Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse SeetangEnzyklopädieartikel
Seetang, größere Braun-, Rot- und Grünalgen, die häufig bei Niedrigwasser entlang der Küsten nördlicher Meere zu finden sind. Seetang heftet sich an feste Unterlagen, etwa Felsen. Wie alle Algen ist Seetang im Gegensatz zu höheren Pflanzen nicht in Wurzel, Stamm und Blätter gegliedert; er besitzt auch keine wasserleitenden Röhrensysteme. Bei den Braun- und Rotalgen wird das Grün des Chlorophylls durch entsprechend andersfarbige Pigmente maskiert. Diese dienen ebenso wie das Chlorophyll der Photosynthese, indem sie Lichtenergie aufnehmen und an das Chlorophyll weiterleiten. Seetang kommt in Zonen flachen Wassers von der mittleren Gezeitenlinie bis in 50 Meter Tiefe vor. An Kaltwasserküsten feuchter Klimazonen kann Seetang mehrere Stunden der Luft ausgesetzt sein, ohne Schaden zu nehmen, und Felsen bis weit in die Gezeitenzone hinein bedecken. In den Tropen ist das Vorkommen von Seetang auf eine Zone zwischen dem Niedrigwasserstand und etwa 200 Meter Tiefe beschränkt. Hier dominieren Rotalgen, besonders in den Lagunen und um Korallenriffe. Einige Gattungen von Braunalgen, die auch Kelp genannt werden, bilden die größten Seetang-Arten; pazifische Arten können etwa 60 Meter lang werden. Auf den ersten Blick ähneln diese Braunalgen höheren Pflanzen mit Blättern und Stängeln. Luftgefüllte Blasen verschaffen manchen dieser Arten Auftrieb, und starke Rhizoide (wurzelähnliche Haftorgane), bieten ihnen selbst bei schwerer See Halt. Rotalgen besiedeln die Küsten des Nordatlantiks als Teppich in der Sublitoralzone, aber auch tropische Gewässer. Ihr Pigment, das Phycoerythrin, erlaubt Photosynthese in größeren Tiefen, als dies das grüne Chlorophyll ermöglicht. Seetang ist besonders in Japan auch wirtschaftlich von Bedeutung, wo er unter dem Namen Nori als Gemüse verzehrt wird. Dazu werden vor allem Rotalgen auf Bambusrosten in den Mündungsgebieten der Flüsse gezüchtet. Agar stammt ebenfalls von Rotalgen und wird u. a. in Labors als Grundlage für Zellkulturen verwendet. Rotalgen haben für den Menschen geringen Nährwert, abgesehen von ihrem spärlichen Gehalt an Proteinen, Vitaminen, Mineralien und Iod. Braunalgen werden sowohl als Dünger verwendet als auch als Zusatz im Viehfutter. Alginsäure aus Kelp wird industriell genutzt: Sie kann zu einem seidenähnlichen Faden verarbeitet werden oder zu einem plastischen, wasserfesten Material, das als Komponente von Filmmaterial, Gel, Gummi und Linoleum verwendet wird. Als Kolloid findet es in Kosmetikartikeln, Autopolitur und Farben Verwendung. Organische Derivate der Algenprodukte werden als Zusatz in Speiseeis, Pudding und Käse verwendet. Systematische Einordnung: Braunalgen bilden die Klasse Phaeophyceae der Abteilung Heterokontophyta, Rotalgen die Abteilung Rhodophyta und Grünalgen die Abteilung Chlorophyta.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |