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Windows Live® Suchergebnisse Marie Joseph Motier, Marquis de LafayetteEnzyklopädieartikel
Marie Joseph Motier, Marquis de Lafayette (1757-1834), französischer General und Politiker, nahm auf der Seite der Kolonisten am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teil und spielte eine wichtige Rolle in der Französischen Revolution. Lafayette wurde am 6. September 1757 als Sohn eines Adligen in Chavaniac (Departement Haut-Loire) geboren. Von 1771 bis 1776 diente er in der französischen Armee. Nach der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien ging er nach Nordamerika und bot dem Kongress seine Dienste an. Durch einen Sonderbeschluss des Kongresses wurde er 1777 als Generalmajor der Kontinentalarmee verpflichtet; in der Folge arbeitete er eng mit George Washington zusammen und kam in dessen Stab. 1778 verbündeten sich Frankreich und die USA gegen Großbritannien, das daraufhin Frankreich den Krieg erklärte. Lafayette kehrte für sechs Monate nach Frankreich zurück, um Finanz- und Militärhilfe für die USA zu requirieren. Zurück in Amerika war er 1780 führend am Virginia-Feldzug beteiligt, der 1781 mit der Kapitulation der Briten bei Yorktown endete. Als überzeugter Demokrat und Verfechter des Freiheitsgedankens war Lafayette in der Anfangsphase der Französischen Revolution einer der führenden Politiker. 1789 wurde er Mitglied der Nationalversammlung und legte einen an die amerikanische Unabhängigkeitserklärung angelehnten Entwurf der Menschenrechte vor. Nach dem Sturm auf die Bastille befehligte er die Nationalgarde und gründete den politisch gemäßigten Klub der Feuillants, die für eine konstitutionelle Monarchie eintraten. 1792 kommandierte Lafayette eine Armee im Krieg zwischen Frankreich und Österreich, wurde dann aber von den Jakobinern öffentlich beschuldigt, er würde sich ihren radikalen Zielen in den Weg stellen und wolle die Truppen gegen sie wenden; die Nationalversammlung erklärte ihn zum Verräter, und Lafayette floh nach Flandern. Dort nahmen ihn die Österreicher gefangen. Von 1792 bis 1797 war Lafayette in Preußen und Österreich interniert; 1799 kehrte er nach Frankreich zurück, hielt sich aber vom öffentlichen Leben fern, da er die Politik Napoleon Bonapartes ablehnte. Nach dem Untergang Napoleons engagierte sich Lafayette wieder in die Politik; 1815 sowie von 1818 bis 1824 und von 1825 bis zu seinem Tod war er Mitglied der Deputiertenkammer; während der Juli-Revolution von 1830 befehligte er erneut die Nationalgarde. Lafayette starb am 20. Mai 1834 in Paris. Als Liberaler mit einem gemäßigten Programm für Sozialreformen machte sich Lafayette sowohl die Royalisten, die in ihm einen Verräter an seiner Schicht, dem Adel, sahen, als auch die radikalen Revolutionäre zu Gegnern, denen sein Kurs zu halbherzig war. Lafayette stand zu seiner demokratischen, freiheitlichen Überzeugung auch dann, als sein eigener Besitz während der Französischen Revolution konfisziert wurde, und sein ganzes Leben lang trat er für soziale Gerechtigkeit, die Schaffung einer Volksvertretung, religiöse Toleranz und Pressefreiheit ein.
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