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Windows Live® Suchergebnisse PeisistratosEnzyklopädieartikel
Peisistratos, lateinisch Pisistratus, (um 600 bis 527 v. Chr.), Feldherr und Tyrann von Athen (560-527 v. Chr.), Sohn des Hippokrates und Verwandter des Solon; Peisistratos kam durch die Auseinandersetzungen um Solons Reformen an die Macht. Nach Solons timokratischer Verfassung konnten praktisch nur noch Großgrundbesitzer in hohe Staatsämter gelangen; Peisitratos übernahm die Führung der mit dieser Verfassung Unzufriedenen, vor allem der verarmten Landbevölkerung aus dem Nordosten Attikas. Seine Erfolge im Krieg gegen Megara (um 570 bis 565 v. Chr.) steigerten seine Beliebtheit beim besitzlosen Volk, so dass es ihm gelang, mit Unterstützung seiner zahlreichen Anhänger und auch unter Ausnützung von Differenzen unter seinen Gegnern 561/60 v. Chr. die Akropolis zu besetzen und sich zum Tyrannen aufzuschwingen. Zweimal wurde er von seinen aristokratischen Gegnern zur Flucht gezwungen; aber um etwa 540 v. Chr. hatte er sich wohl endgültig durchgesetzt. Nach seinem Tode vererbte er die Macht an seine beiden Söhne, die Peisistratiden Hippias und Hipparchos. Peisistratos regierte maßvoll, „mehr als guter Bürger denn als Tyrann” wie Aristoteles schrieb. Er ließ die timokratische Verfassung des Solon unangetastet, was einige seiner ehemaligen Gegner versöhnte. Daneben trug er zur Stabilisierung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse bei, indem er Bodenertragssteuern einführte, den Kleinbauern die konfiszierten Güter seiner Gegner sowie Kredite zukommen ließ. Im Bereich der Außenpolitik unterhielt er gute Beziehungen zu anderen Staaten und förderte so den athenischen Export und baute den Einfluss Athens u. a. am Bosporus, auf dem Thrakischen Chersones (heute Halbinsel Gelibolu) und auf den Inseln Naxos und Delos aus. Als Förderer von Kunst und Wissenschaften ließ er bedeutende Bauwerke in Athen errichten, darunter den Tempel des olympischen Zeus sowie eine Wasserleitung, und stiftete das Fest der Panathenäen neu, das Hauptfest zu Ehren der Stadtgöttin Athene, das alle vier Jahre gefeiert wurde. Wahrscheinlich ließ er auch die Werke des Homer erstmals schriftlich aufzeichnen und initiierte die erste Tragödienaufführung in Athen durch Thespis.
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