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KrebserkrankungenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Wesen der Erkrankung; Krebsursachen; Häufigkeit; Erkennung und Diagnose; Behandlung; Heilungschancen bei Krebs; Krebskontrolle
Die wichtigste Krebsvorsorgemaßnahme ist der Verzicht auf Tabakkonsum, der für mehr als 30 Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich ist. Senken lässt sich das Krebsrisiko auch durch bewusstere Ernährung: optimale Kalorienzufuhr zur Vermeidung von Fettleibigkeit und Senkung des Fettkalorienanteils auf 20 Prozent, weniger Fleisch und mehr Obst und Gemüse. Auch deutliche Beschränkungen im Konsum von gepökelten, geräucherten und nitratbehandelten Lebensmitteln sowie von Alkohol werden empfohlen. Die Vermeidung von Sonnenbrand und regelmäßige Verwendung von Sonnenschutzmitteln beim Sonnenbad sind zur Vorbeugung von Hautkrebs wichtig. Andererseits hat mäßige Sonneneinstrahlung durchaus einen positiven Effekt hinsichtlich der Verhütung anderer Krebsarten wie Brust-, Blasen- oder Darmkrebs (Cancer, 2002). Die berufliche und private Umwelt kann durch die Beseitigung Krebs erregender Chemikalien sowie durch das Entfernen von Asbest und die Reduzierung übermäßiger Radonkonzentrationen gesünder gestaltet werden. Wirksame Vorsorgeuntersuchungen sind für Brust-, Cervix-, Dickdarm-, Enddarm- und Prostatakrebs möglich. Personen ab 45 Jahren sollten jährlich zur Krebsvorsorgeuntersuchung gehen; darüber hinaus sollten Frauen bereits vom 20. Lebensjahr an die Genitalorgane sowie ab dem 30. Lebensjahr Brust und Haut untersuchen lassen. Zudem wird Frauen über 20 Jahren empfohlen, ihre Brust jeden Monat selbst abzutasten. Brustkrebs ist ein bedeutendes Gesundheitsproblem: In Deutschland entfallen über 17 Prozent aller Krebssterbefälle auf Brustkrebs. Ob Frauen unter 40 Jahren regelmäßig eine Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) durchführen lassen sollten, ist aufgrund der damit verbundenen Strahlenbelastung umstritten. Zur Früherkennung von Brustkrebs hat sich das Verfahren der Mamma-Sonographie (Brust-Ultraschall) bewährt. Mit dieser Methode lassen sich bereits millimetergroße Tumore nachweisen. Um Gebärmutterhalskrebs rechtzeitig diagnostizieren zu können, wird ein Cervix-Abstrich durchgeführt. Dabei werden Zellen vorsichtig abgeschabt und auf so genannte präkanzeröse Veränderungen untersucht. Ein neuer Cervix-Krebstest, der so genannte Campaigntest, wurde 1998 vorgestellt. Dabei wird ein neues Diagnoseverfahren für die Analyse verdächtiger Zellabstriche vom Gebärmuttermund genutzt, wobei Antikörper verwendet werden, die sich an abnorme Zellen im Abstrich anlagern. Ein aufgebrachter fluoreszierender Farbstoff identifiziert die abnormen Zellen. Damit erhält man eine geringere Fehlerquote als bei den bisher weltweit eingesetzten Abstrichanalyseverfahren (Pap-Tests), die in 10 bis 30 Prozent der Fälle kranke Zellen nicht kenntlich machen. Ein HC2 genannter Test zum Erkennen von Cervixzellen, die mit Papillomaviren (HPV) infiziert sind, hat sich nach einer 2003 publizierten Mitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover für Frauen über 30 bewährt: Mit diesem Test ließen sich alle dauerhaften HPV-Infektionen nachweisen. Da HPV frühestens nach einer siebenjährigen Infektion Krebs erzeugen, gibt andererseits ein negativer Testbefund einer Frau für mehrere Jahre weitestgehende Sicherheit, nicht an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Zur Früherkennung von Dickdarmkrebs sollte ab dem 45. Lebensjahr jährlich eine rektale Untersuchung durchgeführt werden. Männer sollten jeden Monat ihre Hoden selbst auf Veränderungen untersuchen. Teilweise aufgrund der vermehrten Reisen in (sub)tropische Länder ist Hautkrebs eine der am schnellsten an Häufigkeit zunehmenden Krebserkrankungen in den Industrieländern. Es wird geraten, bei intensiver Sonneneinstrahlung Vorsorgemaßnahmen zu treffen, wie die Verwendung von Sonnenschutzmitteln, welche die schädlichen UVB- und UVA-Strahlen von der Haut abhalten. Allerdings werden bis zu 90 Prozent des vom Körper benötigten Vitamins D unter Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet: Die Sonne vollständig zu meiden, ist also nicht zu empfehlen. Neuere Untersuchungen sprechen dafür, dass Vitamin-D-Mangel Dickdarm-, Prostata- und Brustkrebs fördert – Erkrankungen, die in höheren Breitenlagen (mit geringer Sonneneinstrahlung) relativ häufig sind. Durch eine verbreitete Akzeptanz der angebotenen Früherkennungsmaßnahmen könnte die Häufigkeit von Brust- und Dickdarmkrebs reduziert sowie eine hohe Heilungsrate bei Brust-, Dickdarm-, Enddarm-, Cervix- und Prostatakrebs erzielt werden.
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