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Windows Live® Suchergebnisse Sekretariat der Vereinten NationenEnzyklopädieartikel
Sekretariat der Vereinten Nationen, eines der Hauptorgane der Vereinten Nationen (UN), an dessen Spitze der Generalsekretär steht. Das Sekretariat ist das Verwaltungsorgan der Vereinten Nationen und hat eine Fülle unterschiedlichster Aufgaben: von weitgehend administrativen wie der Organisation von Konferenzen und der Abwicklung von Friedenseinsätzen über die Erarbeitung von Studien zu Problemen von weltweitem Interesse bis zur Vermittlung in internationalen Konflikten. Zudem unterstützt das Sekretariat die anderen Organe der Vereinten Nationen und hat für die Umsetzung ihrer Beschlüsse Sorge zu tragen. Das gesamte Sekretariat einschließlich des Generalsekretärs ist unabhängig und ausschließlich den Vereinten Nationen verantwortlich und darf „von einer Regierung oder von einer Autorität außerhalb der Organisation Weisungen weder erbitten noch entgegennehmen” (Artikel 100 der UN-Charta). Das Sekretariat hat etwa 7 500 Mitarbeiter, die aus nahezu allen UN-Mitgliedsländern stammen; sein Hauptsitz ist New York, daneben bestehen wichtige Niederlassungen u. a. in Genf, Nairobi und Wien sowie zahlreiche Büros weltweit. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen ist der höchste Verwaltungsbeamte der Organisation. Er wird für eine Amtszeit von fünf Jahren von der Generalversammlung auf Empfehlung des Sicherheitsrates gewählt (Wiederwahl möglich). Neben vorwiegend administrativen Tätigkeiten wie Ernennung des Personals, Aufstellen des Haushaltsplanes, Berichterstattung über die Arbeit der Vereinten Nationen etc. nimmt er an allen Sitzungen der UN-Hauptorgane teil und „nimmt alle sonstigen ihm von diesen Organen zugewiesenen Aufgaben wahr” (Artikel 98), d. h., er hat nach Weisung der UN-Organe tätig zu werden, etwa vom Sicherheitsrat beschlossene Friedensmissionen durchzuführen oder Konzepte für die Überwindung von Krisensituationen zu erarbeiten. Andererseits kann der Generalsekretär auch von sich aus tätig werden und „die Aufmerksamkeit des Sicherheitsrates auf jede Angelegenheit lenken, die nach seinem Dafürhalten geeignet ist, die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit zu gefährden” (Artikel 99). Diese eher vage formulierte Bestimmung überträgt dem Generalsekretär – außer der Mitverantwortung für Frieden und Sicherheit – einen großen Ermessens- und Handlungsspielraum, den jeder Inhaber des Amtes je nach seiner moralischen und politischen Autorität, dem Vertrauen, das er bei den Mitgliedsländern genießt, aber auch je nach den internationalen Kräfteverhältnissen unterschiedlich ausschöpfen kann. Unterstützt wird der Generalsekretär von zahlreichen länder- und themenbezogenen Repräsentanten sowie seit 1998 von einem stellvertretenden Generalsekretär. Der erste Generalsekretär war Trygve Lie (1946-1952) aus Norwegen. Er trat 1952, kurz zuvor erst für eine zweite Amtszeit wiedergewählt, zurück, da ihn am Ende die Sowjetunion de facto nicht mehr anerkannte. Seinen Nachfolger Dag Hammarskjöld (1953-1961) aus Schweden hieß er „zum unmöglichsten Job der Welt” willkommen. Auch Hammarskjöld wurde von der Sowjetunion scharf angegriffen, und zwar wegen der UN-Intervention in der Kongokrise 1960/61. Er starb 1961 bei einem Flugzeugabsturz im Kongo. Es folgte U Thant (1961-1971) aus Birma, der sich als Vermittler in verschiedenen Konflikten zwar großes Ansehen erwerben, die Rolle der Vereinten Nationen im Spannungsfeld des Ost-West-Konflikts aber nicht stärken konnte. Auch Kurt Waldheim (1972-1981) aus Österreich konnte trotz des Fortbestehens des Antagonismus zwischen den Großmächten einige Vermittlungserfolge vorweisen, jedoch stagnierten unter seiner Führung die Vereinten Nationen in vielerlei Hinsicht. Seine Bewerbung um eine dritte Amtszeit scheiterte 1981 am Veto Chinas. Unter Javier Pérez de Cuéllar (1982-1991) hatten die Vereinten Nationen mit großen Finanzproblemen zu kämpfen, da einige Länder aus Ablehnung bestimmter Aktionen ihre Beiträge zurückhielten, erlebten aber auch mit dem Ende des Ost-West-Konflikts eine Stärkung ihrer Rolle. Boutros Boutros-Ghali (1992-1996) aus Ägypten war der bisher einzige Generalsekretär, der nur eine Amtszeit lang diente; die Vetomacht USA hatte deutlichen Widerspruch gegen eine neuerliche Kandidatur Boutros-Ghalis eingelegt. Während seiner Amtszeit wurde – bei anhaltenden Finanzproblemen – die nun einsetzende Überforderung der Organisation deutlich: Hatten bisher die beiden Großmächte eine wichtige Rolle bei der Friedenssicherung gespielt, so wurden nun, nach dem Ende des Kalten Krieges, alle Konflikte zur Lösung den Vereinten Nationen zugewiesen. Kofi Annan (1997-2006) aus Ghana wurde 2001 zusammen mit der gesamten Organisation mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet – ein Beweis für die erfolgreiche Arbeit in Sachen Friedenssicherung und Konfliktverhütung unter Annans Führung, wenngleich viele von Annans Initiativen am Widerstand der Vetomächte scheiterten oder erheblich reduziert wurden. Annan leitete eine Reform des Verwaltungsapparates der Vereinten Nationen ein; gegen weiterreichende Reformprojekte sperrten sich jedoch einige der etablierten UN-Mächte. Mit Ban Ki-moon aus Südkorea übernahm 2007 wieder ein Asiate das Amt des Generalsekretärs.
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