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Windows Live® Suchergebnisse YorubaEnzyklopädieartikel
Yoruba, afrikanische Ethnie, die im südwestlichen Nigeria und in Benin und Togo siedelt und der etwa 22 Millionen Menschen angehören. Die Sprache der Yoruba, das Yoruba, wird den Kwa-Sprachen zugerechnet (siehe afrikanische Sprachen). Heute stellen sie etwa 21 Prozent der Bevölkerung Nigerias und leben vor allem in der Stadt Ibadan. Viele Yoruba sind heute Christen und Muslime, vor allem die Zahl der Letzteren steigt weiterhin an. Sie betreiben Landwirtschaft, wobei sie vor allem Yams und Mais anbauen: Wichtigste Cash Crop ist der Kakao. Andere Yorubamänner sind als Händler und Kunsthandwerker tätig. Yorubafrauen sind nicht in der Landwirtschaft beschäftigt, sondern kontrollieren traditionell weitgehend das komplexe Marktgefüge. Ihr gesellschaftlicher Status hängt mehr von ihrer Position innerhalb des Marktsystems ab als vom Rang ihres Ehemanns. Erste Zeugnisse der Yorubakultur finden sich bereits 1000 n. Chr im historischen Ife. Archäologische Funde belegen, dass diese Stadt bereits damals ein wichtiges Handelszentrum gewesen ist, in dem Metall verarbeitende Industrien angesiedelt waren. Handelsverbindungen reichten bis zum Meer und tief in das Landesinnere hinein. Im 17. Jahrhundert gründeten die Yoruba in der Region zwischen dem heutigen Benin und dem Fluss Niger das Königreich Oyo. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts löste sich Oyo nach einem Angriff der muslimischen Fulbe in zahlreiche kleine Stadtstaaten auf. Traditionell stand diesen Yorubastädten ein König, Oba genannt, vor, der sich als sakraler Herrscher auf göttliche Abstammung berufen konnte. Seine Aufgaben waren vor allem religiöser Natur. Politische Angelegenheiten oblagen einem Ältestenrat. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gerieten die Yoruba unter britische Oberhoheit. Die Yoruba waren eine der Ethnien, die am meisten unter dem transatlantischen Sklavenhandel zu leiden hatten. Ihre religiösen und kulturellen Vorstellungen prägten stark die Kultur der afroamerikanischen Bevölkerungen. Die religiöse Kosmologie der Yoruba hatte sich traditionell durch eine Vielzahl von Gottheiten, oshira genannt, ausgezeichnet. Die Kulte um die etwa 400 verschiedenen, entweder regionalen oder über bestimmte Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wachenden Gottheiten wurden von Priestern und „Geheimbünden” geleitet. Der Ahnenkult der Yoruba enthielt die Vorstellung, dass die Verstorbenen in den Nachkommen weiterleben können. Von besonderer Bedeutung für die Religion der Yoruba war das Ifa-Orakel, bei dem bestimmte Ritualtexte ausgewählt werden, mit deren Hilfe die Zukunft ausgelegt werden kann. Schon seit dem 13. Jahrhundert sind herausragende Schnitz- und Bronzearbeiten belegt. Berühmt sind auch die indigoblau gefärbten Batikstoffe der Yoruba. Yoruba-Kunstwerke haben längst in den Kanon der Weltkunst und -kultur Eingang gefunden und werden auf Kunstauktionen zu hohen Preisen versteigert.
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