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Steroide

Enzyklopädieartikel

Steroide, umfangreiche Klasse fettlöslicher, sterinähnlicher Naturstoffe, die sowohl im Tier- als auch im Pflanzenreich weit verbreitet sind. Sie bestehen aus einem kohlenstoffhaltigen Ringsystem, mit dem zahlreiche Substituenten verknüpft sein können und werden zu den Lipiden gezählt.

Zu den Steroiden gehören u. a. Sterine (Alkohole), Gallensäuren, viele wichtige Hormone, einige als Drogen und Gifte bekannte Alkaloide sowie Vitamin-D-Derivate. Diese Derivate werden beim Menschen durch die Einwirkung von Ultraviolettstrahlung zu Vitamin D umgewandelt. Steroidhormone sind z. B. die Adrenocorticosteroide Hydrocortison, Cortison, Aldosteron und Progesteron, die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron sowie die Substanzen Digitoxigenin und Digoxin, welche die Herztätigkeit anregen. Cholesterin, das bei entsprechender Veranlagung durch Ablagerung an den Arterienwänden zu Arteriosklerose führen kann, zählt zu den bedeutendsten Sterinen in tierischen Organismen. Synthetische Steroide sind pharmakologisch als Kontrazeptiva (Verhütungsmittel, die den Eisprung verhindern) von Bedeutung. Die in der Medizin am häufigsten verwendeten Steroide sind Cortison und zahlreiche synthetische Cortisonderivate. Sie werden bei verschiedenen Hauterkrankungen, rheumatischer Arthritis, Asthma, Allergien, einer Reihe von Augenkrankheiten, Niereninsuffizienz und Funktionsstörungen der Nebennierenrinde verschrieben.

Weitere synthetische Steroide sind Anabolika, die stimulierend auf die Proteinsynthese wirken und zum Aufbau von Muskelgewebe verabreicht werden. Sie stellen Derivate des männlichen Geschlechtshormons Testosteron dar und wurden ursprünglich zur Behandlung von Krebspatienten entwickelt. Heute werden Anabolika bei Hochleistungssportlern angewendet (Doping). Das Gesundheitsrisiko ist dabei sehr groß, da diese Steroide schwere physiologische und psychologische Nebenwirkungen haben. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat 1974 den Gebrauch von Anabolika verboten, nachdem durch die Einführung eines Gaschromatographietestes der Nachweis dieser Stoffe im Harn ermöglicht wurde. Zahlreiche Athleten sind bereits aufgrund der Testergebnisse von Wettkämpfen disqualifiziert worden.

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