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Ästuar

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Ästuar, trichterförmig erweiterte Mündung eines Flusses ins Meer. Für die Entwicklung eines Ästuars sind die Materialführung des Flusses und die Intensität der Gezeitenströmung wesentliche Faktoren. Die Bildung einer solchen Flussmündung erfolgt nur, wenn das Fließgewässer weniger Material ablagert, als von Ebbe und Flut abgetragen werden kann. Im umgekehrten Fall wird die Entwicklung von Deltas begünstigt.

Typische Ästuare bilden z. B. Elbe, Themse und Garonne (mündet mit der Dordogne im Gironde genannten Mündungstrichter). In einem Ästuar mischt sich unter dem Einfluss der Gezeiten salzhaltiges Meerwasser mit dem Süßwasser des Flusses. Der Salzgehalt des Wassers nimmt von der Mündung in den Fluss langsam ab. Die meisten Organismen innerhalb eines Ästuars sind Meereslebewesen, deren Artenvielfalt mit abnehmendem Salzgehalt geringer wird. Die Lebewesen und Pflanzen innerhalb eines Ästuars zeichnen sich durch eine hohe Produktivität aus, da zwischen Salz- und Süßwasser ein Austausch von Nährstoffen stattfindet. Der vertikale Nährstoffaustausch wird durch Wind und Strömungswirbel noch verstärkt. Durch das eindringende Meerwasser werden Nährstoffe und Plankton zurückgehalten. Die Nährstoffe werden von Watt und Marschland (siehe Sumpfland) aufgenommen, zirkulieren dort erneut in den Pflanzen und Tieren und werden durch die Gezeitenströmung wieder in das Ästuar zurückgetragen.

Die schützenden Buchten und die großen Mengen an Nährstoffen stellen für eine große Zahl von Vögeln, Amphibien und Fischen einen Lebensraum dar. Zu diesen Tieren gehören auch für den Handel wichtige Speisefische und Schalentiere.

Wesentliche Gefahren für den Erhalt dieser Mündungstrichter liegen vor allem in der Umweltverschmutzung, im Nassbaggern und im Aufschütten mit Sedimenten.

Siehe Ökologie; Umwelt

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