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Östrogene

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MenstruationszyklusMenstruationszyklus
Artikelgliederung
1

Einleitung

Östrogene, Steroidhormone, welche die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale der Frau sowie den Menstruationszyklus, den Zeitpunkt der Ovulation und die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft steuern.

Im menschlichen Urin kann man mindestens 18 verschiedene Östrogentypen nachweisen. Sie alle werden im Körper produziert und allgemein als Östrogene bezeichnet. Die bekanntesten von ihnen sind Östradiol, Östriol und Östron. Östrogene kommen bei Frauen und Männern vor. Bei der Frau werden sie in den Eierstöcken (Ovarien) und während der Schwangerschaft auch in der Plazenta (dem „Mutterkuchen”) produziert. Beim Mann kommen sie in wesentlich geringeren Mengen vor und werden im Hoden (Testes) produziert. Außerdem stammen sie bei Mann und Frau auch aus der Nebenniere. Beim Mann ist der Östrogenspiegel konstant. Bei der Frau schwankt er mit den Phasen des Menstruationszyklus.

2

Die Wirkung der Östrogene während der weiblichen Pubertät

Während der Pubertät bildet der Körper weibliche bzw. männliche sekundäre Geschlechtsmerkmale aus. Beim Mädchen wird die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale zum einen durch das Fehlen von Testosteron und zum anderen durch geringe Mengen an Östrogenen gesteuert. Diese veranlassen einerseits die Bildung der Brüste und beeinflussen zudem die Entwicklung der Figur (Fettpolster um Hüften und Schenkel) sowie das Wachstum von Achsel- und Schamhaar (dieses wird auch durch Androgene bewirkt) und die Entwicklung von Gebärmutter (Uterus), Eileiter und Scheide. Die erste Regelblutung (Menarche) bedeutet das Ende der Pubertät und ist gleichzeitig der Beginn der fruchtbaren Lebensphase einer Frau.

3

Die Rolle der Östrogene im Menstruationszyklus

Die allmonatlich gleichen Veränderungen des Östrogenspiegels während des Menstruationszyklus beeinflussen nach jeder Regelblutung (Menses) sowohl die Entwicklung des reifen Eies (Ovum) im Eierstock (Ovar) als auch den Eisprung (Ovulation) und das Wachstum der Uterusschleimhaut (Endometrium). Andere Hormone sind ebenfalls für die Regulation des Menstruationszyklus mitverantwortlich. Dazu gehören das Steroidhormon Progesteron sowie die beiden Hypophysenhormone luteinisierendes Hormon (LH) und follikelstimulierendes Hormon (FSH). Da die Zellen des Follikels (Zellhülle des Eies) im Eierstock Östrogene produzieren, nimmt die Östrogenkonzentration mit dem Wachstum der Follikel stetig zu. Nach dem Eisprung bilden die zurückgebliebenen Follikelzellen den so genannten Gelbkörper (Corpus luteum), der weiterhin Östrogene und auch Progesteron ausscheidet. Hohe Konzentrationen beider Hormone bewirken das Wachstum der Uterusschleimhaut, die sodann zur Aufnahme des befruchteten Eies bereit ist. Wird das Ei auf seinem Weg durch den Eileiter nicht befruchtet, so bildet sich der Gelbkörper zurück, und die Menstruation tritt ein. Im Fall einer Befruchtung dauert die Produktion von Östrogenen und Progesteron durch den Gelbkörper weiter an, und es kommt zur Einnistung des befruchteten Eies in die Gebärmutterschleimhaut.

Östrogene beeinflussen auch die Konsistenz und den Säuregrad des Zervikalschleimes, der von Drüsen am Gebärmutterhals gebildet wird. Der Schleim gelangt in die Scheide (Vagina) und ist nach der Ovulation alkalisch, um die Spermien vor dem sauren Milieu der Vagina zu schützen. In der weniger fruchtbaren Phase des Zyklus ist der Zervikalschleim härter. Dadurch wird ein Fortkommen der Spermien auf ihrem Weg zum Uterus erschwert.

4

Rolle der Östrogene während der Schwangerschaft

Während der Frühphase der Schwangerschaft produziert der Gelbkörper ausreichende Mengen an Östrogenen, um die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten. Später dann bilden Plazenta und Nebenniere des Fetus die nötige Menge Östrogen. Dieses Hormon ist auch verantwortlich für das Wachstum des Uterus sowie des Gebärkanals und die Entwicklung der Milchdrüsen während der Schwangerschaft. Die hohe Konzentration an Östrogenen und anderen Steroidhormonen kann bei der Schwangeren u. a. zu Gelenkschwellungen führen.

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