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Krebserkrankungen

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Gebärmutter- und EierstockkarzinomeGebärmutter- und Eierstockkarzinome
Artikelgliederung
1

Einleitung

Krebserkrankungen, Wachstum entarteten Gewebes infolge fortschreitender Wucherung abnormer Zellen, welche die Fähigkeit besitzen, in anderes Gewebe einzudringen und es zu zerstören.

Krebs kann aus jeder Zellart und in jedem Körpergewebe entstehen. Es handelt sich dabei nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um eine Vielzahl von Erkrankungen, die nach Gewebe- und Zellart, in der sie ihren Ursprung nehmen, klassifiziert werden. Es bestehen mehrere Hundert solcher Krebsklassen, die sich in drei Hauptgruppen einordnen lassen:

  • Sarkome entstehen in Binde-, Stütz- und Nervengeweben, wie Knochen, Knorpeln, Nerven, Blutgefäßen, Muskeln und Fett.
  • Karzinome, zu denen die häufigsten menschlichen Krebserkrankungen zählen, haben ihren Ursprung in Epithelgeweben wie der Haut und der Auskleidung von Körperhöhlen und Organen sowie dem Drüsengewebe von Brust und Prostata (Vorsteherdrüse). Karzinome, die eine hautähnliche Struktur haben, werden als squamös bezeichnet. Solche, die in Drüsen bildendem Gewebe entstehen, nennt man Adenokarzinome.
  • Leukämien und Lymphome sind Krebserkrankungen, die Blut bildende Organe befallen. Kennzeichnend für diese Krebsformen sind vergrößerte Lymphknoten, der Befall von Milz und Knochenmark sowie eine Überproduktion unreifer weißer Blutkörperchen.

2

Wesen der Erkrankung

Krebsartiges (karzinogenes) Gewebewachstum, auch Neoplasmen genannt, ist klonal, d. h., alle entstehenden Zellen sind Abkömmlinge einer einzigen Zelle. Diese Zellen sind der Kontrolle der normalen Mechanismen zur Regulierung des Zellwachstums entgangen. Sie entsprechen embryonalen, unentwickelten Zellen, die nicht fähig sind, sich zu differenzierten Zellen oder einem reifen, funktionsfähigen Zustand weiterzuentwickeln. Wenn sich diese Zellen vermehren, können sie eine Gewebsmasse bilden, die man als Geschwulst oder Tumor bezeichnet. Ein solcher Tumor wächst weiter und vergrößert sich ohne Rücksicht auf die Funktion des Ursprungsgewebes. Offenbar können bereits wenige Hundert Krebszellen die Bildung neuer Blutgefäße veranlassen, die dann den wachsenden Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.

2.1

Tumoren

Fast alle Krebsarten bilden Tumoren, aber nicht alle Tumoren sind krebsartig oder bösartig (maligne). Die meisten Geschwüre sind gutartig (benigne). Gutartige Tumoren sind durch ein örtlich begrenztes Wachstum gekennzeichnet und meist vom umliegenden Gewebe durch Einkapselung getrennt. Sie wachsen im Allgemeinen langsam und weisen eine ähnliche Struktur auf wie ihr Ursprungsgewebe. In einigen Fällen können sie den Patienten durch Verlegung, Einengung oder Verschiebung benachbarter Körperstrukturen gefährden, so z. B. im Gehirn (siehe Gehirntumor). Einige gutartige Geschwüre, beispielsweise Dickdarmpolypen, können Krebsvorstufen darstellen.

2.2

Ausbreitung

Die schwerwiegendste Eigenschaft bösartiger Tumoren ist ihre Fähigkeit, sich über den ursprünglichen Krankheitsherd hinaus auszubreiten. Krebs kann in benachbarte Körpergewebe durch direkte Ausbreitung oder durch Infiltrierung eindringen oder zu anderen Stellen verschleppt werden und dort Tochtergeschwülste bilden, so genannte Metastasen. Welchen Weg die Ausbreitung nimmt und an welchen Stellen Metastasen entstehen, ist je nach Art des Primärtumors unterschiedlich:

(1) Wenn sich Krebs durch die Oberfläche eines Ursprungsorgans in eine Körperhöhle ausbreitet, können einzelne Zellen vom Zellverband abfallen und sich auf der Oberfläche anliegender Organe ansiedeln.

(2) Tumorzellen können in die Lymphbahn wandern und zu den Lymphknoten transportiert werden oder in Blutgefäße eindringen. Sobald die Krebszellen in den Blutkreislauf gelangt sind, werden sie so weit befördert, bis die Gefäße zu klein sind, um für die Tumorzellen durchgängig zu sein. Aus dem Magen-Darm-Trakt stammende Krebszellen werden beispielsweise in der Leber aufgehalten. Später können sie weiter in die Lunge wandern. Die Zellen aller anderen Tumoren gelangen zuerst in die Lunge, bevor sie in andere Organe ausstreuen. In Lunge und Leber kommt es daher am häufigsten zur Metastasierung.

(3) Bei vielen Krebserkrankungen werden schon im Frühstadium Zellen in die Blutbahn ausgestreut. Die meisten solcher Zellen sterben dort ab, einige lagern sich jedoch an der Oberfläche der Blutgefäße an, durchdringen die Gefäßwand und gelangen so in Körpergewebe, wo sie überleben und einen Tumor bilden können, eine Metastase. Andere teilen sich vielleicht nur einige Male, bilden einen kleinen Zellverband und bleiben als Mikrometastasen vorerst inaktiv. Sie können so jahrelang ruhen, bis sie schließlich (aus unbekannten Gründen) erneut zu wachsen beginnen und Tumoren bilden.

Selbst weit verstreute Krebszellen können die physikalischen und biologischen Eigenschaften ihres Ursprungsgewebes beibehalten. Daher ist es Pathologen oft möglich, durch mikroskopische Untersuchung von Metastasengewebe dessen primären Krankheitsherd zu erkennen. Die Bestimmung von Tumoren der endokrinen Drüsen wird dadurch erleichtert, dass diese übermäßige Mengen der Hormone bilden, die auch vom Ausgangsgewebe produziert werden.

Allgemein lässt sich sagen: Je weniger ein Krebsgeschwür dem Ursprungsgewebe ähnelt, desto bösartiger ist es und desto aggressiver breitet es sich aus. Doch die Wachstumsrate eines Tumors hängt nicht nur von der Zellart und dem Grad ihrer Differenzierung ab, sondern auch von einigen patientenbezogenen Faktoren. Ein Charakteristikum der Bösartigkeit ist die Tumor-Zell-Heterogenität. Aufgrund der abnormen Wucherung von Tumorzellen neigen diese stärker zu Mutationen. Im Lauf der Zeit werden Tumorzellen immer weniger differenziert und wachsen schneller. Sie können auch vermehrte Widerstandskraft (Resistenz) gegen Chemotherapie und Bestrahlung entwickeln.

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