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Saint LuciaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Hauptstütze der Wirtschaft Saint Lucias ist neben dem Tourismus, der wichtigsten Devisenquelle, vor allem der Export von Agrarerzeugnissen (z. B. Bananen, Kopra und Südfrüchte). Die Ernteerträge unterliegen jedoch wetterbedingt starken Schwankungen. Im Oktober 2002 verwüstete ein Hurrikan etwa die Hälfte der gesamten Anbaufläche. Um die starke Abhängigkeit der Ökonomie des Inselstaates von der Landwirtschaft zu lösen, wurden Programme zur Entwicklung der Industrie gestartet. Die Industrie produziert beispielsweise Textilien, Kunststoffe, Industriegase sowie elektronische Geräte. Der Karibikstaat fördert seit Ende der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts den Tourismus. Es entstand eine Infrastruktur mit guten Verbindungswegen und Hotels der gehobenen Klassen. Das gut ausgebaute Straßennetz der Insel ist 1 210 Kilometer lang. Außerdem verfügt Saint Lucia über zwei Flughäfen. Dennoch blieben weite Bereiche mit unberührter Natur (u. a. tropische Wälder, Sandstrände, Tauchparadiese) erhalten. Der Inselstaat wird jährlich von mehr als 250 000 Gästen aus dem Ausland besucht. Die nationale Währung ist der Ostkaribische Dollar zu 100 Cents. 2006 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei 899 Millionen US-Dollar, was einem Pro-Kopf-Einkommen von 5 416,30 US-Dollar entspricht.
Saint Lucia wurde wahrscheinlich um 1500 erstmals von Europäern betreten. Die erste dauerhafte Kolonie gründeten die Franzosen 1635 nach der Unterzeichnung eines Vertrags mit den Kariben (1660). Zwischen 1663 und 1667 befand sich die Insel in englischem Besitz. Bevor sie 1814 endgültig an die englische Krone fiel, wechselten sich England und Frankreich in der Vorherrschaft noch mehrere Male ab. Die Kronkolonie trat 1838 dem Verband der Inseln über dem Winde bei. 1924 wurde zum ersten Mal eine parlamentarische Regierung gebildet. Von 1958 bis 1962 war Saint Lucia Mitglied der Westindischen Föderation. 1967 wurde die Insel ein selbstverwaltetes Mitglied der Westindischen Assoziierten Staaten, und am 22. Februar 1979 erlangte sie die Unabhängigkeit innerhalb des Commonwealth. 1992 gewann der in Castries geborene Dichter Derek Walcott den Nobelpreis für Literatur. Bei den Parlamentswahlen vom Mai 1997 und Dezember 2001 erreichte die Labour Party (LP) die absolute Mehrheit; seit 1997 stellt sie mit Kenny Anthony den Regierungschef.
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