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Windows Live® Suchergebnisse SchlafEnzyklopädieartikel
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Schlaf, normaler, regelmäßig wiederkehrender Ruhezustand vieler Lebewesen. Im Vergleich zum Wachzustand sind die physiologischen Vorgänge (z. B. Kreislauf, Atmung und Puls) verlangsamt, und der Organismus reagiert schwächer auf äußere Reize.
Lange Zeit betrachtete man den Schlaf ausschließlich als Verhaltenszustand. Heute bezieht man in die Definition aber auch gehirnphysiologische Besonderheiten ein. Dazu gehören bestimmte Gehirnstrommuster, die im Schlaf regelmäßig auftreten und die man durch Elektroenzephalographie (EEG) aufzeichnen kann.
Im Laufe des Schlafzyklus verändern sich die Gehirnströme immer nach dem gleichen Muster, so dass man vier Stadien unterscheiden kann. Im EEG eines wachen Menschen zeigen sich die typischen Alphawellen (acht bis zwölf Schwingungen pro Sekunde) und eine Aktivität mit geringer Voltstärke und gemischter Frequenz. Im Schlaf dagegen verschwinden die Alphawellen. Das Stadium 1, der leichteste Schlaf, ist durch desynchronisierte und manchmal auch regelmäßige Aktivität niedriger Spannung gekennzeichnet, die mit vier bis sechs Schwingungen je Sekunde abläuft. Nach wenigen Sekunden oder Minuten wird sie vom Stadium 2 abgelöst. Jetzt erkennt man auf dem EEG schnelle, spindelförmige Wellen mit 13 bis 15 Zyklen je Sekunde und die so genannten K-Komplexe, Spitzen mit hoher Spannung. Kurz darauf, im Stadium 3, tauchen die ersten Deltawellen auf, die bei hoher Spannung eine Frequenz von 0,5 bis 2,5 Schwingungen je Sekunde haben. Im Stadium 4 schließlich machen die Deltawellen den größten Teil des EEG aus. Die Einteilung des Schlafes in diese vier Stadien ist etwas willkürlich, denn tatsächlich handelt es sich ja um einen ununterbrochenen Vorgang.
Aus den Stadien 2, 3 und 4 wechselt der Schlafende mehrmals in einen Zustand, der dem Stadium 1 ähnelt. Weckt man eine schlafende Person in dieser Zeit, so berichtet sie in 60 bis 90 Prozent der Fälle, sie habe gerade geträumt. Dieser Zustand ist nicht nur durch ein ähnliches EEG-Muster wie Stadium 1 und schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet, sondern auch durch andere charakteristische Merkmale wie Unregelmäßigkeiten von Puls, Atmung und Blutdruck. Beim Mann treten in dieser Zeit außerdem teilweise oder vollständige Erektionen des Penis auf. Die Muskelspannung ist allgemein niedrig, doch finden immer wieder Aktivitäten kleiner Muskelgruppen statt. Traumphasen unterscheiden sich also deutlich sowohl von Stadium 1 als auch von den anderen drei Stadien. Wegen dieser Eigenheiten und wegen ihres besonderen neurophysiologischen und chemischen Charakters (siehe unten) gelten sie deshalb heute allgemein als besonderer Schlafzustand. Ähnliche Schlafphasen gibt es auch bei fast allen Säugetieren und Vögeln, die man bisher untersucht hat. Man bezeichnet sie als REM-Schlaf (englisch rapid eye movements: schnelle Augenbewegungen) oder paradoxen Schlaf. Man erkennt diese Phasen bereits äußerlich an den schnellen Augenbewegungen hinter den geschlossenen Lidern; sie sind zudem durch besonders regelmäßige Herzschläge charakterisiert. Die übrigen Zustände nennt man SEM-Schlaf (englisch slow eye movements: langsame Augenbewegungen) oder orthodoxen Schlaf.
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