Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "England", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach England

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse
Seite 8 von 9

England

Enzyklopädieartikel
Multimedia
England: LandschaftenEngland: Landschaften
Artikelgliederung
7.5. 3

Die ersten Stuartkönige

Die Thronbesteigung des schottischen Königs Jakob IV. als Jakob I. von England (Herrschaft über England 1603-1625) vereinigte die Kronen Englands und Schottlands. Er war der Sohn von Elisabeths Cousine Maria, Königin von Schottland. Die Vereinigung löste auch einen innenpolitischen Konflikt aus, der ein Jahrhundert andauerte. Dies lag teilweise in der Person der Stuartkönige begründet. Zum Großteil wurde der Konflikt von Problemen ausgelöst, die aus der vorangegangenen Herrschaftsperiode übernommen wurden. Die Puritaner, extreme Protestanten, die schon unter Elisabeth aufsässig waren, vertraten zunehmend die Ansicht, dass die anglikanische Kirche immer noch zu katholisch sei. Die religiösen Unruhen spitzten sich zu, als der gegen die Puritaner eingestellte William Laud in den dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts Erzbischof von Canterbury wurde. Die Pulververschwörung (Gunpowder Plot) war ein Komplott der Katholiken, um 1605 das Parlament zu sprengen. Sie bestätigte die Angst Englands vor Rom.

Der Hauptkonflikt spielte sich zwischen dem König und dem Parlament ab. Karl I. (Herrschaft 1625-1649) übernahm von seinem Vater Jakob die Vorstellung, er sei König von Gottes Gnaden, während das Parlament auf seinen eigenen unabhängigen Rechten bestand. Der Oberrichter Sir Edward Coke, den Jakob entlassen hatte, da er für ein unabhängiges Gerichtswesen eintrat, unterstützte den Anspruch des Parlaments, das 1621 das Recht forderte, königliche Minister anzuklagen. Ferner arbeitete er an der Petition of Right 1628 mit. Die Bittschrift zwang Karl, wie zuvor die Magna Charta andere Monarchen, die Grenzen seiner Macht anzuerkennen.

Karl versuchte zwischen 1629 und 1640, ohne das Parlament zu regieren. Die Maßnahmen, die Laud und das Court of Star Chamber ergriffen, um die puritanische Presse und die Redefreiheit der puritanischen Prediger einzuschränken, sowie die Verfolgung der Anführer der Puritaner 1637 führten zu einem öffentlichen Aufschrei gegen die königlichen Sondergerichte. 1637 lösten die Versuche Karls, in Schottland den Gottesdienst englischer Art einzuführen, einen Aufstand aus. Dieser wiederum veranlasste Karl, 1640 das Parlament einzuberufen.

Dieses Parlament, das als das Lange Parlament in die Geschichte einging, nutzte die Krise, um die Regierungsführung an sich zu bringen. Es ließ politische Häftlinge frei und verhaftete Erzbischof Laud sowie Sir Thomas Wentworth, Graf von Strafford, die für die Politik des Königs verantwortlich gemacht wurden, und ließ beide hinrichten. Es schaffte die königlichen Sondergerichte ab, schränkte die Steuerhoheit des Königs ein und erließ eine Vorschrift, nach der das Parlament alle drei Jahre zusammentreten musste.

7.5.3. 1
Der Bürgerkrieg

In anderen Fragen war das Parlament jedoch hoffnungslos zerstritten, z. B. bei der Root and Branch Bill. Sie sah die Abschaffung der Bischöfe vor. Karls Versuch, einige Parlamentsabgeordnete, die er der Verschwörung bezichtigte, festnehmen zu lassen, vertiefte diese Kluft nur noch. Nach diesem fehlgeschlagenen Versuch zog sich der König mit seinen Anhängern, den so genannten Kavalieren, aus dem Parlament zurück. Die Abgeordneten des nunmehr protestantischen Parlaments, die später Rundköpfe genannt wurden, stellten eine Armee auf. Auch Karl sammelte seine Truppen. Ein Bürgerkrieg war unvermeidlich. Die erste Schlacht fand bei Edgehill im Oktober 1642 statt.

Am Ende gewannen die Rundköpfe den Englischen Bürgerkrieg. Dies lag zum Teil daran, dass der Solemn League and Covenant ihnen Unterstützung aus Schottland brachte. Ausschlaggebend war aber eher ihr militärischer Befehlshaber Oliver Cromwell. Er stellte das Kavallerieregiment der Ironsides (Eisenseiten) sowie die New Model Army auf. Der Konflikt regte viele neue politische Vorstellungen an. Die bekanntesten waren die der radikal-demokratischen Leveller (Gleichmacher), aber die Diskussion führte nicht zu einer Lösung. Karl, der sich den Schotten 1646 ergeben hatte und der 1647 an die Rundköpfe ausgeliefert wurde, konnte in der Verwirrung fliehen. Er schloss mit den Schotten einen Bund und begann 1648 den zweiten Bürgerkrieg. Cromwell und die New Model Army trugen erneut den Sieg davon. Sie säuberten das Parlament von fast all seinen Abgeordneten, so dass nur ein Rumpf übrig blieb, der sich der Macht der Armee beugte. Das Rumpfparlament brachte Karl vor Gericht und richtete ihn am 30. Januar 1649 hin. Es schaffte die Monarchie und das Oberhaus ab und erklärte England zu einem Commonwealth. Siehe auch Covenanter

7.5.3. 2
Cromwells Herrschaft

Die Regierung erhielt nie eine feste Grundlage. Der neue Staatsrat hing von der Macht der Armee und der zweifelhaften Rechtmäßigkeit des Rumpfparlaments ab. Cromwell war der Alleinherrscher Englands. Zwischen 1649 und 1651 unterdrückte er Irland und Schottland und gliederte sie dem Commonwealth ein. 1653 löste er das Rumpfparlament auf, nachdem er dessen ständige Bemühungen, sich zu erhalten, leid war. Nachdem das Experiment des von Cromwell ernannten Parlament Barebones fehlschlug, erkannte Cromwell im Dezember 1653 das Instrument of Government an, der einzige Versuch in der britischen Geschichte, eine geschriebene Verfassung einzuführen. Das so entstandene Protektorat wurde von einem Unterhaus und von dem Lord-Protektor Cromwell regiert. Das Parlament kritisierte die Beschränkungen des Instruments und schlug eine so genannte Humble Petition and Advice vor, um das Instrument nachzubessern. Cromwell erkannte ein zweites Haus im Parlament und das Recht, seinen Nachfolger zu bestimmen, an, lehnte aber den Königstitel ab.

Nach dem Aufstand der Royalisten 1655 unterteilte Cromwell England in elf Militärbezirke, die Generalmajoren unterstanden. Dies war, mit Ausnahme der Ermordung Karls, die Hauptursache dafür, dass das Volk Cromwell und den Commonwealth ablehnte.

Cromwell betrieb eine rege Außenpolitik. Die Navigationsakte von 1651 löste die Englisch-Holländischen Kriege von 1652 bis 1654 aus, aus denen England mit gewissem Erfolg hervorging. Jamaika wurde den Spaniern 1655 genommen. Mit Frankreich als Verbündetem gewann England 1658 die Schlacht bei Dunes und erwarb das französische Dünkirchen. Seit Elisabeths Herrschaft waren englische Schiffe und Waffen nicht mehr so erfolgreich und gefürchtet gewesen.

Nach Cromwells Tod im September 1658 brach das Protektorat zusammen. Sein Sohn Richard konnte sich nicht den Respekt der Armee verschaffen. In der anschließenden Verwirrung marschierte der Oberbefehlshaber Schottlands, General Georg Monck, in London ein. Er rief das Lange Parlament ein und veranlasste die Rückkehr des ältesten Königssohnes aus dem Exil.

7.5. 4

Die Restauration

Karl II. kehrte im Mai 1660 nach England zurück. Dort sollte der Zustand von 1642 wieder hergestellt werden. Nur etwa ein Dutzend Männer wurden für ihre Rolle bei der Hinrichtung Karls I. mit dem Tod bestraft. Sowohl das Volk als auch Karl hatten den Wert der Mäßigung erkannt. Aber die Frage der Oberhoheit blieb weiterhin ungeklärt.

Das Parlament setzte in der Kirche die Bischöfe wieder ein und schloss die Dissenter (Protestanten, die nicht der anglikanischen Kirche angehörten) aus. Ihr Gottesdienst und ihre politischen Aktivitäten wurden eingeschränkt. 1673 wurden alle Katholiken durch die Testakte aus der königlichen Regierung und aus öffentlichen Ämtern ausgeschlossen. Der Popish Plot von 1678 und der Ausschluss Jakobs, des katholischen Bruders des Königs, von der Thronfolge brachte die sich gerade bildenden politischen Parteien zum Vorschein. Die Whigs waren für das Parlament und gegen das so genannte Pfaffentum. Sie forderten den Ausschluss. Die Tories waren für die Könige und die anglikanische Kirche und lehnten einen Ausschluss ab. Als sich die erhitzten Gemüter wieder etwas abgekühlt hatten, übernahm Karl wieder das Ruder und regierte ohne das Parlament. Als er 1685 starb, vermachte er Jakob den Thron.

Die Restauration war eine Reaktion auf den Puritanismus und äußerte sich im Verhalten der Menschen, in der Literatur und im Drama. Dennoch erschien Paradise Lost von John Milton 1667, und Pilgrim’s Progress von John Bunyan wurde von 1678 bis 1684 herausgegeben. 1662 gründete Karl die The Royal Society zur Förderung der Naturwissenschaften. 1665 brach zum letzten Mal die Beulenpest aus. Nachdem London 1666 brannte, baute Christopher Wren die Stadt wieder auf (siehe großer Brand von London).

7.5. 5

Die Glorreiche Revolution

Jakob II. büßte das ererbte Wohlwollen des Volkes bald ein. Er ging 1685 bei der Unterdrückung des Aufstands von Jakob Scott, Herzog von Monmouth (einem unehelichen Sohn Karls), zu hart vor. Ferner baute er ein stehendes Heer auf. Außerdem nahm er Katholiken in die Regierung, in die Armee und in die Universitäten auf. 1688 veranlasste seine Indulgenzerklärung (Declaration of Indulgence), die den Dissentern und Katholiken Religionsfreiheit zugestand, sowie die Geburt eines Sohnes, mit dem eine katholische Thronfolge begann, Jakobs Gegner dazu, Wilhelm von Oranien einzuladen. Er war Protestant und Statthalter der Niederlande. Außerdem war er der Ehemann Marias, der ältesten Tochter des Königs, und sollte Marias Erbe beschützen. Als Wilhelm in England landete, floh Jakob, nachdem seine Armee zu Wilhelm übergelaufen war.

Wilhelm wurde kurzfristig die Regierungsführung übertragen. 1689 krönte das Parlament ihn und seine Frau Maria, nachdem sie die Liste der Bill of Rights bestätigt und den Missbrauch, den Jakob getrieben hatte, verurteilt hatten. Ein Toleration Act garantierte den protestantischen Dissentern Glaubensfreiheit. Diese Revolution wird als die Glorreiche Revolution bezeichnet, da sie im Gegensatz zu der von 1640 bis 1660 ohne Blutvergießen verlief; das Parlament erlangte die Oberhoheit, und England erlebte eine Blütezeit. Damit setzten sich die Prinzipien der Whigs und der Pragmatismus der Tories durch. John Lockes Two Treatises of Government (1690) boten eine attraktive theoretische Rechtfertigung der Revolution.

Diejenigen, die den neuen Monarchen den Treueid verweigerten, wurden Nicht-Schwörer oder Jakobiten genannt. Der Name wurde von der lateinischen Bezeichnung Jacobus für Jakob abgeleitet. Die meisten Jakobiter waren Katholiken aus den schottischen Hochländern oder aus Irland. Beide Gebiete wurden unterworfen. Der Preis dafür waren allerdings das Massaker von Glencoe in Schottland und die Schlacht an der Boyne sowie die verstärkte Unterdrückung der Katholiken in Irland.

Zurück
| | | | | | | |
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft