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Windows Live® Suchergebnisse Armenische SpracheEnzyklopädieartikel
Armenische Sprache, indogermanische Sprache, die man lange für einen iranischen Dialekt hielt, weil sie viele iranische Lehnwörter enthält, die bereits im Altertum in den armenischen Wortschatz eingegangen waren. Armenisch wird von den Armeniern in der Republik Armenien, in der Türkei und in armenischen Gemeinden im Nahen Osten, Europa und den USA gesprochen. Die Sprachwissenschaft hat das Armenische mittlerweile als eigenständigen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie ausgemacht, obwohl es sich stark von seiner mutmaßlichen Ursprache unterscheidet. Die Entstehung des Altarmenischen wird um etwa 1000 v. Chr. datiert, obwohl es bis zur Einführung des Christentums keine schriftlichen Dokumente gab. Man nimmt an, dass die Sprache von Invasoren aus dem nördlichen Balkan nach Armenien gebracht wurde. Man weiß, dass das Armenische die älteren Sprachen des historischen Armenien spätestens im 7. Jahrhundert v. Chr. ersetzt hat. Dabei wurde es vermutlich von den Sprachen beeinflusst, die es verdrängte. Um 406 n. Chr. schuf der armenische Mönch und Gelehrte Mesrop ein Alphabet mit 38 Buchstaben, das dem Phonembestand der armenischen Sprache gut angepasst war und deren Großbuchstaben heute noch in Gebrauch sind. Im 5. Jahrhundert, einer Blütezeit der armenischen Kultur, entstand eine reiche armenische Literatur. Die Schriftsprache dieser Epoche, das Grabar oder Altarmenisch, blieb trotz verschiedener Änderungen bis ins 19. Jahrhundert die Literatursprache. Die gesprochene Sprache entwickelte sich während dieses Zeitraums unabhängig weiter. Im 17. Jahrhundert entstand das Neuarmenische, das sich im 19. Jahrhundert unter dem Einfluss nationaler Bewegungen auch als Schriftsprache etablierte. Es entwickelten sich zwei Gruppen von Schriftsprachen, die der gesprochenen Sprache näher standen: das Neuostarmenische oder Aschcharabar, das in der Republik Armenien gesprochen wird, und das Neuwestarmenische, das in der Türkei, im Nahen Osten, in Europa und den USA verbreitet ist. Das Armenische weist viele hart klingende Kombinationen von Konsonanten auf und ist besonders reich an Affrikaten. Sowohl das Altarmenische als auch das Neuarmenische verfügen über ein kompliziertes Deklinationssystem mit sieben Kasus. Es gibt kein grammatisches Geschlecht. Man schätzt, dass vor dem 2. Weltkrieg in Armenien rund 50 Dialekte gesprochen wurden. Die alten Flexionsformen der Verben wurden im Großen und Ganzen durch neue Formen ersetzt, die den Gebrauch von Hilfsverben erfordern (vergleichbar mit dem deutschen „Er wird kommen”). Der Konjunktiv, den es im Altarmenischen noch gab, wird heute nicht mehr verwendet. In grammatikalischer Hinsicht wies das Altarmenische viele Gemeinsamkeiten mit dem Griechischen auf, wohingegen das Neuarmenische nach Jahrhunderten der geographischen Nachbarschaft zum Osmanischen Reich einige grammatikalische Eigenheiten des Türkischen übernommen hat (z. B. Postpositionen statt Präpositionen).
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