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Windows Live® Suchergebnisse Jeremy BenthamEnzyklopädieartikel
Jeremy Bentham (1748-1832), britischer Philosoph, Ökonom und Jurist, Begründer der Doktrin des Utilitarismus. Bentham wurde am 15. Februar 1748 geboren und erwies sich schon bald als rechter Wunderknabe. Bereits im Alter von drei Jahren las er schwierige Abhandlungen, mit fünf spielte er Geige, ein Jahr später lernte er Latein und Französisch. Mit zwölf Jahren begann er, in Oxford Jura zu studieren. Er entwarf eine umfassende Reform des Rechtssystems sowie eine allgemeine Theorie über Recht und Moral. 1789 machte er sich als Autor der Introduction to the Principles of Morals and Legislation (Einführung in die Prinzipien von Moral und Gesetzgebung) einen Namen. Bentham war der Führer einer Gruppe von Philosophen, denen auch James Mill und dessen Sohn John Stuart Mill angehörten. Die von ihnen herausgegebene Westminster Review machten sie zum Sprachrohr ihrer Reformideen. Bentham starb am 6. Juni 1832 in London. Auf eigenen Wunsch wurde sein Leichnam vor den Augen seiner Freunde seziert. Sein mit einem Wachskopf (der echte Schädel wurde mumifiziert) versehenes, völlig bekleidetes Skelett steht noch heute in einer Glasvitrine des Londoner University College, das Bentham mitbegründete. In seiner Introduction to the Principles of Morals and Legislation entwickelte Bentham den Utilitarismus als Basis jeglicher Reform. Er behauptete, diese Methode schaffe die wissenschaftliche Grundlage, festzustellen, was moralisch gerechtfertigt sei. Rechtes Handeln müsse stets dem obersten Prinzip genügen, das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl von Menschen zu erwirken, wobei er Vergnügen und Glück synonym verstand. Mit Hilfe einer Art moralisch-mathematischer Kalkulation, die Freude und Leid gegeneinander aufrechnet, lässt sich in diesem Sinne der Charakter einer Tat ermitteln. Gehörten alle Vergnügen und alles Leid ein- und derselben Kategorie an, so könnte man eine utilitaristische Klassifikation moralischer, politischer und rechtlicher Aktivitäten vornehmen. John Stuart Mill, der einige Voraussetzungen Benthams deutlich veränderte, lehnte dessen Methode, Glück zu errechnen, grundsätzlich ab. Benthams Konzept zeitigte großen Einfluss auf die im 19. Jahrhundert unternommenen Verwaltungsreformen der britischen Regierung, auf die Strafgesetzgebung sowie auf Verfahren des Straf- und Zivilrechts.
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