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Windows Live® Suchergebnisse BruttosozialproduktEnzyklopädieartikel
Bruttosozialprodukt (BSP), auch Bruttonationaleinkommen (BNE), Summe aller in der Landeswährung bewerteten Güter und Dienstleistungen, die in einer Volkswirtschaft innerhalb eines Jahres erstellt wurden. Im Unterschied zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) werden auch Leistungen erfasst, die Inländer (mit Wohn- und Unternehmenssitz im Inland) im Ausland erbringen, nicht aber Leistungen von Ausländern und ausländischen Firmen im Inland; das Bruttosozialprodukt wird daher auch als Inländerprodukt bezeichnet. Berechnet wird das Bruttosozialprodukt aus dem Bruttoinlandsprodukt durch Addition des Saldos der Erwerbseinkommen aus dem Ausland; das sind alle Erwerbs- und Vermögenseinkommen von Inländern im Ausland abzüglich derjenigen Einkommen, die vom Inland an das Ausland geflossen sind. Bei Berechnung nach dem im Sinne der Vereinheitlichung verwendeten Europäischen System volkwirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) werden zusätzlich die Produktions- und Importabgaben an das Ausland hinzugerechnet und die aus dem Ausland empfangenen Subventionen abgerechnet. Werden bei der Berechnung die Preise des Entstehungsjahres zugrunde gelegt, spricht man vom nominalen Bruttosozialprodukt. Beim realen Bruttosozialprodukt wird dagegen die Inflationsrate herausgerechnet, d. h., die Preise eines Basisjahres werden für die Bewertung von Gütern und Dienstleistungen berücksichtigt. Zieht man vom Bruttosozialprodukt die Abschreibungen ab, erhält man das Nettosozialprodukt (NSP). Brutto- und Nettosozialprodukt können zu Marktpreisen oder zu Faktorkosten berechnet werden. Marktpreise spiegeln nicht in voller Höhe die Produktionsleistungen wider, da sie indirekte Steuern (z. B. Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer) enthalten; umgekehrt werden sie durch Subventionen oft künstlich gesenkt. Durch Abzug der indirekten Steuern und Hinzurechnung der Subventionen erhält man das Brutto- bzw. Nettosozialprodukt zu Faktorkosten. Das Nettosozialprodukt zu Faktorkosten wird auch als Volkseinkommen bezeichnet. Das Bruttosozialprodukt wird vielfach als Maßzahl für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft angesehen. Seit 1992 wird allerdings stattdessen das Bruttoinlandsprodukt als offizieller Maßstab verwendet, weil es die Leistungen der inländischen Unternehmen unabhängig vom Wohnsitz ihrer Kapitaleigner und Arbeitnehmer erfasst. Beide Größen, gegebenenfalls in Relation zur Einwohnerzahl verwendet, sind zwar wichtige Indikatoren der Leistungskraft und des Wohlstandes einer Volkswirtschaft. Sie stellen diese jedoch nur unvollständig dar, da viele Leistungen – insbesondere die in den privaten Haushalten erbrachten (Kindererziehung, Hausarbeit u. a.) – keine Berücksichtigung finden (siehe Schattenwirtschaft). Auch soziale (z. B. Bildung, Lebenserwartung) und ökologische Faktoren finden keinen Niederschlag; um sie mit zu berücksichtigen, wurden Wohlstandsindikatoren wie der Human Development Index und die umweltökonomische Gesamtrechnung entwickelt.
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