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Karl I., der GroßeEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Die Anfänge des karolingischen Königtums; Kriege; Kaiserkrönung; Herrschaft und Verwaltung
Ab etwa 794 war Karls bevorzugte Residenz Aachen, das er entsprechend baulich ausgestalten ließ, unter architektonischen Anleihen aus Ravenna und Rom. Karls Hof wurde zum Zentrum der Wissenschaften, wo Gelehrte aus ganz Europa zusammenkamen, darunter der Geschichtsschreiber Einhard und der Angelsachse Alkuin, dem Karl die Palastschule anvertraute und der die kulturelle Erneuerung unter Rückgriffen auf die Antike förderte (Beginn der karolingischen Renaissance). Oberste Verwaltungsbehörde war die Hofkapelle bzw. Hofkanzlei mit einem obersten oder Erzkaplan an ihrer Spitze, die für die schriftlichen Verwaltungsaufgaben zuständig war. Die Ausführung der Verwaltung des Reiches lag in den Händen von königlichen Amtsträgern, den Grafen. Karl erließ Hunderte von Verordnungen, die so genannten Kapitularien, gesetzliche Bestimmungen zur Verwaltung, Rechtsprechung, zu militärischen, kirchlichen und kulturellen Angelegenheiten. Im Reich wurden diese Kapitularien durch ein effizientes System von Königsboten verbreitet, die gleichzeitig über Vollmachten zu deren Durchsetzung verfügten. Die germanischen Stämme, allen voran die Sachsen, behielten ihre Stammesgesetze weitgehend bei – die Lex Saxonum von 802 war eine Mischung aus sächsischem und fränkischem Recht –, waren aber auch der Kapitulariengesetzgebung unterworfen. In nahezu allen Bereichen – Politik, Verwaltung, Rechtsprechung, Kultur – griff Karl der Große auf antikes Erbe zurück, verschmolz es mit dem Christentum sowie mit germanischen Traditionen und wirkte durch diese Synthese nachhaltig auf die Entwicklung Europas. Bei der Regelung seiner Nachfolge hielt sich Karl an die fränkische Praxis der Reichsteilung. 781 ließ er seine Söhne Pippin und Ludwig zu Unterkönigen von Aquitanien bzw. Italien salben. 806 legte er die Reichsteilung testamentarisch fest, die dann jedoch mit dem Tod seiner beiden älteren Söhne Karl und Pippin hinfällig wurde. Karl der Große starb am 28. Januar 814 in Aachen und wurde in der Pfalzkapelle zu Aachen bestattet. 1165 ließ ihn Friedrich Barbarossa heiligsprechen. Im Mittelalter wurde Karl zum idealen christlichen Kaiser stilisiert und, vor allem im französischen Sprachraum, zur Hauptfigur zahlreicher Sagen (Karlssagen) und Epen.
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