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Windows Live® Suchergebnisse Lech WałęsaEnzyklopädieartikel
Lech Wałęsa, (*1943), polnischer Politiker und Gewerkschaftsführer, Staatspräsident von Polen (1990-1995) und Friedensnobelpreisträger. Lech Wałęsa wurde am 29. September 1943 in Popowo bei Bromberg geboren. Ab 1966 arbeitete er als Elektromonteur bei der Leninwerft in Danzig. 1970 war er führend an den Unruhen in Danzig beteiligt und wurde nach einem Streik 1976, den er mitorganisiert hatte, von der Werft entlassen. Während der folgenden vier Jahre hielt er sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. 1977/78 war er einer der Mitbegründer der „Freien Gewerkschaft des Küstengebietes”, und im großen Auguststreik 1980 wurde er als Vorsitzender des Streikkomitees der Leninwerft einer der Führer des überbetrieblichen Streiks in Danzig. Bei den Verhandlungen mit der polnischen Regierung konnte Wałęsa einige Forderungen durchsetzen, u. a. das Streikrecht und das Recht auf Bildung unabhängiger Gewerkschaften. Im September 1980 wurde Wałęsa zum Vorsitzenden der neu gegründeten unabhängigen Gewerkschaft Solidarność gewählt. Nach der Verhängung des Kriegsrechts und dem Verbot der Gewerkschaft im Dezember 1981 wurde Wałęsa bis November 1982 unter Hausarrest gestellt und in der Folge mehrmals kurzzeitig inhaftiert. 1983 wurde er als Symbolfigur des Friedens- und Freiheitswillens mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, den seine Ehefrau Danuta entgegennahm, da ihm selbst die Ausreise aus Polen verweigert worden war. Im April 1989 handelte er, gestützt auf die immer noch verbotene, doch weiterhin aktive Solidarność, mit der polnischen Regierung einen „Neuen Gesellschaftsvertrag” aus zur Öffnung und Demokratisierung Polens, der auch zur Wiederzulassung der Gewerkschaft führte. Aus den Parlamentswahlen vom Juni 1989, bei denen erstmals Oppositionsparteien zugelassen waren, ging das von der Solidarność dominierte Bürgerkomitee unter Wałęsa als Sieger hervor und übernahm anschließend die Führung in einer Koalitionsregierung unter Tadeusz Mazowiecki. Im Dezember 1990 wurde Wałęsa im zweiten Wahlgang mit deutlicher Mehrheit zum Staatspräsidenten gewählt. Er leitete umfangreiche Reformen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens ein, geriet mit seinem populistischen Kurs jedoch zunehmend in Gegensatz zur Solidarność. Der Sieg der Linken bei den Parlamentswahlen von 1993 bedeutete eine weitere Schwächung seiner Position. Bei den Präsidentschaftswahlen vom Dezember 1995 unterlag er in der Stichwahl knapp seinem Herausforderer, dem Exkommunisten Aleksander Kwaśniewski. In der Folge verschwand Wałęsa vorübergehend von der politischen Bühne; im November 1997 machte er erneut von sich reden, und zwar als Gründer einer neuen Partei, der Christlichen Demokratie der Dritten Republik Polen (Ch-D III RP), an deren Spitze er bei den Parlamentswahlen 2001 in die politische Verantwortung zurückkehren wollte; jedoch blieb ihm der Erfolg versagt. Bei den Präsidentenwahlen im Oktober 2000, bei denen er wieder antrat, erhielt Wałęsa nicht einmal 1 Prozent der Stimmen. 2006 trat er aus der Solidarność aus, da die Gewerkschaft seiner Ansicht nach nun nichts mehr mit der ursprünglichen Bewegung zu tun habe; hinzu kam, dass die Gewerkschaft den Kurs der neuen, nationalkonservativen Regierung unter Lech Kaczyński unterstützte, den er, Wałęsa, ablehnte.
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