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    1909 ließ sich Max Liebermann ein Sommerhaus am Wannsee bauen, das er stolz sein „Schloß am See“ nannte. Hier fand er die nötige Ruhe von dem Betrieb der Großstadt und die ...

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    Max Liebermann: Die Birkenallee im Wanseegarten nach Westen, 1919 Plakat zur Ausstellung Max Liebermann - Der Birkenweg. Großes Format Gleiches Motiv wie oben.

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Max Liebermann

Enzyklopädieartikel

Max Liebermann (1847-1935), Maler und Graphiker, mit Lovis Corinth und Max Slevogt einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschen Impressionismus. Liebermann wurde am 20. Juli 1847 in Berlin geboren und dort sowie an der Kunstakademie in Weimar ausgebildet. Zunächst entstanden naturalistische Gemälde sozialer Thematik, meist in düsterem Kolorit. 1873 bis 1878 hielt er sich in Paris auf und erhielt dort Anregungen durch die Landschaftsmalerei Gustave Courbets und die Darstellung bäuerlichen Lebens bei Jean François Millet, einem Vertreter der Schule von Barbizon. Seit Mitte der siebziger Jahre verbrachte Liebermann die Sommermonate häufig in den Niederlanden, deren Landschaft und Menschen ihm zahlreiche Motive für seine zunehmend heiteren Genreszenen boten (Die Bleiche, 1882/83, Wallraf-Richartz-Museum, Köln). 1878 bis 1884 lebte Liebermann in München, wo er mit dem Kreis um Wilhelm Leibl in Berührung kam, und übersiedelte 1884 endgültig nach Berlin. Die Auseinandersetzung mit Édouard Manet und den Impressionisten führte in den achtziger Jahren zu einer weiteren Aufhellung seiner Palette, allmählich entwickelte sich der für die spätere Schaffensphase typische pastose, schwungvolle Farbauftrag (Judengasse in Amsterdam, 1905, Wallraf-Richartz-Museum, Köln). Im folgenden Jahrzehnt traten bewegte Darstellungen (Reiter- und Straßenszenen, auch Badende Knaben, 1898, Neue Pinakothek, München) in den Vordergrund. Mit Walter Leistikow gründete er 1898 die Berliner Secession und zählte fortan zu den prominentesten deutschen Malern seiner Zeit. 1920 wurde er Präsident der Preußischen Akademie der schönen Künste und hatte dieses Amt bis 1933 inne, als die Nationalsozialisten ihn aufgrund seiner jüdischen Herkunft zum Rücktritt zwangen. Liebermann verbrachte die beiden letzten Lebensjahre zurückgezogen und verbittert in seiner Villa am Wannsee und starb am 8. Februar 1935.

Die späte Periode wird beherrscht von lichtdurchfluteten Ansichten des häuslichen Gartens (Der Garten des Künstlers in Wannsee, 1918, Hamburger Kunsthalle) und meisterhaften Porträts (Professor Ferdinand Sauerbruch, 1932, Hamburger Kunsthalle) sowie einem umfangreichen graphischen Werk. Liebermanns kunstgeschichtliche Bedeutung resultiert aus der Entwicklung einer eigenständigen Variante des Impressionismus. Näher als der bekannten französischen Spielart steht sie allerdings der niederländischen Freiluftmalerei, wie er sie bei Jongkind und Israëls vorfand. (Mit Letzterem war er befreundet und verfasste ein Buch über ihn.)

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