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ErdbebenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Geschichtliche Aufzeichnungen über Erdbeben sind bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts meist lückenhaft und unzuverlässig. Zu den frühesten Beben, für die zuverlässige Aufzeichnungen erhalten sind, gehört das Beben, das 425 v. Chr. vor der Küste von Griechenland auftrat und Euböa zu einer Insel machte. 17 n. Chr. zerstörte ein Beben die Stadt Ephesus in Kleinasien, 63 wurde ein Großteil von Pompeji zerstört, 476 von Rom, 557 von Konstantinopel (heute Istanbul) und nochmals 936. Im Mittelalter traten schwere Beben in England (1318), Neapel (1456) und Lissabon (1531) auf. Das Erdbeben von 1556 in der Provinz Shaanxi (Shensi) in China, bei dem etwa 800 000 Menschen den Tod fanden, war eine der größten Naturkatastrophen in der Geschichte der Menschheit. 1693 kostete ein Erdbeben auf Sizilien schätzungsweise 60 000 Menschen das Leben. Und im frühen 18. Jahrhundert wurde die Stadt Edo (an der Stelle des heutigen Tokyo) zerstört, etwa 200 000 Menschen verloren ihr Leben. 1755 verwüstete ein Beben die Stadt Lissabon, wobei etwa 60 000 Menschen umkamen. Die Erschütterung spürte man noch in England. Diese Katastrophe löste eine philosophische und literarische Debatte in der europäischen Aufklärung aus. Der französische Schriftsteller Voltaire ließ sich von diesem Ereignis in seinem Roman Candide anregen. Quito, die heutige Hauptstadt von Ecuador, wurde 1797 durch ein Erdbeben erschüttert, bei dem über 40 000 Menschen starben. Zu den schwersten und verheerendsten Erdbeben des 20. Jahrhunderts gehörten die Beben vom 28. Dezember 1908 in Messina auf Sizilien mit 70 000 bis 100 000 Toten, vom 16. Dezember 1920 in Kansu in China mit 100 000 bis 200 000 Toten, vom 1. September 1923 bei Tokyo mit 100 000 bis 200 000 Toten, vom 22. Mai 1927 bei Xining in China mit schätzungsweise 200 000 Opfern, vom 31. Mai 1970 in Peru mit etwa 70 000 Toten. Die meisten Opfer forderte im 20. Jahrhundert das Erdbeben von Tangshan in China am 27. Juli 1976 mit 200 000, möglicherweise sogar mehr als 600 000 Toten. Die bislang folgenschwersten Erdbeben des 21. Jahrhunderts ereigneten sich in Asien. Im Südosten des Iran starben bei den heftigen Erdstößen am 26. Dezember 2003 rund 35 000 Menschen. Genau ein Jahr später löste ein Seebeben im Indischen Ozean einen verheerenden Tsunami aus; bei dieser Naturkatastrophe kamen mehr als 270 000 Menschen ums Leben. Das Erdbeben vom 8. Oktober 2005 im pakistanischen Teil von Kaschmir forderte etwa 80 000 Opfer, und bei den Erdstößen am 12. Mai in der chinesischen Provinz Sichuan starben mehr als 70 000 Menschen.
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