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Windows Live® Suchergebnisse Hans ArpEnzyklopädieartikel
Hans Arp (1887-1966), deutsch-französischer Bildhauer, Maler und Dichter. Sein künstlerischer Weg führte vom Expressionismus über den Dadaismus, zu dessen Mitbegründern er zählt, und den Surrealismus zur Konkreten Kunst. Hans (Jean) Arp wurde am 16. September 1887 als Sohn eines Zigarrenfabrikanten in Straßburg geboren. Bereits während seiner Ausbildung an der dortigen Kunstgewerbeschule veröffentlichte er als 17-Jähriger erste Gedichte. Nach seinem Kunststudium in Weimar und Paris siedelte er 1909 in die Schweiz über, wo er die Künstlervereinigung Moderner Bund mitbegründete. Er lernte Wassily Kandinsky kennen und knüpfte über ihn Kontakte zur expressionistischen Künstlervereinigung Blauer Reiter in München. 1913 veröffentlichte er mehrere Artikel in der expressionistischen Zeitschrift Der Sturm. Zwei Jahre später wurden seine abstrakten Werke in der Galerie Tanner in Zürich erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. 1916 schloss sich Arp einer Gruppe von Künstlern an, die regelmäßig im Züricher Cabaret Voltaire zusammenkamen. Aus dem lockeren Künstlerbündnis, dem auch Hugo Ball, Tristan Tzara und Marcel Janco angehörten, entwickelte sich die Züricher Dada-Bewegung. In diesem Rahmen war Arp an vielfältigen Aktivitäten beteiligt und entwickelte das Konzept einer „synthetischen Dichtkunst” maßgeblich mit. Durch sein künstlerisches Engagement beeinflusste er 1919 auch die um Max Ernst gruppierte Dada-Bewegung in Köln. Gemeinsam mit Ernst gab er die Satire-Zeitschrift Der Ventilator heraus. 1923 begann Arps Zusammenarbeit mit dem in Hannover lebenden Dadaisten Kurt Schwitters. In den zwanziger Jahren wandte sich Arp verstärkt dem abstrakten Surrealismus zu. Er begann mit der Ausarbeitung zunächst farbiger, später dann reinweißer Holzreliefs, wobei er abstrakt-organische Formen bevorzugte. 1922 heiratete er die schweizerische Malerin Sophie Taeuber-Arp – eine Verbindung, die künstlerisch äußerst fruchtbar war. Sie schufen zusammen Teppiche, Illustrationen, Holzschnitte und Farbreliefs. 1923 zogen beide nach Paris, wo Arp an der ersten Gruppenausstellung der Surrealisten teilnahm. 1926 wurde der Künstler französischer Staatsbürger. In den dreißiger Jahren konzentrierte sich Arp auf abstrakte Skulpturen. Er schloss sich der französischen Künstlergruppe Abstraction-Création an, die sich der reinen Abstraktion widmete. Nachdem seine Arbeiten von den Nationalsozialisten als entartete Kunst diffamiert worden waren, floh Arp in den unbesetzten Teil Frankreichs. Zu dieser Zeit entstanden – auch aus der Notwendigkeit heraus, kostengünstige und leicht zu transportierende Materialien verwenden zu müssen – seine Dessins aux Doights (Fingerzeichnungen) und die Papiers froissés (Zerknitterte Papiere). Seine Frau kam 1943 auf der gemeinsamen Flucht in die Schweiz ums Leben. Zwischen 1950 und 1959 entwarf Arp für die Universitäten von Harvard und Caracas sowie für das UNESCO-Gebäude in Paris mehrere Großplastiken. Für sein Werk Kobra-Kentaur (1952) wurde er auf der Internationalen Kunstbiennale in Venedig 1954 mit dem Preis für Skulptur ausgezeichnet. Hans Arp starb am 7. Juni 1966 in Basel. Arp zählt zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Bildern, Collagen, seiner Objektkunst und experimentellen Lyrik gab Arp der Kunst der Moderne insgesamt vielfältige Impulse. Der Kosmopolit hatte Zugang zu den wichtigsten avantgardistischen Kreisen seiner Zeit – Begegnungen, die sich in seinen Werken spiegeln. Bereits ab 1917 wandte er sich von quadratischen Formen ab und entschied sich für runde Kompositionen, die seine späteren Arbeiten bestimmten; das Werk Configuration (1928) ist typisch für seine weich fließenden, biomorphen Formen. Arp bediente sich außerdem der Gouachetechnik und schuf Radierungen und Lithographien. Ab 1930 arbeitete er auch in Marmor und Bronze, wobei er sich von der Abbildhaftigkeit der Kunst löste und stattdessen organische Wachstumsformen bevorzugte, die zugleich völlig abstrakt sind. Zu seinen in Deutsch (als Hans Arp) oder Französisch (als Jean Arp) verfassten Gedichtbänden, die abstrakt-paradoxe sprachlich bildhafte Assoziationsketten präsentieren, gehören u. a. der vogel selbdritt (1920), Weißt du schwarzt du (1930), Mondsand (1960) und Sinnende Flammen (1960).
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