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Niedersachsen

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5

Bildung und Kultur

In Niedersachsen gibt es Universitäten in Hannover, Braunschweig, Göttingen, Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück und Clausthal-Zellerfeld. Fachhochschulen bestehen in Emden, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Vechta, Wilhelmshaven und Wolfenbüttel. In Braunschweig gibt es eine Hochschule für bildende Künste, in Hannover eine für Musik und Theater.

Eine in ihrer Fülle einmalige Sammlung zur europäischen Kulturgeschichte von der späten Antike bis zum 18. Jahrhundert birgt die Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel, in der u. a. Gotthold Ephraim Lessing und Gottfried Wilhelm Leibniz als Bibliothekare arbeiteten. Die alte Universitätsstadt Göttingen war im 19. Jahrhundert ein Zentrum der liberalen Bewegung in Deutschland, angeführt von den Professoren der Göttinger Sieben (mit u. a. den Gebrüdern Jacob und Wilhelm Grimm). Ein bekannter Schriftsteller Niedersachsens ist Hermann Löns, der Dichter der Lüneburger Heide.

Von Juni bis Oktober 2000 fand in Hannover die erste Weltausstellung (Expo) in Deutschland statt.

6

Wirtschaft

Niedersachsen ist ein an Rohstoffen reiches Bundesland: Fast 100 Prozent des in Deutschland geförderten Erdgases und über 90 Prozent des geförderten Erdöls kommen aus Niedersachsen. Im Emsland, im Raum Sulingen (zwischen Nienburg und Vechta), südlich von Oldenburg und im Norden der Lüneburger Heide wird Erdgas gefördert, im Raum Celle-Hankensbüttel, im Emsland und östlich von Vechta Erdöl. Um Hannover, Hildesheim und Salzgitter wird Kalisalz abgebaut, im Raum Helmstedt Braunkohle.

Die wichtigsten Industriebranchen des Bundeslandes sind der Fahrzeugbau (in Wolfsburg, Braunschweig, Osnabrück, Emden und Hannover), die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, der Maschinenbau und die chemische Industrie. Niedersachsen weist ausgeprägte strukturelle Unterschiede auf: Der Norden ist dünn besiedelt und wenig industrialisiert, während die Räume Hannover und Braunschweig hoch industrialisiert und stark verdichtet sind. Die größte Industrieschau der Welt, die Hannovermesse, findet seit 1947 in der Landeshauptstadt statt.

Die Landwirtschaft profitiert von den fruchtbaren Lößböden und den jungen Marschböden an der Nordseeküste. In diesen Bereichen werden vor allem Weizen, Zuckerrüben, Silomais und Gemüse angebaut; in Ostfriesland ist auch die Milchwirtschaft verbreitet. Im Alten Land (im Westen von Hamburg), im nördlichen Emsland, zwischen Vechta und Cloppenburg und im Norden des Wesergebirges ist der Obstanbau verbreitet. Der Räume Oldenburg und Vechta sowie das südliche Emsland sind Zentren der Viehwirtschaft in Deutschland. Hier werden meist in Großbetrieben Schweine, Hühner und Rinder gehalten.

Touristische Anziehungspunkte Niedersachsens sind die Nordseeküste mit den Ostfriesischen Inseln, die Lüneburger Heide, Harz und Solling.

7

Geschichte

Das Land Niedersachsen wurde 1946 gebildet und erhielt 1949 den Status eines Bundeslandes. Der Raum dieses Landes war Schauplatz wesentlicher Ereignisse der deutschen Geschichte.

7.1

Von der Vorgeschichte zum frühen Mittelalter

Die älteste bekannte Holzjagdwaffe der Welt, der etwa 350 000 Jahre alte Speer von Schöningen, ist die früheste Spur von Menschen im Gebiet des heutigen Niedersachsen; ab etwa 5500 v. Chr. war die Gegend dauerhaft besiedelt. Um die Zeitenwende lebten hier germanische Stämme: im Westen Friesen und Chauken, im Norden Langobarden, in der Mitte Angrivarier, im Süden Cherusker, die unter Arminius die Eroberung des rechtsrheinischen Germanien durch Rom verhinderten.

Während der Völkerwanderung drangen Sachsen von der Nordseeküste nach Süden vor und beherrschten seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. Nord- und Mitteldeutschland bis zur Unstrut, mit Siedlungsschwerpunkt in Niedersachsen. Alljährlich trafen sich die sächsischen Teilstämme zur Stammesversammlung in Marklo, vermutlich das heutige Markloh bei Nienburg an der Weser.

7.2

Niedersachsen im Mittelalter

In den Sachsenkriegen 772 bis 804 wurden die von Widukind geführten Sachsen von Karl dem Großen unterworfen. Zur Christianisierung entstanden unter Karl und seinen Nachfolgern Bistümer wie Bremen, Osnabrück und Hildesheim sowie bedeutende Stifte und Klöster wie Corvey und Gandersheim. Zu wichtigen Handelsplätzen entwickelten sich u. a. das erstmals 805 erwähnte Bardowick sowie Brunswik (Braunschweig).

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