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Windows Live® Suchergebnisse Britisch-Amerikanischer Krieg von 1812Enzyklopädieartikel
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Britisch-Amerikanischer Krieg von 1812, militärischer Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien, der von 1812 bis 1815 andauerte. Der Krieg, der wegen der Seerechte neutraler Staaten ausgetragen wurde, endete ergebnislos.
Während der französischen Revolutionskriege und der Napoleonischen Kriege zwischen Frankreich und Großbritannien (1793-1815) verletzten beide Kriegsparteien die Seerechte neutraler Mächte. Davon waren insbesondere die Vereinigten Staaten betroffen, die sich bemühten, mit eigenen Erzeugnissen die internationalen Märkte zu erobern. Um Großbritanniens Vormachtstellung als Seemacht zu bewahren, rekrutierten Offiziere der Royal Navy Tausende von Seeleuten von US-Schiffen, darunter auch gebürtige Briten amerikanischer Staatsbürgerschaft. Die Vereinigten Staaten widersetzten sich den von den Briten auf hoher See praktizierten Zwangsverpflichtungen. Die Beziehungen zwischen den beiden Nationen erreichten 1807 einen kritischen Punkt, als die britische Fregatte Leopard in amerikanischen Hoheitsgewässern das Feuer auf die USS Chesapeake eröffnete, vier Mannschaftsmitglieder gefangen nahm und später hinrichten ließ. Im Zuge der Napoleonischen Kriege ließ Großbritannien die Küstenlinien des napoleonischen Reiches blockieren und beschlagnahmte alle Schiffe mit Ziel Europa, die nicht zuerst einen britischen Hafen anliefen. Unter Bezug auf die Dekrete von Berlin und Mailand, die den Handel mit Großbritannien verboten, reagierte Napoleon mit einer ähnlichen Blockade und beschlagnahmte in verschiedenen europäischen Häfen die Schiffe, die zuerst einen britischen Hafen angelaufen hatten. Zwischen 1803 und 1812 waren dabei annähernd 1 500 amerikanische Schiffe beschlagnahmt worden (siehe Kontinentalsperre). Um ihre Neutralitätsrechte zu verteidigen, leiteten die Vereinigten Staaten zunächst wirtschaftspolitische Maßnahmen ein. Auf Drängen von Präsident Thomas Jefferson verabschiedete der Kongress den Embargo Act von 1807, der praktisch allen US-Schiffen das Auslaufen verbot. Weitere Zwangsmaßnahmen aus den Jahren 1808 bis 1809 verboten den Handel auf dem Landweg mit britischen und spanischen Besitzungen in Kanada und Florida. Da diese Bestimmungen der US-Wirtschaft ernsthaft schadeten und keine Änderung der Politik der Kriegsparteien bewirken konnten, wurden sie 1809 durch den Non Intercourse Act ersetzt, der den Handel mit Frankreich und Großbritannien verbot. 1810 wurden die Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und allen anderen Nationen wieder aufgenommen, jedoch unter der Bedingung, dass ein erneutes Embargo über die Staaten verhängt werden würde, die sich nicht an die Wahrung der Rechte der neutralen Staaten hielten. Im August kündigte Napoleon die Aufhebung der Dekrete von Berlin und Mailand unter der Voraussetzung an, dass die Vereinigten Staaten auch Großbritannien zwingen würden, die Rechte neutraler Staaten zu achten. Obwohl Napoleon weiterhin amerikanische Schiffe in französischen Häfen beschlagnahmen ließ, akzeptierte Präsident James Madison diese Erklärung. Im November 1810 erneuerte er das Handelsembargo gegenüber Großbritannien und verlangte von der britischen Regierung die Aufhebung der Regierungserlasse als Voraussetzung für eine Wiederaufnahme des englisch-amerikanischen Handels. Nachdem Großbritannien die Zustimmung verweigerte, trat 1811 der amerikanische Kongress zusammen, um über den Kriegsfall zu beraten. Ein Militärbündnis Großbritanniens mit den Shawnee unter Tecumseh erhöhte die Spannung. Nach monatelangen Debatten erklärte der amerikanische Kongress am 18. Juni 1812 Großbritannien den Krieg.
Zusammen mit den verbündeten Indianern des Nordwestens eroberten die britischen Truppen unter General Isaac Brock Detroit, gleichzeitig wurden auf der Niagara-Halbinsel zwei amerikanische Armeen besiegt. 1813 eroberten amerikanische Streitkräfte Detroit zurück, nachdem die britische Flotte während der Schlacht vom Eriesee gefangen genommen und damit der Sieg über die vereinten Armeen der Briten und Indianer in der Thames-Schlacht im Oktober ermöglicht worden war. Im Osten hatte eine amerikanische Armee im Mai York (heute Toronto) erobert, doch das Scheitern der folgenden Feldzüge gegen Kingston und Montreal verhinderte, dass die Vereinigten Staaten ihren Einfluss weiter nach Kanada ausdehnten. Im Herbst 1813 weitete sich der Krieg an der Südwestgrenze zu einem Konflikt mit den Creek aus, die von den Streitkräften unter Andrew Jackson in der Schlacht von Horseshoe Bend (März 1814) besiegt wurden. Die britische Royal Navy hatte einen Großteil der Ostküste blockiert und so den Handel mit anderen Nationen unmöglich gemacht. Gefechte zwischen einzelnen Schiffen endeten zu Ungunsten der Amerikaner. Im Juli 1814 kämpften amerikanische Streitkräfte unter Jacob Brown und Winfield Scott bei Chippewa und Lundy’s Lane gegen britische Truppen. Napoleons Niederlage in Europa erlaubte es den Briten jedoch, mehr Truppen nach Nordamerika zu schicken. Der Sieg der US-Marine am Champlainsee im September 1814 zwang die britischen Invasoren, sich aus Kanada zurückzuziehen. Im August hatten weitere britische Truppenverbände Washington D.C. erobert und niedergebrannt und auch den Nordosten Maines besetzt. Die britischen Streitkräfte scheiterten jedoch bei dem Versuch, Baltimore (Maryland) einzunehmen.
Im Juli 1814 fanden die ersten Friedensverhandlungen statt. Beide Seiten begannen die Verhandlungen mit unrealistischen Forderungen. Die Vereinigten Staaten verlangten das Ende der britischen Seeblockade und die Abtretung kanadischer Territorien. Großbritannien bestand auf einem neutralen indianischen Pufferstaat im Northwest Territory und wünschte die Revision sowohl der amerikanisch-kanadischen Grenze als auch des 1783 geschlossenen Friedens von Paris, der die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten anerkannt hatte. In einem am 14. Dezember 1814 im belgischen Gent unterzeichneten Vertrag einigten sich die widerstreitenden Parteien, zum Status quo aus der Vorkriegszeit zurückzukehren. Der Vertrag wurde vier Tage später von Großbritannien und am 16. Februar 1815 vom US-Senat ratifiziert. Zwischen diesen beiden Daten (am 8. Januar) fand eine letzte Schlacht statt, als eine britische Armee in Unkenntnis des Vertrags in der Mississippimündung landete und von den Streitkräften unter Andrew Jackson in der Nähe von New Orleans besiegt wurde. Im Frieden von Gent konnten die Seerechte der Vereinigten Staaten zwar vertraglich nicht endgültig gesichert werden, waren jedoch im Jahrhundert des Friedens in Europa, von 1815 bis zum 1. Weltkrieg, nie ernsthaft bedroht.
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