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Damaskus

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Damaskus (Dimashq), Hauptstadt Syriens, im Südwesten des Landes. Sie liegt am Barada, an den östlichen Ausläufern des Antilibanon. Der größte Teil der Stadt einschließlich der Altstadt befindet sich am Südufer des Barada. Die modernen Vororte breiten sich an dessen Nordufer aus.

Damaskus ist schon seit langer Zeit ein wichtiges Wirtschaftszentrum. Früher war die Stadt für Trockenfrüchte, Wein, Wolle, Leinen und Seide bekannt. Der „Damast”, ein Gewebe mit Jacquardmustern aus Baumwolle oder Chemiefasern, bekam seinen Namen von der Stadt. Berühmt war Damaskus auch für die Damaszener Klingen, die besonders hart und elastisch waren. Heute ist die Stadt Handelszentrum für Feigen, Mandeln und andere Früchte aus der umliegenden Region. In Damaskus werden Seidenstoffe, Lederwaren, filigrane Gold- und Silberwaren sowie Einlegearbeiten in Holz-, Kupfer- und Messingwaren hergestellt. Außerdem gibt es Nahrungsmittel-, Bekleidungs- und Druckindustrie.

Die Straßen der Stadt sind alle eng und verwinkelt. Die Wohnhäuser, deren äußerliches Erscheinungsbild sehr schlicht ist, sind innen meist prachtvoll verziert und eingerichtet. Die Fronten zur Straßenseite haben meist keine Fenster.

Die UNESCO hat die Altstadt von Damaskus als Weltkulturerbe ausgewiesen. Die Stadt hat über 200 Moscheen, von denen aber nur noch 70 benutzt werden. Die bedeutendste ist die Omaijaden-Moschee oder Große Moschee aus dem 8. Jahrhundert. Sie wurde an der Stelle eines römischen Jupitertempels erbaut. Weitere sehenswerte Moscheen sind die Sinani-yah mit ihrem eindrucksvollen grün gekachelten Minarett sowie die Tekkeyah, die 1516 als Zufluchtsort für arme Pilger errichtet wurde. Damaskus beheimatet die Nationalbibliothek, das Nationalmuseum und eine Universität, die 1923 gegründet wurde.

Die Stadt ist eine der ältesten permanent bewohnten Siedlungen der Erde. Nach ägyptischen Manuskripten aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. war Damaskus Hauptstadt eines Stadtstaates. In biblischer Zeit gehörte es zum Königreich Davids, dem König von Israel-Juda. Später führte Damaskus Krieg mit Israel. 732 v. Chr. wurde die Stadt von den Assyrern unter Tiglatpileser III. (745- 727 v. Chr.) erobert. 333- 332 v. Chr. unterstand sie Alexander dem Großen. Nach seinem Tod (323 v. Chr.) wurde die Stadt Teil des Seleukidenreiches. Pompejus der Große eroberte Damaskus 64 v. Chr. Im 4. Jahrhundert n. Chr. wurde die Stadt Bischofssitz. Sie wurde 635 von Arabern eingenommen und war bis 744 Residenzstadt der Kalifen. 1076 eroberten die Seldschuken Damaskus. 1154 fiel die Stadt an die Ägypter. Sie war Hauptquartier Saladins, des Sultans von Ägypten und Syrien während des Dritten Kreuzzuges. 1401 wurde Damaskus vom mongolischen Eroberer Timur-i Läng geplündert und niedergebrannt. Sie wurde jedoch sehr schnell wiederaufgebaut. 1516 verlor Ägypten die Stadt an das Osmanische Reich. Ibrahim Pasha gab sie 1832 an Ägypten zurück. 1841 ging sie als Teil Syriens wieder an das Osmanische Reich. Ein Aufstand der muslimischen Bevölkerung führte 1860 zur Zerstörung des christlichen Viertels und zu einem Massaker an zahlreichen Christen.

Im 1. Weltkrieg waren türkische und deutsche Truppen, die Militäraktionen gegen den Suezkanal planten, in Damaskus stationiert. 1918 wurde die Stadt von vereinten Truppen unter Feldmarschall Allenby und dem arabischen Führer und späteren König von Irak Faisal I. erobert. Faisal wollte Damaskus später zur Hauptstadt eines unabhängigen arabischen Staates machen. 1920 wurde Damaskus Hauptstadt des französischen Völkerbundmandats Syrien. Während der Drusenaufstände (1925-1927) gegen die französische Regierung wurden die Franzosen zweimal aus Damaskus vertrieben, allerdings eroberten sie die Stadt nach schweren Bombenangriffen beide Male zurück. Ein großer Teil der Stadt wurde während dieser Kämpfe zerstört. Seit 1946 ist Damaskus Hauptstadt des unabhängigen Syrien. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 2,23 Millionen (2003).

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