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Weimar

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Rathaus und Marktplatz in WeimarRathaus und Marktplatz in Weimar

Weimar, kreisfreie Stadt in Thüringen, an der Ilm gelegen. Grundlage der regionalen Wirtschaft ist die Herstellung von Textilien, Papier, Maschinen, Musikinstrumenten und elektrischen Geräten. Weimar ist Sitz mehrerer Hochschulen, darunter der Bauhaus-Universität.

Fast während des gesamten 18. Jahrhunderts und noch im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts war die Stadt als Zentrum der deutschen bzw. Weimarer Klassik bestimmend für das kulturelle Leben in Deutschland. Hier wirkten die Dichter Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried von Herder, Friedrich von Schiller und Christoph Martin Wieland. Die mittelalterliche Stadt mit ihren schmalen Gassen und alten Giebelhäusern ist reich an eindrucksvollen Bauwerken von hohem kulturhistorischen Rang. Bemerkenswert sind u. a. die Stadtkirche Sankt Peter und Paul (Herderkirche) aus dem 15. Jahrhundert mit einem Altargemälde von Lucas Cranach dem Älteren, das Rote Schloss (15. Jahrhundert) und das Grüne Schloss (16. Jahrhundert), in dem sich die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek befindet. Die 1691 gegründete Bibliothek verfügt über rund eine Million Bände, darunter zahlreiche Werke aus der Goethezeit. Bei einem Großbrand 2004 wurde das Gebäude stark beschädigt, rund 30 000 historisch wertvolle Bände – unter ihnen nahezu die gesamte weltberühmte Bibelsammlung – wurden dabei vernichtet. Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten wurde die Bibliothek 2007 wieder eröffnet. Eine weitere literaturwissenschaftliche Forschungsstätte in Weimar ist das Archiv des Philosophen Friedrich Nietzsche.

Das ehemalige Residenzschloss wurde 1789 bis 1803 erbaut. Die literarische Vergangenheit der Stadt dokumentieren das Goethehaus am Frauenplan, in dem sich heute das Goethe-Nationalmuseum befindet, das Gartenhaus des Dichters, in einem Park an der Ilm gelegen, sowie Schillers Wohnhaus an der Esplanade. Weitere erwähnenswerte Gebäude sind das Lucas-Cranach-Haus (1549) am Markt, das Liszthaus, in dem der Komponist von 1869 bis 1896 lebte, Eckermanns Haus und das ehemalige Fürstenhaus aus dem 18. Jahrhundert, in dem heute die Franz-Liszt-Hochschule untergebracht ist. Von 1708 bis 1716 war Johann Sebastian Bach Organist und Kammermusiker am Weimarer Hof. Im ehemaligen Hoftheater, heute Deutsches Nationaltheater, war der ungarische Pianist und Komponist Franz Liszt von 1848 bis 1859 Hofkapellmeister. Die Villa Silberblick beherbergt die Nietzsche-Gedenkstätte.

Erste Zeugnisse eines befestigten Ortes, der sich um eine Burg der Grafen von Weimar entwickelte, stammen aus dem 10. Jahrhundert. 1485 kam Weimar in den Besitz der ernestinischen Linie der Wettiner und wurde 1547 ihre Residenz. Nach dem 1. Weltkrieg tagte die deutsche Nationalversammlung 1919 im Nationaltheater und verabschiedete hier die Weimarer Verfassung (siehe auch Weimarer Republik). Weimar wurde 1920 Hauptstadt des neuen Landes Thüringen. 1937 errichteten die Nationalsozialisten in Buchenwald, in unmittelbarer Nähe der Stadt, eines der größten Konzentrationslager. Das Gelände ist heute als Gedenkstätte zugänglich.

Die Bauhausstätten wurden von der UNESCO 1996 zum Weltkulturerbe erklärt. 1998 wurden elf historische Bauten und Parkanlagen der thüringischen Stadt – darunter die Wohnhäuser Goethes und Schillers, die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek sowie mehrere Schlösser – als „Klassisches Weimar” ebenfalls in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. 1999 war Weimar Kulturhauptstadt Europas.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 64 500 (2005).

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