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Windows Live® Suchergebnisse NavigationsakteEnzyklopädieartikel
Navigationsakte (englisch Navigation Acts, auch Acts of Trade and Navigation), vom englischen Parlament im 17. und 18. Jahrhundert verabschiedete Gesetze zur Förderung und zum Schutz der englischen Schifffahrt und des englischen Handels gegenüber der ausländischen Konkurrenz. Die Navigationsakte von 1651 legte fest, dass die von den englischen Kolonien in Afrika, Asien und Amerika importierten oder exportierten Güter auf Schiffen transportiert werden mussten, die von englischen Werften gebaut wurden und deren Mannschaft zu 75 Prozent aus Engländern bestand. Güter, die aus den Kolonien nach England eingeführt wurden, mussten ebenfalls auf englischen Schiffen transportiert werden. Die Bezeichnung englisch bezog sich dabei auf die Nationalität und nicht auf die geographische Herkunft; die Kolonisten und die koloniale Schifffahrt galten als englisch. Die Navigationsakte von 1660 legte fest, dass bestimmte Waren – vor allem Reis, Tabak und Indigo – von den englischen Kolonisten nur in andere englische Kolonien oder ins Mutterland exportiert werden durften. Ergänzungsgesetze wie der Wollens Act (1699), der Hat Act (1732) und der Iron Act (1750) waren Versuche, zum Schutz der Industrie im Mutterland die Produktion von Fertiggütern in den Kolonien zu verhindern. Die Navigationsakte war eine Variante des Merkantilismus, der in Europa des 16. bis 18. Jahrhunderts vorherrschenden Wirtschaftsform, und sie leitete den Aufstieg Englands zur führenden Seemacht ein. Den englischen Bürgern in den Kolonien Nordamerikas brachten die Gesetze deutliche Vorteile: Der Schiffbau florierte, denn alle Schiffe mussten aus englischer Produktion kommen; die Hersteller und Händler der in den Gesetzen genannten Waren fanden in England und den Schwesterkolonien einen stabilen und sicheren Markt; und ein System von Ausfuhrzöllen und Rabatten hielt die Preise für englische Güter niedriger, als sie es auf einem offenen Markt gewesen wären. Als das englische Parlament zur Zeit des Britisch-Französischen Kolonialkrieges (1754-1763) dringend auf Mehreinnahmen angewiesen war, um die Verteidigung der amerikanischen Kolonien finanzieren zu können, erhöhte es durch die Navigationsakte die Zölle und lieferte damit einen der Gründe für den Nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieg. 1849 wurden die Navigationsakte aufgehoben.
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