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England

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England: LandschaftenEngland: Landschaften
Artikelgliederung
7.4

Könige der Häuser Lancaster und York

Seit 1216 ging die Thronfolge stets an den ältesten Sohn des Königs. Gemäß dieser Regelung hatte Heinrich IV., der Sohn Johann von Gaunts, Herzog von Lancaster, selbst vierter Sohn Eduards III., keinen Anspruch auf den Thron. Der rechtmäßige Thronerbe war Edmund, Herzog von March, ein Nachfahre des Sohnes Eduards III. Aufgrund dieser Unregelmäßigkeit war der Thronanspruch Heinrichs und der Nachfahren des Hauses Lancaster nicht sichergestellt. Diese Schwäche offenbarte sich in seinen Zugeständnissen an das Parlament und die Kirche sowie in den Kriegen, die er mit mächtigen, aufständischen Familien in Wales und im Norden führte.

Heinrich V. (Herrschaft 1413-1422) hatte als Nachfolger seines Vaters nur ein Ziel, die militärischen Erfolge Eduards III. in Frankreich zu wiederholen. Er errang in der Schlacht bei Azincourt 1415 einen großartigen Sieg und sah seinen Erfolg im Vertrag von Troyes (1420) bestätigt. Er heiratete die Tochter des schwachsinnigen französischen Königs Karl VI., übernahm die Führung der französischen Regierung, obwohl er nur einen Teil des Landes erobert hatte, und konnte davon ausgehen, dass einer der Söhne aus seiner Ehe beide Königreiche erben würde.

1422 starben sowohl Heinrich als auch Karl VI., so dass der neun Monate alte Heinrich VI. die Krone beider Länder erhielt. Eine Zeit lang verwalteten seine Onkel, Johann von Lancaster, Herzog von Bedford und Herzog Humphrey von Gloucester sein Erbe, der eine in Frankreich und der andere in England. 1429 rief jedoch die Jungfrau von Orleans die Franzosen zum Widerstand gegen die englische Herrschaft auf. Obwohl sie gefangen genommen und 1431 als Ketzerin verbrannt wurde, gestaltete sich Englands Position in Frankreich immer schwieriger.

7.4. 1

Die Rosenkriege

Heinrich VI. fehlte es an Führungsqualitäten. Während seiner Herrschaft ging die Regierung des Königreiches von einer Gruppe Adliger an die nächste. Der Krieg in Frankreich betonte lediglich Heinrichs Unfähigkeit, im eigenen Land zu regieren. Der Verlust der Normandie 1450 und die Korruptheit der Regierung lösten einen fehlgeschlagenen Volksaufstand unter der Führung Jack Cades aus. Der Verlust aller englischen Besitzungen in Frankreich außer Calais 1453 war ein Vorspiel des Konflikts der Herrscherdynastien, die als Rosenkriege (1455-1485) bezeichnet wurden.

Zwei Zweige der königlichen Familie führten diese Kriege. Das Haus Lancaster, das durch Heinrich VI. zwar den Thron innehatte, dem aber die Regierungskompetenz fehlte, und das Haus York, unter der Führung Richards, Herzog von Yorks, der einen legitimen Anspruch auf den Thron und mehr Führungsqualitäten besaß. Die Angelegenheit verkomplizierte sich 1453, als die Frau des Königs, Margarete von Anjou, einen Sohn zur Welt brachte, der Richards Status als Thronfolger gefährdete.

1460 trat eine Wende in den Kriegen ein. In jenem Jahr fiel Richard in einer Schlacht, und sein Sohn Eduard übernahm seinen Anspruch. Mit der Unterstützung Richard Nevilles, Herzog von Warwick, besiegte er 1461 das Haus Lancaster und nahm Heinrich gefangen. Er schüchterte das Parlament so sehr ein, dass es ihn zum König Eduard IV. ernannte. Heinrich gelang jedoch die Flucht. Eduards Heirat mit Elisabeth Woodville (1464) und sein Bündnis mit Burgund entfremdeten Warwick. Dieser schloss sich nun mit Margarete von Anjou zusammen. Sie setzten Eduard ab und brachten (1470) Heinrich wieder an die Macht. Im darauf folgenden Jahr kehrte Eduard zurück. Er wurde von seinem Schwager Karl dem Kühnen von Burgund unterstützt und errang einen entscheidenden Sieg über das Haus Lancaster. Dies sicherte seinen Thronanspruch und stellte wieder eine einigermaßen vernünftige Regierung her. Nach Eduards Tod 1483 folgte ihm sein zwölfjähriger Sohn Eduard V. auf den Thron. Doch drei Monate später bemächtigte sich der Onkel des jungen Richard, Herzog von Gloucester, als König Richard III. des Thrones. Zwei Jahre darauf machte Heinrich Tudor einen schwachen Anspruch des Hauses Lancaster geltend. In der Schlacht von Bosworth Field besiegte er Richard und ernannte sich zu Heinrich VII.

7.5

England unter den Häusern Tudor und Stuart

Heinrich entledigte sich seiner Rivalen aus dem Haus York; er heiratete Elisabeth, die Tochter Eduards IV., und hatte schon bald als einziger Tudor einige Kinder. Im Ausland erlangte er Anerkennung: 1489 in Spanien durch den Vertrag von Medina del Campo und dann auch in Frankreich, den Niederlanden und Schottland. Er richtete wieder eine starke, leistungsfähige Zentralregierung ein, die England einst genossen hatte, die aber schon seit vielen Jahren nicht mehr vorhanden war. Er förderte den Handel Englands, den er besteuern konnte, und vermied Kriege im Ausland und sparte somit Geld.

7.5. 1

Heinrich VIII.

Der ehrgeizige und kühne Heinrich VIII. (Herrschaft 1509-1547) stand in starkem Kontrast zu seinem vorsichtigen, ruhigen Vater. Thomas More, ein humanistischer Gelehrter, arbeitete in seiner Regierung. 1513 siegte Heinrich sowohl in Frankreich in der Sporenschlacht als auch über die Schotten bei Flodden (siehe Flodden Field). Ferner entdeckte er die Fähigkeiten des Kardinals Thomas Wolsey, der als Schatzkanzler und Erzbischof von York die herausragende Persönlichkeit der Jahre 1514 bis 1529 war. Heinrichs einzige Sorge war, dass er keinen männlichen Erben hatte, obwohl seine Frau Katherina von Aragonien ihm sechs Kinder gebar, von denen jedoch nur eines, die spätere Maria I., überlebte. Da er unbedingt einen Sohn haben wollte und sich in Anne Boleyn verliebte, bat Heinrich den Papst um eine Scheidung. Nachdem der allmächtige Wolsey diese nicht arrangieren konnte, entließ Heinrich ihn und rief das Reformationsparlament ein. In der Folge wurde die anglikanische Kirche, deren Oberhaupt Heinrich war, gegründet. Sie trennte sich von Rom, blieb aber katholisch.

Nun konnte Heinrich Anne Boleyn heiraten (1533). Sie gebar ihm jedoch eine weitere Tochter, Elisabeth, und nicht den ersehnten Sohn. Anne verlor die Gunst des Königs und wurde wegen angeblichen Ehebruches enthauptet. Heinrichs dritte Frau Jane Seymour starb bei der Geburt Eduards, seines einzigen überlebenden Sohnes. Seine drei weiteren Frauen brachten keine Kinder zur Welt.

Thomas Cromwell war der zweite hoch begabte Verwalter, den Heinrich entdeckte. Er beaufsichtigte die revolutionären Veränderungen in den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts. Dazu zählten der Bruch mit Rom, die Auflösung der Klöster, die Weiterentwicklung des Parlaments, insbesondere des Unterhauses und die Umwandlung des Königlichen Rates in einen neuen Verwaltungsapparat. Diese umfasste den Geheimen Rat und die königlichen Sondergerichte, die der Krone unterstanden.

Siehe auch Star Chamber, Court of; Kabinett; Großbritannien

7.5. 2

Heinrichs Nachfolger

Unter dem minderjährigen Eduard VI. (Herrschaft 1547-1553), der nacheinander unter dem Einfluss Eduard Seymours, Herzog von Somerset, und von Johann Dudley, Herzog von Northumberland, stand, erhielt die anglikanische Kirche eine protestantische Ausrichtung. Das Parlament erlässt Uniformitätsgesetze, die das Book of Common Prayer für den Gottesdienst vorschreiben. Nachdem Eduard im Alter von 16 Jahren starb, versuchte Northumberland, die Krone an seine Familie zu bringen und Eduards katholische Halbschwester Maria von der Thronfolge auszuschließen, indem er seinen Sohn mit Lady Jane Grey verheiratete, die er zur Königin ernannte. Nach neun Tagen schlug dieser Plan fehl, und Northumberland, Lady Jane sowie ihr Mann wurden hingerichtet.

Maria I., die Tochter Katharinas von Aragonien, setzte wieder die römisch-katholische Kirche ein und heiratete ihren Cousin Philip II. von Spanien. Durch diese Heirat war sie beim Volk sehr unbeliebt, da England dadurch in einen Krieg mit Frankreich verwickelt wurde, bei dem es Calais verlor. Diese Unbeliebtheit steigerte sie noch dadurch, dass sie während ihrer Herrschaft 300 Menschen, die der Ketzerei beschuldigt wurden, zum Tod verurteilen ließ. Als Maria, die den Beinamen „die Blutige” erhielt, im November 1558 starb, bejubelte England die Thronbesteigung ihrer Halbschwester Elisabeth.

Elisabeth I. gehörte zu den mächtigsten Monarchen Englands. Während ihrer Regentschaft wurden fast ebenso viele Menschen wegen Ketzerei verurteilt wie unter Maria, aber Elisabeth hatte ein Gespür für die Wünsche ihrer Untertanen und erhielt sich deren Wohlwollen. Sie verfügte auch über das richtige Urteilsvermögen bei der Wahl kompetenter und loyaler Minister.

In Zusammenarbeit mit dem Parlament lenkte sie die Kirche 1559 auf einen gemäßigten Kurs. Sie wehrte die Bedrohung durch Schottland ab, indem sie den dortigen Protestanten und der englandfreundlichen Gruppe half, die Vormacht zu erlangen. 1588 besiegte ihre Flotte die spanische Armada und verhinderte eine Invasion Englands. 1603 wurde Irland vollständig erobert. Unter Elisabeth erlebte England einen glorreichen Aufstieg im Ausland sowie Wohlstand und literarische Errungenschaften im Inland. Somit ist verständlich, warum das goldene Zeitalter Englands ihren Namen trägt.

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