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Lübeck

Enzyklopädieartikel
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Rathaus und Marienkirche in LübeckRathaus und Marienkirche in Lübeck
Artikelgliederung
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Einleitung

Lübeck, Hansestadt und kreisfreie Stadt in Schleswig-Holstein, Hafenstadt an der Lübecker Bucht, an der unteren Trave gelegen.

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Wirtschaft

Die Wirtschaftsstruktur Lübecks basierte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vorwiegend auf Handel. Durch den Bau des Nord-Ostsee-Kanals (Eröffnung 1895) verlor die Stadt jedoch einen Teil ihrer Handelsfunktion an Hamburg und Bremen. Um die Wirtschaftskraft zu erhalten, wurden neue Industrien angesiedelt. Zu den wichtigsten Branchen gehören heute Medizintechnik, Textilindustrie, Maschinenbau, chemische und pharmazeutische Industrie sowie die Herstellung des Lübecker Marzipans. Auch der Tourismus spielt eine bedeutende Rolle. Lübeck hat einen Flughafen und einen der größten Fährhäfen im Ostseeraum.

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Stadtbild und Kultur

Der historische Stadtteil wurde nach schwerer Bombardierung im 2. Weltkrieg wieder aufgebaut. In ihm stehen einige der schönsten gotischen Bauwerke Deutschlands, die noch immer die mittelalterliche Bedeutung erkennen lassen. Lübeck war zu jener Zeit eine überregional wichtige Handelsstadt. Das Rathaus (Baubeginn 1250) mit seinen Giebeln, Türmchen und Schildwänden ist in der Region eines der größten aus dem Mittelalter. Sehenswert sind u. a. das Holstentor (1477), das Wahrzeichen der Stadt; der 125 Meter lange romanische Dom (Baubeginn 1173, Weihe 1247) mit seinem 1477 von Bernt Notke geschnitzten Triumphkreuz; die Marienkirche (1250-1351) als herausragendes Beispiel norddeutscher Backsteingotik und das Buddenbrookhaus (1758). Die UNESCO erklärte die Altstadt aufgrund des hohen Anteils an gut erhaltener Bausubstanz 1987 zum Weltkulturerbe.

Zu den bekanntesten kulturellen Einrichtungen gehören das Sankt-Annen-Museum mit Skulpturen und Gemälden, die Kunsthalle Sankt Annen mit Deutschlands bedeutendster Sammlung mittelalterlicher Schnitzaltäre, das Museum für Natur und Umwelt mit Sammlungen zur Naturgeschichte Schleswig-Holsteins sowie das im Holstentor untergebrachte Stadtgeschichtliche Museum. Dietrich Buxtehude war in dieser Stadt von 1668 bis zu seinem Tod 1707 Organist. Lübeck ist die Geburtsstadt von Heinrich und Thomas Mann (für dessen Werk Die Buddenbrooks es als zentraler Schauplatz diente) sowie von Willy Brandt.

Die Stadt ist Sitz einer Universität (1964) und der Medizinischen Universität Lübeck (1973). Die Lübecker Musikhochschule veranstaltet jeden Sommer ein Musikfestival. Im Süden der Stadt entsteht der „Hochschulstadtteil Lübeck”. Auf einer Fläche von mehr als 200 Hektar sind Forschungs- und Technologiezentren geplant, die die Hochschuleinrichtungen ergänzen sollen.

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Geschichte

Lübeck wurde 1143 gegründet. Nach der Zerstörung durch ein Feuer 1157 wurde die Stadt von Heinrich dem Löwen neu gegründet, und 1226 wurde sie zur freien Reichsstadt. 1329 sicherte sich Lübeck durch den Erwerb von Travemünde einen ungehinderten Zugang zur Ostsee. Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die Stadt führend in der Hanse und erlebte als Drehscheibe im Ostseehandel mit Russland und Skandinavien ihre Blütezeit. Maßgeblichen Anteil am Aufschwung hatten auch die Werften, in denen Koggen gebaut wurden. Mit diesen Segelschiffen wurde ein Großteil der Waren transportiert. Der Handelsverkehr ging mit dem Zusammenbruch der Hanse im 17. Jahrhundert zurück. Im 19. Jahrhundert nahm er infolge des Ausbaus des preußischen Ostseehafens Stettin (heute in Polen) weiter ab.

Lübeck bewahrte seine politische Selbständigkeit, bis es 1937 Teil von Schleswig-Holstein wurde. Nach dem 2. Weltkrieg erhielt die Wirtschaft neue Impulse durch den bereits 1900 fertig gestellten Elbe-Lübeck-Kanal, der die Stadt mit den Hauptwasserstraßen Europas verbindet. Das moderne Lübeck profitiert zudem von den politischen Veränderungen in Osteuropa; vor allem zu Hafenstädten im Baltikum entwickelten sich neue Handelsbeziehungen.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 212 000 (2005).

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