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Windows Live® Suchergebnisse RentierEnzyklopädieartikel
Rentier, in den subarktischen und arktischen Regionen Europas und Asiens heimische Hirschart. Rentiere sind robuste, kurzbeinige Tiere. Im Unterschied zu anderen Hirschen tragen beim Rentier beide Geschlechter Geweihe. Das Geweih des männlichen Hirsches ist lang, gegabelt und an den Spitzen leicht abgeflacht; das Geweih der Kuh ist kleiner und einfacher gebaut. Ihr bräunliches Fell ist im Sommer dunkler und im Winter heller gefärbt. Die langen Haare unter dem Hals sowie das Fell kurz über den Hufen und an der Schwanzbasis sind fast weiß. Rentiere erreichen Kopfrumpflängen von 1,2 bis 2,2 Metern, ihre Schulterhöhe beträgt 87 bis 140 Zentimeter. Sie können über 300 Kilogramm wiegen. Die Renkuh ist etwas kleiner als der männliche Hirsch. Die Tiere haben große, ausladende Hufe, die es ihnen ermöglichen, auf schneebedeckten Flächen zu wandern. Rentiere besiedeln Tundra, Taiga und subalpine Regionen. Sie leben von pflanzlicher Nahrung: von Gräsern, Blättern, Moosen und Rentierflechten, die sie mit ihrem Geweih und den Hufen vom Schnee befreien. Das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von ungefähr 288 Tagen nur ein Junges zur Welt, das etwa sechs Monate gesäugt wird. Rentiere können über zehn Jahre alt werden, Kühe erreichen durchschnittlich ein höheres Alter als Männchen. Nahrungsfeinde sind große Raubtiere. Die Bestände der norwegischen Rentiere gingen seit 1960 von 60 000 auf 30 000 zurück (New Scientist, 2003): Aufgrund der zunehmenden Bebauung versammeln sich die Rentiere in abgelegenen Gebieten, wo die Nahrung jedoch häufig nicht für alle ausreicht. Auch in Grönland, Kanada und Russland sind Rentiere gefährdet. Seit vielen Jahrhunderten werden Rentiere in ihrem natürlichen Lebensraum, der von Norwegen bis in das nördliche Asien reicht, domestiziert: Sie erhalten Geschirre und ziehen Schlitten über den Schnee. Rentiere sind nicht nur kräftige, schnelle und ausdauernde Tiere – sie werden auch wegen ihrer Milch, ihres Fleisches und Felles gehalten. Im Jahr 1887 wurden sie aus wirtschaftlichen Gründen in Alaska eingebürgert. Dort lebten sie sich so gut ein, dass man sie später auch in Labrador und im nördlichen Neufundland einführte. Die nordamerikanische Unterart des Rentiers wird Karibu genannt. Systematische Einordnung: Das Rentier gehört zur Familie Cervidae der Ordnung Artiodactyla. Seine wissenschaftliche Bezeichnung lautet Rangifer tarandus.
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