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Tientsin

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Straßenverkehr in TientsinStraßenverkehr in Tientsin

Tientsin (amtlich chinesisch Tianjin), Stadt in China, südöstlich von Peking, am Zusammenfluss des Hai He mit dem Kaiserkanal.

Tientsin ist eine der vier Verwaltungseinheiten, die direkt der Zentralregierung in Peking unterstehen. Die Wirtschaft der Stadt basiert u. a. auf der Herstellung von Stahl, Textilien, elektronischen Geräten und chemischen Produkten. Darüber hinaus sind auch Fahrzeug- und Maschinenbau sowie die Verarbeitung von Erdöl von Bedeutung. Die Stadt ist Sitz zahlreicher ausländischer Handelsniederlassungen. Der Hafen von Tientsin ist der wichtigste Flusshafen am Hai He und einer der größten Außenhandelshäfen Chinas.

Eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten ist der Tempel des Großen Mitleids (Da Bei Si), dessen ältester Teil 1669 unter Kaiser Kangxi entstand. Die 1940 ergänzte Anlage wurde nach dem Erdbeben von 1976 nach alten Plänen wieder aufgebaut. Der direkt am Zusammenfluss von Hai He und Kaiserkanal gelegene Palast der Himmelsgöttin (Tianhou Gong) wurde 1326 in der Zeit der Yuan-Dynastie begründet und unter den folgenden Dynastien ausgebaut. Im Hof der Anlage wird das überregional bedeutende Tempelfest gefeiert. Größter unversehrt erhaltener Tempel in Tientsin ist der 1436 erbaute Wen Miao. Die Gedenkstätte für Zhou Enlai, der hier von 1913 bis 1917 zur Schule ging, wurde 1978 eingerichtet. Zu den wichtigsten Bildungseinrichtungen der Stadt gehören die Nankai-Universität (1919) und die Technische Universität (1960).

Vom 11. bis 14. Jahrhundert war Tientsin ein kleiner Seehafen. Seine Vorrangstellung als Hafen für Peking erhielt es unter der Ming-Dynastie (1368-1644) als stark befestigte Garnisonsstadt und unter der Qing-Dynastie (1644-1911) als florierendes Handelszentrum (vor allem für Meersalz). In den 1858 geschlossenen Verträgen von Tientsin musste China den Kolonialmächten Großbritannien und Frankreich erhebliche Zugeständnisse machen, u. a. 1860 die Öffnung des Hafens und die Einräumung von Konzessionsgebieten. Nachdem sich die Stadt dem Außenhandel geöffnet hatte, dehnte sie sich rasch aus. Ein Großteil der Altstadt einschließlich der Stadtmauer wurde während des Boxeraufstands von 1900 zerstört, aber bald im europäischen Stil wieder aufgebaut. Japan besetzte Tientsin von 1937 bis 1945 und begann mit dem Aufbau des Hochseehafens Tianjin Xingang. Unweit davon befindet sich die Sonderwirtschaftszone Tanggu, die ausländischen Investoren offensteht. 1958 wurde Tientsin Hauptstadt der Provinz Hebei und erhielt 1967 den Status einer regierungsunmittelbaren Stadt. Ein Erdbeben beschädigte die Stadt 1976 schwer.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 9,39 Millionen (2007).

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