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  • Jansenismus – Wikipedia

    Der Jansenismus, benannt nach dem Bischof Cornelius Jansen (1585-1638), ist eine Bewegung in der katholischen Kirche des 17./18. Jahrhunderts, die sich auf die Gnadenlehre des ...

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    Der Jansenismus, benannt nach dem Bischof Cornelius Jansen (1585-1638), ist eine Reformbewegung in der katholischen Kirche des 17./18. Jahrhunderts, die sich auf die Gnadenlehre ...

  • www.evangelium.de: Jansenismus, Pascal, Quietismus im 17. Jh

    Wie nahm der christliche Glaube seinen Anfang? Was war das auslösende Moment? Wie kam es zu den ersten christlichen Gemeinden? Was haben sie gelehrt und geglaubt?

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Jansenismus

Enzyklopädieartikel

Jansenismus, religiös-sittliche Reformbewegung des nachtridentinischen Katholizismus in Frankreich im 17. und 18. Jahrhundert.

Der Name dieser Erneuerungsbewegung geht auf den flämischen Theologen und Bischof von Ypern, Cornelius Jansen, zurück, insbesondere auf seine an Augustinus angelehnte Gnadenlehre (1640 posthum veröffentlicht in dem Traktat Augustinus). Nach Jansen, der die bischöfliche Gewalt gegenüber der päpstlichen stärken wollte und eine strenge Moral forderte, ist der Mensch, um gute Werke zu vollbringen, auf Gottes Güte angewiesen. Gott habe es vorausbestimmt, wer auf immer verdammt sei und wer zur Erlösung gelange. Nur einigen wenigen sei diese letzte Gnade beschieden.

Jansens Prädestinationslehre ist vergleichbar mit dem Calvinismus: Protestantisches Gedankengut wurde mit der katholischen Lehre verknüpft. Die Jansenisten beharrten aber auf ihre Zugehörigkeit zur römisch-katholischen Kirche, die sie als alleinige wahre Kirche ansahen.

In Frankreich verbreitete Jean Du Vergier de Hauranne, bekannt als Abbé de Saint-Cyran, die Lehre Jansens. Die Übernahme der Jansenschen Ideen führten in Frankreich unter seinen Gläubigen zu besonders strenger Frömmigkeit und Moralauslegung. Damit bildete der Jansenismus eine Gegenbewegung zur Ethik und den prachtvollen Zeremonien der katholischen Kirche, insbesondere gegenüber den Jesuiten.

Seit 1640 war das Kloster von Port-Royal-des-Champs bei Paris ein spirituelles Zentrum der Jansenisten. Der Bewegung nahe stehende Adlige, Richter und Intellektuelle zogen sich zeitweilig hierher zurück. Von Beginn an wurden die Jansenisten sowohl von den Jesuiten als auch von der französischen Regierung bekämpft, die ihnen Verbindungen mit Oppositionsgruppen unterstellte.

1653 verurteilte der Papst fünf Aussagen zur Prädestination, die er angeblich aus jansenistischen Schriften entnommen hatte. Angeführt von dem Theologen und Philosophen Antoine Arnauld, einem Schützling von Saint-Cyran, und von dem Naturwissenschaftler und Religionsphilosophen Blaise Pascal bestritten die Jansenisten die Richtigkeit der Vorwürfe und griffen gleichzeitig die Jesuiten an. 1713 erschien auf Druck von König Ludwig XIV. die Bulle Unigenitus, welche 101 Punkte der Abhandlung eines anderen Jansenisten, Pasquier Quesnels, verurteilte. Bereits 1709 hatte der Monarch die Schließung und Zerstörung von Port-Royal angeordnet.

Im 18. Jahrhundert erhielt der Jansenismus insbesondere von Pariser Theologen starken Zuspruch. Hunderte von Klerikern weigerten sich, die Bulle Unigenitus anzuerkennen, und verlangten nach einem Konzil, das den Streitgegenstand unabhängig von Rom untersuchen sollte. Inzwischen hatte sich die Bewegung auch in anderen europäischen Ländern wie z. B. in Holland, Spanien, Italien und Österreich ausgebreitet.

Es gelang den Jansenisten, zusammen mit den Gallikanern eine Allianz zu bilden. Diese waren ebenfalls Gegner der Jesuiten und lehnten jede päpstliche Einmischung in innerfranzösische Angelegenheiten ab. Als königstreue Bischöfe den Jansenisten die ordnungsgemäße Bestattung verweigerten, verteidigten die Obersten Gerichtshöfe die Jansenisten. Um 1750 kam es darüber zu einer großen Auseinandersetzung zwischen Justizapparat und Regierung.

Ihren größten Triumph feierte die jansenistisch-gallikanische Fraktion ein gutes Jahrzehnt später, als die Jesuiten aus Frankreich vertrieben wurden. Doch auch die Jansenisten selbst verloren danach zunehmend an Bedeutung. Kleinere Gemeinden bildeten sich aber in den Niederlanden (Kirche von Utrecht) und die Ideen des Jansenismus wirkten in der altkatholischen Kirche weiter.

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