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Svalbard

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Zerrissener Gletscher auf SvalbardZerrissener Gletscher auf Svalbard

Svalbard, norwegischer Archipel im Nordpolarmeer, etwa 600 Kilometer nördlich der Nordspitze von Norwegen.

Die Inselgruppe umfasst alle Landmassen zwischen 74 und 81 Grad nördlicher Breite sowie zwischen 10 und 35 Grad östlicher Länge. Die Hauptinseln heißen Spitzbergen, Nordostland, Barentsinsel, Edgeinsel, König-Karl-Land, Prinz-Karl-Vorland und Bäreninsel und haben zusammen eine Fläche von rund 62 160 Quadratkilometern. Spitzbergen ist mit einer Fläche von etwa 39 045 Quadratkilometern die größte Insel. Svalbard ist aus präkambrischen bis tertiären Gesteinen aufgebaut, die von der kaledonischen Gebirgsbildung erfasst und im Tertiär erneut gefaltet wurden. Höchste Erhebung ist der 1 717 Meter hohe Newtontoppen im Nordosten von Spitzbergen. Die Küsten werden von meist tief ins Land hineinreichenden Fjorden gegliedert.

Unter dem Einfluss des warmen Westspitzbergenstroms ist das Klima an der Westküste der Hauptinsel milder als es der geographischen Breite entspricht. Im Juli werden hier mittlere Temperaturen um 6 °C erreicht, die Mittelwerte der Wintermonate liegen zwischen -8 und -15 °C. Die durchschnittlichen Jahresniederschläge sind mit rund 200 Millimetern gering. Weite Teile im Osten der Inselgruppe sind vergletschert. Für jeweils rund vier Monate im Jahr herrschen Polartag und Polarnacht. Die arktische Flora besteht aus zahlreichen Arten von Moosen, Flechten und Farnen. Es gibt jedoch keine Bäume und Sträucher, weite Flächen der Insel sind vollkommen vegetationslos. Die Fauna umfasst mehrere Dutzend Arten von Seevögeln, ferner u. a. Eisbären, Polarfüchse, Robben und Rentiere. Knapp die Hälfte der Gesamtfläche steht in Nationalparks, Naturreservaten und Vogelschutzgebieten unter Naturschutz. Haupteinnahmequelle der etwa 4 000 Einwohner ist der Kohlenbergbau. Die Inselgruppe ist touristisch kaum erschlossen.

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts gelangten Wikinger auf die Inselgruppe. 1596 wurden die Inseln von einer holländischen Expedition unter der Leitung von Willem Barents wieder entdeckt. Der Reichtum an Walen in den küstennahen Gewässern zog im 17. Jahrhundert Engländer und Niederländer an. Besiedelt wurde der Archipel jedoch erst, nachdem die Norweger in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts dort mit dem Kohlenbergbau begonnen hatten. 1920 wurde Norwegens Anspruch auf Svalbard offiziell anerkannt. Die Inseln dienten auch als Ausgangspunkt für mehrere Expeditionen zum Nordpol, die u. a. von Sir William Edward Parry (1827), von Fridtjof Nansen (1893) sowie von Roald Amundsen und Umberto Nobile im Jahr 1926 unternommen wurden. Im 2. Weltkrieg besetzten britische Truppen 1941 den Archipel. Der Flughafen des Hauptortes Longyearbyen wurde 1975 eröffnet.

Ny-Ålesund an der Westküste von Spitzbergen hat sich zu einem internationalen Zentrum der Arktisforschung entwickelt. 2005 wurde in dem Ort das nördlichste Meeresforschungslabor der Welt eröffnet, 2007 wurde ein Observatorium zur Erforschung von Polarlichtern in Betrieb genommen.

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