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Nordrhein-Westfalen

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Kölner Dom (begonnen 1248)Kölner Dom (begonnen 1248)
Artikelgliederung
5

Bildung und Kultur

In Nordrhein-Westfalen gibt es Universitäten in Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Hagen, Köln, Münster, Paderborn, Siegen und Wuppertal, Fachhochschulen in Aachen, Bad Münstereifel, Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Iserlohn, Köln, Krefeld, Lemgo, Münster, Nordkirchen und Paderborn. Düsseldorf und Münster haben Kunstakademien, Detmold, Essen, Köln und Düsseldorf Hochschulen für Musik, Köln eine Kunsthochschule für Medien und Herford eine für Kirchenmusik. In Hennef, Paderborn, Bielefeld, Wuppertal und Münster gibt es Theologische Hochschulen.

Das Rheinland ist bekannt für seine Art, den Karneval zu feiern. Alljährlich in den letzten Tagen vor dem Beginn der Fastenzeit herrscht auf den Straßen närrisches Treiben. Karnevalshochburgen sind Köln und Düsseldorf.

In Recklinghausen finden alljährlich in den Monaten Mai, Juni und Juli die Ruhrfestspiele statt. Diese als Theaterfestival für Arbeiter, vom DGB und der Stadt Recklinghausen 1947 initiierte Veranstaltungsreihe, bietet u. a. Kunstausstellungen, Kulturtage der Gewerkschaftsjugend (junges forum), wissenschaftliche Seminare und Diskussionen.

Berühmte Schriftsteller Nordrhein-Westfalens sind die bei Münster geborene Annette von Droste-Hülshoff, der in Köln geborene Heinrich Böll und Heinrich Heine, der in Düsseldorf zur Welt kam. In Bonn erblickte Ludwig van Beethoven das Licht der Welt, Jacques Offenbach in Köln und Ludwig Mies van der Rohe, führender Architekt und Architekturtheoretiker des 20. Jahrhunderts, in Aachen.

An der renommierten Düsseldorfer Kunstakademie studierten u. a. August Macke, Wilhelm Busch, Otto Dix, Günter Grass und Sigmar Polke. An der Universität Bonn studierten u. a. Karl Marx, Friedrich Nietzsche und August Wilhelm Schlegel.

6

Wirtschaft

Nordrhein-Westfalen ist das am stärksten industrialisierte und bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands. Kohlenbergbau, Koksproduktion, Roheisen- und Stahlproduktion sind die Hauptindustriebranchen. Sie konzentrieren sich im Ruhrgebiet, das über eines der größten Steinkohlevorkommen Westeuropas verfügt. Weitere bedeutende Branchen Nordrhein-Westfalens sind Textilherstellung, Chemieproduktion und Maschinenbau. Etwa ein Drittel des westdeutschen Stromes wird hier produziert.

Ausgedehnte Agrargebiete finden sich im ganzen Bundesland. Das Rheinland ist bekannt für seinen Weinbau; Getreide, Kartoffeln und Runkelrüben werden in ganz Westfalen angebaut; auch Milchwirtschaft, Vieh- und Schweinemast sind von Bedeutung.

7

Geschichte

Nordrhein-Westfalen, 1946 als Land neu gebildet, wurde 1949 Bundesland. Entsprechend der Tradition, nach der die Bürger der zwei Landesteile Rheinländer bzw. Westfalen genannt werden, dient zur Bezeichnung des historischen Raumes vor 1946 der Name Rheinland-Westfalen.

7.1

Von der Vorgeschichte zum frühen Mittelalter

Die frühesten menschlichen Spuren, gefunden in Mönchengladbach-Rheindahlen, datieren aus der Altsteinzeit vor mehr als 300 000 Jahren. Die im Neandertal bei Düsseldorf gefundenen Skelettreste des Neandertalers sind etwa 40 000 Jahre alt. Ab ungefähr 600 v. Chr. drangen Kelten von Süden bis ins südliche Westfalen vor, bis ihre Kultur von den seit etwa 300 v. Chr. hier siedelnden Rhein-Weser-Germanen überlagert wurde.

Seit Caesars Eroberungszügen 58 bis 51 v. Chr. waren die linksrheinischen Gebiete Teil der römischen Provinz Gallia Belgica, später der Provinz Germania Inferior (Untergermanien), während die rechtsrheinischen Gebiete zum von den Römern nicht eingenommenen Germania Libera (freies Germanien) gehörten: Alle Versuche, das rechtsrheinische Germanien in eine römische Provinz zu verwandeln, scheiterten endgültig an Varus’ Niederlage gegen die Cherusker 9 n. Chr. möglicherweise auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen. Aus römischen Militärstützpunkten entstanden die Städte Bonn, Neuss, Xanten sowie Köln, das seit Anfang des 4. Jahrhunderts auch Bischofssitz ist.

Unter den seit Mitte des 4. Jahrhunderts zunehmenden Einfällen der Franken brach bis Mitte des 5. Jahrhunderts die römische Herrschaft zusammen. Ab 507 gehörte das Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen zum Frankenreich, und unter Pippin II., dem Mittleren, wurde im 7. Jahrhundert die Region an Mosel, Maas und Niederrhein zum Machtzentrum des Karolingerreiches. In Pippins II. Auftrag missionierte der Angelsachse Suitbert die Franken zwischen Ruhr und Lippe und gründete um 700 auf einer Rheininsel bei Neuss das Kloster Kaiserswerth, später Stützpunkt zur Christianisierung der Nachbarn im Osten, der Sachsen.

7.2

Rheinland-Westfalen im Mittelalter

Karl der Große errichtete ab 769 die Pfalz in Aachen als Mittelpunkt des Reiches. Zur Christianisierung der Westfalen entstanden in karolingischer Zeit Bistümer wie Paderborn und Münster sowie Klöster wie Herford und Corvey und das von Liudger, dem ersten Bischof in Münster, gegründete Kloster Werden. Nach dem Zerfall des Karolingerreiches im 9. Jahrhundert bildeten sich auf dem Boden des späteren deutschen Reiches Stammesherzogtümer heraus, darunter das auch Westfalen umfassende Herzogtum Sachsen. Die aus Sachsen stammenden Ottonen, die das hochmittelalterliche Heilige Römische Reich begründeten, festigten ihre Königsherrschaft auch im rheinisch-westfälischen Raum mittels des ottonisch-salischen Reichskirchensystems, in dem der Erzbischof von Köln eine übergeordnete Stellung einnahm.

Nach dem Sturz des Sachsenherzogs Heinrich der Löwe 1180 kam der westliche Teil des Herzogtums Sachsen als Herzogtum Westfalen an das Kölner Erzbistum, das sukzessive seine Macht ausbaute, aber 1288 durch die Niederlage in der Schlacht von Worringen gegen rheinisch-westfälische Adelsgeschlechter und das Herzogtum Brabant in seine Grenzen verwiesen wurde. Den Kölner Erzbischöfen blieb jedoch ihre reichspolitische Bedeutung als Kurfürsten. Seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert entfalteten sich Territorialherrschaften wie die rheinischen Grafschaften Berg, Geldern, Jülich, Kleve, Limburg und Mark, die westfälischen Bistümer Münster, Minden und Paderborn und viele kleinere westfälische Adelsherrschaften; diese Territorialisierung hatte bis zum Ende des alten Reiches 1806 Bestand.

Im 14. Jahrhundert entfalteten sich die Städte, allen voran Köln, seit 1288 Freie Reichsstadt und ein Hauptort der Hanse. Mit der 1388 gegründeten und in Nordwesteuropa neben Leuven lange Zeit einzigen Universität bildete das „Heilige Köln”, auch ein bedeutender Wallfahrtsort, das wirtschaftliche, kulturelle und geistige Zentrum Rheinland-Westfalens. Auch Dortmund, Münster und Soest gehörten zur Hanse.

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