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Philipp IV. (von Frankreich)

Enzyklopädieartikel

Philipp IV. (von Frankreich), der Schöne, (1268-1314), König von Frankreich (1285-1314), Sohn und Nachfolger Philipps III., geboren in Fontainebleau. Durch seine Ehe mit Johanna von Navarra gewann Philipp IV. Navarra und die Champagne. Zwischen 1294 und 1296 eroberte Philipp die Guyenne im Südwesten Frankreichs von Eduard I. von England zurück. 1297 führte er Krieg gegen England und Flandern; der Friedensvertrag von 1299 legte fest, dass sich Philipp aus der Guyenne zurückzuziehen und Eduard Flandern zugunsten Frankreichs aufzugeben hatte. In Brügge brach daraufhin ein Aufstand aus, und in der Sporenschlacht bei Kortrijk 1302 brachte ein flandrisches Bürgerheer zu Fuß dem französischen Ritterheer eine schwere Niederlage bei.

Zur Finanzierung des Krieges gegen England besteuerte Philipp erstmals auch den französischen Klerus und provozierte damit einen heftigen Konflikt mit Papst Bonifatius VIII., da von der Geistlichkeit nur mit Zustimmung des Papstes Steuern erhoben werden durften. In der Bulle Clericis Laicos (1296) untersagte Bonifatius dem Klerus, dem Staat Steuern zu entrichten. Daraufhin verbot Philipp die Ausfuhr französischen Geldes, so dass der Papst keine Einkünfte aus Frankreich mehr bezog. 1301 ließ Philipp den päpstlichen Legaten in Frankreich verhaften und berief erstmals die Generalstände ein, die Philipp ihre Unterstützung gegen den Papst zusagten. Bonifatius antwortete mit der berühmten Bulle Unam Sanctam (1302), in der er die alte These von der Überordnung der geistlichen Gewalt über die weltliche wieder aufgriff. Philipp ließ Bonifatius überfallen und gefangen nehmen und drängte ihn zur Abdankung. Bonifatius starb wenig später.

1305 setzte Philipp die Wahl des ihm ergebenen Klemens V. zum Papst durch und veranlasste ihn, seinen Sitz nach Avignon zu verlegen. Damit begann das so genannte Avignonische Exil des Papsttums (1309-1377), während dem die Päpste in Avignon residierten und unter der politischen Vorherrschaft der französischen Krone standen.

1307 nahm Philipp den Großmeister des einflussreichen und finanzstarken Templerordens gefangen und ließ nach einem langwierigen Prozess den Orden 1312 durch den Papst verbieten. Der König konfiszierte das Vermögen des Ordens; außerdem enteignete er jüdische und lombardische Kaufleute in Frankreich, erhöhte die Steuern und entwertete das Geld mehrmals, um den Finanzbedarf der Krone zu decken. Philipp starb am 29. Oktober 1314 in Fontainebleau.

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