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Lombardei

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Lombardei: BildergalerieLombardei: Bildergalerie

Lombardei, Region im Norden von Italien, die folgende Provinzen umfasst: Bergamo, Brescia, Como, Cremona, Mantua, Mailand, Pavia, Sondrio und Varese.

Im Norden grenzt die Lombardei an die Schweiz, im Nordosten an die Region Trentino-Südtirol, im Südosten an Venetien, im Westen an Piemont und im Süden an die Emilia-Romagna. Einen Großteil der Südgrenze bildet der Po, ein Teil der Westgrenze verläuft durch den Gardasee, die Nordwestgrenze durch den Lago Maggiore und anschließend entlang dem Fluss Ticino. Die Lombardei umfasst eine Fläche von 23 861 Quadratkilometern und weist eine Einwohnerzahl von etwa 9,55 Millionen auf (2007). Die Hauptstadt der Region ist Mailand; weitere größere Städte sind Como (am Südende des Comer Sees), Pavia (südlich von Mailand), Bergamo und Brescia (beide zwischen Lago Maggiore und Gardasee), Mantova (am Ostrand der Provinz) und Cremona (am Po).

Im Norden reicht die Lombardei bis weit in die Alpen hinein. Daran schließt nach Süden das norditalienische Seengebiet an; die bekanntesten Seen sind Comer See, Lago Maggiore, Iseosee und Gardasee. Diese Seen sind wegen ihres milden Klimas und der schönen Villen und Gärten aus der Renaissancezeit bekannt; sie ziehen jedes Jahr zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland an. Der Süden der Region liegt in der weiten, von zahllosen Kanälen durchzogenen Poebene.

Die Lombardei ist eine der wichtigsten und am dichtesten besiedelten Wirtschaftsregionen Italiens. Von Bedeutung sind Landwirtschaft – mit intensivem Getreideanbau besonders in der Poebene sowie Obstanbau, Milchwirtschaft und Viehzucht – und die Herstellung von Textilien, insbesondere von Seidenstoffen. Daneben spielen Eisen- und Stahlindustrie, Fahrzeugbau, Chemieproduktion und Bekleidungsindustrie ebenfalls eine wichtige Rolle. Größtes Industrie- und Handelszentrum der Lombardei ist Mailand. Mit ein Grund für die Konzentration verschiedenster Industriezweige war die billige Stromerzeugung vor Ort durch den Einsatz von Wasserkraftwerken.

Im 3. Jahrhundert v. Chr. gehörte die heutige Region zum Römischen Reich. Nach dessen Untergang fiel sie vorübergehend u. a. an die Ostgoten; im 6. Jahrhundert wurde die Lombardei von dem aus dem Norden einfallenden Germanenstamm der Langobarden erobert, nach denen sie auch benannt ist. Sie herrschten bis zum Jahr 774, als das Langobardenreich durch die Franken vernichtet wurde, die ihr Reich bis nach Italien ausdehnten. Zur Zeit des Heiligen Römischen Reiches erlangten einzelne Städte zunehmende Bedeutung und entwickelten sich zu mächtigen Stadtstaaten und teilweise zu selbständigen Herzogtümern, wie beispielsweise Mailand. Diese Herzogtümer fielen im 15. bis 18. Jahrhundert unter die aufeinander folgenden Herrschaften Venedigs, Spaniens, Österreichs und Frankreichs (siehe Italien: Geschichte). 1815 erfolgte der Zusammenschluss der Lombardei mit Venetien zu einem gemeinsamen Königreich und 1861 fiel der lombardische Teil nach dem Italienischen Krieg gegen Österreich an das Königreich Piemont-Sardinien.

Wie in anderen Regionen Italiens gibt es auch in der Lombardei einige als Sacri Monti (heilige Berge) bezeichnete Hügel. Die auf ihnen errichteten Kapellen sind wichtige Pilgerziele. Einige Sacri Monti der Lombardei und der Region Piemont wurden 2003 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

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