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Iranische Kunst und Architektur

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Relief am Dareios-PalastRelief am Dareios-Palast
Artikelgliederung
1

Einleitung

Iranische Kunst und Architektur, die bildende Kunst und Architektur Irans, teilweise über die heutigen Grenzen des Landes hinausgehend. Der Begriff „persisch” wird für die prähistorische Zeit und die Epochen der alten Reiche vor der Islamisierung verwendet, der Begriff „iranisch” für die Zeit nach der Islamisierung Persiens.

2

Die antike Epoche

Die wichtigsten Kunsterzeugnisse der prähistorischen Zeit waren Keramikgefäße und Tonfiguren, auch Wandmalereien sind erhalten. Während der ersten beiden Persischen Reiche (6. Jahrhundert v. Chr. bis 7. Jahrhundert n. Chr.) waren Plastik und Architektur bedeutend, letztere erlebte ihre Blütezeit dann in islamischer Zeit.

2.1

Architektur

Zu den frühesten Beispielen der persischen Architektur gehören kleine Häuser aus Lehm und Ziegeln, die in jungsteinzeitlichen Siedlungen im westlichen Iran gefunden wurden. Diese Siedlungen zeigen, dass sich entlang der Westgrenze des Landes schon 6000 v. Chr. kleine Dörfer bildeten, die aus Häusern mit einem Wohnraum und Lagergebäuden bestanden. Ausgrabungen in der Nähe von Persepolis und Kerman beweisen, dass um 4000 v. Chr. Gebäude mit mehreren Räumen sich zu größeren, stadtähnlichen Ansiedlungen gruppierten. Die Gebäude zeigen, dass die traditionellen Bautechniken mit Lehm und sonnengetrockneten Ziegeln schon damals entwickelt waren. Bei Seistan hat man einen Palast aus der Bronzezeit (um 2500 v. Chr.) ausgegraben. Die Lage der Ruinen dokumentiert das stetige Wachsen eines wichtigen städtischen Wirtschaftszentrums.

Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. verbreiteten sich iranische Stämme, u. a. die Meder und die Perser, über die Hochebene und vertrieben die dort lebenden Einwohner. Die Architektur und das Kunsthandwerk dieses Eisenzeitalters, das der Gründung des Persischen Reiches durch Kyros den Großen unmittelbar voranging, kamen durch Ausgrabungen in der Nähe von Kangavar und Hamadan ans Tageslicht. An diesen Plätzen offenbarte sich zum ersten Mal eine Bautradition, in der große Säulenhallen das charakteristische Kennzeichen waren. Die Säulen bestanden aus einem hölzernen Schaft, der auf Steinplatten gelagert war, während die Gebäude aus Natursteinen oder einer Backsteinkonstruktion bestanden. Treppen und Terrassen bildeten die Vorbilder für spätere Entwicklungen in der imperialen Architektur von Pasargadae und Persepolis. Die Bauten in Janik Tepe sind die ersten Gebäude der Meder. Diese Entdeckungen bestätigen die Beschreibungen von Schlachten und Palästen des griechischen Historikers Herodot.

2.1. 1

Achaimenidische Epoche

Die erste Entwicklung der alten persischen Architektur fand unter der Herrschaft der achaimenidischen Dynastie statt, die von etwa 550 bis 330 v. Chr. herrschte. Es gibt zahlreiche Überreste aus der achaimenidischen Architektur, die frühesten sind die Ruinen in Pasargadae, der Hauptstadt Kyros des Großen. Hier befinden sich zwei Paläste, ein heiliger eingefriedeter Bereich, eine Zitadelle, ein Turm und das Grab von Kyros. Die Paläste standen in ummauerten Gärten und enthielten zentrale Säulenhallen, deren größte 37 Meter lang war. Die Proportionen der Haupträume variierten von quadratisch bis rechteckig; alle wurden von hoch liegenden Fenstern erhellt. Die Wände bestanden aus Lehmziegeln, die Fundamente, Portale, Säulen und Postamentwürfel aus Stein. Die Säulen wurden oben von Steinblöcken abgeschlossen, deren Kapitelle mit Tiergestalten verziert waren, die Rücken an Rücken standen. Die Dächer waren flach und wahrscheinlich aus Holz. Heilige Bezirke waren von Mauern eingefriedet und bargen Altäre. Der Turm war ein großes, rechteckiges Gebäude aus gelbem Kalkstein; schwarzer Kalkstein wurde für die Portale und Blendfenster verwendet. Das Grab von Kyros war ein kleines, giebeliges Steingebäude auf einer abgestuften Plattform. Die umgebenden Säulen wurden erst in neuerer islamischer Zeit errichtet.

Dareios I. baute in Persepolis eine neue Hauptstadt, die von Xerxes I. und Artaxerxes I. erweitert wurde. Drei große Terrassen wurden aus dem felsigen Platz gehauen und eingeebnet, worauf dann ein Gebäude aus Ziegeln und Stein errichtet wurde. Die Säulenhallen der Gebäude in Persepolis waren rechteckig, die Wände waren von Fenstern und fensterartigen steinernen Nischen durchbrochen und man benutzte keine der steinernen Postamentwürfel. Die Portale trugen ein Viertelstabgesims mit einem Blumenblattmotiv, das wahrscheinlich ägyptischen Ursprungs war. Die Säulenschäfte waren gerillt, die Postamente und Kapitelle waren mit Blumen verziert und der Säulenabschluss nahm die Form von geflügelten Stieren an. Die Gebäude hatten Decken aus Zedernholz, die von schweren Balken getragen wurden, die auf den Säulen auflagen.

Weitere Überreste der achaimenidischen Architektur existieren in Susa, wo Dareios I. einen großen Palast baute. Die Architektur unter den Achaimeniden umfasste auch Grabmäler, die in festen Felsen gehauen wurden, wofür die besten Beispiele die Gräber in Shah Rostam in der Nähe von Persepolis sind.

Nach der Eroberung Persiens durch Alexander den Großen 331 v. Chr. und der Machtergreifung durch die Seleukiden-Dynastie entwickelte sich die persische Architektur entsprechend griechischen Stilvorgaben. Der im griechischen Stil erbaute Tempel von Anahita in Kangavar, der in der Antike durch ein schweres Erdbeben zerstört worden war, wurde kürzlich im Hinblick auf eine Restaurierung ausgegraben.

Später wurden unter der Herrschaft der parthischen Arsakiden-Dynastie (Parther), die etwa von 250 v. Chr. bis 226 n. Chr. bestand, wenige Gebäude im persischen Stil erbaut. Das bemerkenswerteste Monument dieser Zeit war ein Palast in Hatra (heute al Hadhr, Irak), der aus dem 1. oder 2. Jahrhundert v. Chr. stammt und die Konstruktion eines Tonnengewölbes (siehe Gewölbe) zeigt. Die Tonnen, die schweren Wände und die kleinen Räume dieses Palastes beweisen ein Fortdauern der früheren assyrischen und babylonischen (siehe mesopotamische Kunst und Architektur) Tradition.

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