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GambiaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Physische Geographie; Bevölkerung; Bildung und Kultur; Verwaltung und Politik; Wirtschaft; Geschichte
In den fünfziger Jahren entstanden in Gambia politische Parteien, 1960 erhielt die Kolonie die Autonomie, und es fanden landesweite Wahlen statt. Am 18. Februar 1965 wurde Gambia innerhalb des Commonwealth unabhängig. Premierminister wurde Sir Dawda K. Jawara. Aufgrund einer Volksabstimmung wurde das Land 1970 in eine Republik umgewandelt, blieb aber weiterhin im Commonwealth; Jawara wurde ihr erster Präsident. Er und seine People’s Progressive Party gewannen auch alle folgenden Wahlen und blieben bis zum Juli 1994 im Amt. 1981 scheiterte ein von Libyen unterstützter Putschversuch aufgrund der Intervention Senegals, die zur Gründung der Konföderation Senegambia führte; der Präsident der Konföderation wurde Abdou Diouf, der Präsident des Senegal, sein Stellvertreter wurde Jawara. Die Konföderation mit Senegal, die sich vor allem in einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit bemerkbar machte, brach 1989 auseinander, 1991 wurde jedoch ein neuer Freundschaftsvertrag unterzeichnet.
Im Juli 1994 stürzte eine Gruppe junger Offiziere Jawaras Regierung und übernahm die Herrschaft. Es wurde eine Übergangsregierung gebildet, der Provisional Ruling Military Council of Patriotic Forces (PRCPF) unter der Führung von Yayah Jammeh. Der PRCPF geriet jedoch bald unter den Druck von Gambias wichtigsten Entwicklungshelfern, der Europäischen Union und Großbritannien, die die Wiedererrichtung der Demokratie forderten. Auf das Aussetzen der Entwicklungshilfe im Oktober 1994 hin kündigte der PRCPF an, binnen vier Jahren eine neue Verfassung zu verabschieden und Neuwahlen zu veranstalten. Daneben hatte der PRCPF mit inneren Konflikten und mit Putschversuchen zu kämpfen. 1995 führte Gambia die 1993 abgeschaffte Todesstrafe wieder ein. Am 8. August 1996 stimmten etwa 70 Prozent der Wähler für die neue Verfassung, die im Januar 1997 in Kraft trat. Die neue Verfassung, die die Voraussetzung für die Rückkehr des Landes zur Demokratie bilden sollte, stieß trotz der großen Zustimmung auch auf scharfe Kritik: So räumte die Verfassung den Mitgliedern der Militärjunta und ihren Beamten Immunität ein, und sie sieht die Suspendierung vieler durch die Verfassung garantierter Rechte im Falle des „Staatsnotstandes” vor. Letztere Klausel lässt Missbrauch zu, da der Begriff „Staatsnotstand” nirgendwo eindeutig definiert wird. Am 26. September 1996 wurde der bisherige Vorsitzende des PRCPF, Yayah Jammeh, mit knapp 56 Prozent der Stimmen zum Staatspräsidenten gewählt. Bei den Parlamentswahlen vom 2. Januar 1997 erreichte die regierende Alliance for Patriotic Reorganisation and Construction (APRC) mit Staats- und Regierungschef Yayah Jammeh an der Spitze die absolute Mehrheit. Jammeh wurde bei den Präsidentschaftswahlen vom 18. November 2001 mit etwa 53 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt, die regierende APRC wurde bei den Parlamentswahlen vom 17. Januar 2002 mit 45 der 48 gewählten Sitze erneut absolut stärkste Kraft. Die Präsidentschaftswahlen am 22. September 2006 gewann wieder Jammeh, diesmal mit mehr als 67 Prozent bei einer allerdings sehr niedrigen Wahlbeteiligung (59 Prozent). Schon in den Jahren zuvor hatte Jammehs Regierung durch Repressionen gegen oppositionelle Politiker und Journalisten negativ von sich reden gemacht.
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