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Windows Live® Suchergebnisse HeimtiereEnzyklopädieartikel
Heimtiere, Tiere, die zum Vergnügen oder als Gefährten des Menschen gehalten werden. Heimtiere gehören domestizierten Rassen an, die speziell für das Zusammenleben mit dem Menschen gezüchtet wurden, wie Hunde, Katzen und Pferde, kleine Säugetiere wie Goldhamster, Hausmäuse, Streifenhörnchen, Chinchillas oder Degus (die beiden Letzteren sind südamerikanische Nagetiere), Vögel wie Kanarienvögel oder Wellensittiche sowie Aquarienfische wie Guppys. Diese Tiere sind durch Zucht oftmals so stark verändert, daß sie als eigene Rassen angesehen werden. Manche dieser Rassen (etwa „Schoßhunde”) wären in der freien Wildbahn nicht mehr lebensfähig, Katzen können aber durchaus verwildern. In Deutschland gibt es nach Angaben aus dem Jahr 2000 etwa 100 Millionen Heimtiere; wenn man die Fische nicht mitrechnet, sind es rund 22 Millionen. Kinder lernen durch die Pflege eines Heimtieres den Umgang mit Tieren, außerdem können Heimtiere insbesondere älteren oder einsamen Menschen fehlende emotionale Bindungen ersetzen. Heimtiere können aber auch nützlich sein, indem sie Haus und Eigentum bewachen (Hunde), Schädlinge vernichten (Katzen) oder Lasten befördern (Pferde). Wildtiere sollte man grundsätzlich nicht als Haustiere halten, zumal die Entnahme von Tieren aus der Natur in der Europäischen Union (EU) gesetzlich geregelt und nur in Ausnahmefällen erlaubt ist. Man erhält Heimtiere bei Züchtern, in Zoohandlungen oder Tierheimen. Ein Vorteil des direkten Kaufes beim Züchter ist, dass der zukünftige Besitzer sich über die dortige Haltung und Pflege der Tiere informieren kann. Dies verringert das Risiko, auf Geschäftemacher hereinzufallen, die beispielsweise Hunde unter tierquälerischen Bedingungen aufziehen. Eine ebenfalls gute Möglichkeit, ein Heimtier zu erstehen, sind Tierheime, in denen ausgesetzte oder von ihren früheren Besitzern abgegebene Tiere gepflegt werden. Da Tiere in Tierheimen notgedrungen unter räumlich sehr beengten Verhältnissen untergebracht sind und nur die unbedingt notwendige Fürsorge erhalten können, ist der Erwerb eines Tieres im Tierheim eine gute Möglichkeit, diesen Tieren zu helfen. Zu Hause muss man dem Tier Zeit lassen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Alle zur Fütterung und Pflege des Tieres erforderlichen Einrichtungen sollten vorher bereitstehen. Hunde und Katzen müssen regelmäßig von einem Tierarzt untersucht werden, der eventuell aufgetretene Krankheiten oder Parasitenbefall feststellt sowie die notwendigen Impfungen vornimmt. Der Tierarzt kann auch Empfehlungen über artgerechte Pflege und Ernährung geben. Tiere, die wie Wellensittiche oder andere Papageienarten ein ausgeprägtes Sozialverhalten aufweisen, sollten niemals einzeln gehalten werden. Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife wies darauf hin, dass Reptilien selten artgerecht gehalten werden: Die weitaus meisten Krankheiten bei diesen Tieren würden durch unzureichende Haltungsbedingungen verursacht. In Deutschland seien jährlich eine halbe Million Reptilien im Handel, 25 000 gehörten bedrohten Arten an. Bei Reisen innerhalb der EU müssen Besitzer von Hunden, Katzen und Frettchen (siehe Iltisse) seit 2004 für jedes mitgenommene Tier einen individuellen EU-Heimtierpass vorlegen, in dem die bei Einreisen vorgeschriebene aktuelle Tollwutschutzimpfung dokumentiert ist; für manche Länder gelten weitere veterinärmedizinische Auflagen. Der Pass wird von Tierärzten oder einer zuständigen Behörde ausgestellt. Die auf Reisen mitgenommenen Tiere müssen außerdem durch eine Tätowierung oder einen implantierten Mikrochip identifizierbar sein; ab 2012 gilt nur noch letztere Kennzeichnung.
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