits in jungen Jahren entdeckte Liebig sein großes Interesse für Chemie. 1820 begann er an der Universität Bonn Chemie und Physik zu studieren. 1821 wechselte er an die Universität Erlangen und ging anschließend für zwei Jahre nach Paris an die École Polytechnique. 1823 promovierte Liebig und erhielt 1824 eine Stelle als außerordentlicher Professor an der Universität Gießen. 1825 wurde er dort zum ordentlichen Professor für Chemie berufen. Hier richtete Liebig das erste chemische Forschungslaboratorium für Studenten ein und führte einen sich ständig verbessernden Unterricht durch. Er wurde 1845 zum Freiherrn ernannt und 1852 als Professor für Chemie an die Bayerische Akademie der Wissenschaften nach München berufen. Zu Beginn seiner Laufbahn konzentrierte sich Liebig auf Themenbereiche der organischen Chemie und entwickelte zahlreiche neue Analysenmethoden. Gemeinsam mit seinem Kollegen und Freund Friedrich Wöhler lieferte Liebig wichtige Beiträge zur Theorie der organischen Chemie, so beispielsweise zum Aufbau organischer Verbindungen. Die beiden Wissenschaftler charakterisierten u. a. Benzoesäure und Harnsäure. Bei der Erforschung von Knallquecksilber und Knallsilber (Quecksilber- und Silberfulminat) entdeckten Liebig und Wöhler die Isomerie, d. h., zwei oder mehr Verbindungen mit gleichen chemischen Formeln können unterschiedliche Molekülstrukturen aufweisen. Diese Eigenschaften übertrug Liebig auch auf organische Säuren. Um 1840 stellte er fest, dass das „saure Prinzip” nicht, wie es Antoine Lavoisier 1787 annahm, auf den „Sauer-stoff” zurückzuführen sei, sondern dass diese Rolle, wie auch Sir Humphrey Davy bereits 1816 gefolgert hatte, eher dem durch Metalle ersetzbaren Wasserstoff zukam. Später beschäftigte sich Liebig vor allem mit Bereichen der Biochemie (die Chemie der Lebensprozesse). Er unterteilte Nahrungsmittel in Fette, Kohlenhydrate und Proteine und lehrte, dass die Körperwärme durch die Verbrennung der Fette und Kohlenhydrate entsteht. Liebigs Ansicht zufolge wandeln Pflanzen anorganische Materie aus dem Boden und der Atmosphäre in organische Materie um. Er experimentierte erfolgreich mit künstlichen Düngemitteln. Zahlreiche Entdeckungen von ihm fanden später großtechnische Anwendung. Liebig starb am 18. April 1873 in München. Zu seinen Werken gehören Liebigs Annalen (1873) und Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikultur und Physiologie (1840).
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