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Windows Live® Suchergebnisse WespenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Wespen, Bezeichnung für annähernd 25 000 Insektenarten aus der Ordnung der Hautflügler; ihre Lebensstadien sind durch eine charakteristische Metamorphose voneinander getrennt. Die erwachsenen Tiere weisen zwischen dem ersten und dem zweiten Hinterleibssegment eine schmale Taille auf. Rund 16 000 Wespenarten leben parasitisch und ernähren sich von den Körpern oder Eiern anderer Insekten oder von Spinnen.
Es gibt viele verschiedene Formen von Wespen mit beträchtlichen Unterschieden in Körperbau und Lebensweise. Man kann die Arten in soziale und solitäre Wespen unterteilen. Zu ersteren gehören Hornissen, Faltenwespen und die großen mahagonifarbenen Papierwespen. Sie leben in Gemeinschaften, die aus Männchen, Weibchen und unfruchtbaren Arbeiterinnen bestehen. Die solitären (nicht Staaten bildenden) Wespen, zu denen Lehmwespen und Grabwespen gehören, bringen keine Arbeiterinnen hervor und bauen Einzelnester. US-amerikanische Entomologen berichteten 1998 in der Zeitschrift Nature, sie hätten beobachtet, dass Wespenweibchen im Herbst Männchen kopfüber in leere Waben einsperrten, um diese daran zu hindern, das für Larven herangeschaffte Futter zu fressen. Im Herbst haben die Männchen ihre Fortpflanzungsaufgabe erfüllt und sind für den Staat nutzlos geworden. Einige der parasitischen Wespen sind so klein, dass sich mehrere in einem kleinen Insektenei entwickeln können. Andere Arten erreichen ein Körperlänge von rund fünf Zentimetern. Weibchen und Arbeiterinnen besitzen einen Stachel, mit dem sie Beutetiere oder Eindringlinge angreifen. Das Gift der Wespen enthält Histamin und einen Faktor, der rote Blutzellen auflöst. Für empfindliche Menschen kann ein Wespenstich tödlich sein. Eine Desensibilisierung lässt sich durch Injektion von Antigenen erreichen. Siehe Allergien. Zwar leben erwachsene Wespen größtenteils räuberisch, doch manche fressen auch pflanzliche Materialien, etwa überreife Früchte. Wespenlarven werden in der Regel ausschließlich mit anderen Insekten oder deren Überresten gefüttert. Mehreren Arten kommt wirtschaftliche Bedeutung zu, weil sie zu den Bestäubern kommerziell genutzter Pflanzen gehören und weil manche Arten schädliche Raupen erbeuten. Eine in Afrika beheimatete Art ernährt sich von den Eiern eines Nashornkäfers, der in Regionen, in denen Kokospalmen angepflanzt werden, erhebliche Schäden verursacht. Viele parasitische Formen, die ihre Eier in den Körper oder die Eier ihres Wirtes legen, sind zur Bekämpfung mancher Schädlinge wie Blattläuse und Apfelwickler von Nutzen.
Soziale Wespen bauen papierartige Nester aus zerkauten Fasern. Die Nester der Faltenwespen und Hornissen bestehen aus mehreren Zellschichten, die in einer kugelförmigen äußeren Hülle eingeschlossen sind. Papierwespen bauen offene, flache Nester aus einer einzigen Wabe. Begonnen wird das Nest von der Wespenkönigin, die als einzige den Winter überlebt. Aus den ersten Eiern gehen Arbeiterinnen hervor, die den Nestbau fortsetzen und größtenteils auch die Brutpflege übernehmen. Ein Papierwespennest kann während einer Saison bis zu einem Durchmesser von 20 Zentimetern anwachsen und mehrere hundert Wespen beherbergen. In einer Faltenwespengemeinschaft können mehrere tausend Individuen leben. Die Brutgewohnheiten der solitären Wespen weichen davon extrem ab. Lehmwespen bauen an den Zweigen von Bäumen vasenartige Zellen aus Lehm. Mörtelgrabwespen errichten an geschützten Stellen Zellen aus Schlamm, und andere Grabwespen graben im Boden und bisweilen auch in faulendem Holz. Solitäre Wespen versehen die Zellen im Allgemeinen mit Spinnen, Raupen oder Fliegen, die sie in ihr Nervenzentrum gestochen und somit hilflos gemacht haben. Auf diese Weise sind die jungen Wespen mit frischer Nahrung versorgt. Um den Eingang ihres Baues zu verschließen, klopfen Grabwespen die Erde mit kleinen Steinchen fest – eine Form des Werkzeuggebrauchs bei Insekten.
Wespen gehören zu verschiedenen Familien der Ordnung Hymenoptera.
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