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Windows Live® Suchergebnisse KosmetikaEnzyklopädieartikel
Kosmetika, allgemeiner Begriff für sämtliche Mittel, die durch äußere Anwendung zur Pflege, Reinigung und Verschönerung des Körpers dienen. Parfümerzeugung wird aus dem Bereich der Kosmetik ausgeklammert. Studien aus nichtindustrialisierten Kulturen zeigen, dass Kosmetika überall auf der Welt verwendet werden. Die Bemalung der nordamerikanischen Indianer, Tatauierungen und Hautritzungen, wie sie bei vielen Völkern (etwa bei den Maori auf Neuseeland) zu finden sind, und der Einsatz von Waid (Pflanzenfarbe, die von den alten Britanniern zur Bemalung ihrer Körper eingesetzt wurde) stellen Spielarten von Kosmetika dar, um Feinde einzuschüchtern und den eigenen Körper zu schmücken. Die ältesten bekannten Kosmetika stammen aus dem antiken Ägypten. Gräber aus dieser Zeit enthielten Salbentöpfe, und von den Funden aus späteren Perioden weiß man, dass die Salben parfümiert waren. Solche Salben wurden in großen Mengen von Frauen und Männern verwendet. Ägyptische Frauen entwickelten auch die Kunst, die Augen durch Auftragen einer dunkelgrünen Farbe auf das Oberlid sowie durch das Schwärzen der Wimpern und des Oberlids mit Kajal, einer Mischung aus Antimon und Ruß, zu verschönern. Wahrscheinlich haben die Juden diese Gepflogenheiten von den Ägyptern übernommen, da sich Hinweise auf bemalte Gesichter auch im Alten Testament wiederfinden. Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. verwendeten die Römer große Mengen Kosmetika, wie Kajal zum Schwärzen der Wimpern und Augenlider, Kreide zur Aufhellung des Teints, Rouge, Haarentfernungsmittel und Bimsstein zur Reinigung der Zähne. Im Mittelalter machten die Kreuzritter im Nahen Osten Bekanntschaft mit Kosmetika, die sie in die Heimat brachten. In Frankreich hat man im 19. Jahrhundert mit wissenschaftlich-chemischen Forschungen über Kosmetika begonnen, was zur Folge hatte, dass die Industrie immer mehr und immer bessere Kosmetika zu günstigen Preisen anbieten konnte. Heute ist das Angebot an Kosmetika breit gefächert. „Cold Cream” ist eine Emulsion aus verschiedenen Ölen, Wachsen und Wasser und dient zur Reinigung und Pflege der Haut. Darüber hinaus sind verschiedene Pflegecremes und Reinigungsmittel erhältlich. Gesichtspuder auf der Basis von Talkum (pulverisiertes Magnesiumsilicat) und Zinkoxid dienen der Feuchtigkeitsminderung und verleihen der Haut eine seidige Struktur. Lippenstifte, die entweder direkt oder mit dem Pinsel auf die Lippen aufgetragen werden, bestehen aus Kokosfett oder Lanolin und werden in einer Vielzahl von Farben angeboten; das Gleiche gilt für Hautrouge, das aus roten Pigmenten und Stärke oder feinpudrigem Lehm besteht. Badesalze und andere Badezusätze verbinden Wasserweichmacher wie Natriumcarbonat oder Borax mit Parfümstoffen. Badeöle sind auch zur Hauptpflege und Parfümierung sehr beliebt. Nagellacke sind Lacke oder Kunststoffe, die in vielen Farben erhältlich sind. Haarpflegemittel und Sprays dienen zur Pflege des Haars, geben ihm Form oder Glanz. Shampoos basieren auf Seife oder synthetischen Reinigungsmitteln. Haarfärbemittel, Tönungen und Spülungen sind in vielen Schattierungen erhältlich und häufig verwendete Kosmetikprodukte. Henna ist eine Pflanzenfarbe, die seit Jahrhunderten dazu verwendet wird, den Rotanteil des Haares zu betonen. Schwache Lösungen von Wasserstoffperoxid dienen zum Bleichen des Haares. Zum Färben der Augenbrauen und Wimpern nimmt man Wimperntusche. Sie besteht aus Gummi und schwarzen, braunen, grünen oder blauen Pigmenten. Sulfide aus Calcium und Barium, die die Haut von Haaren befreien, sind die aktiven Bestandteile von Enthaarungsmitteln. Selbsttöner sind Cremes, die die Haut sonnengebräunt wirken lassen. Zu den Pflegeprodukten, die häufig auch von Männern benutzt werden, gehören Puder, Eau de Toilettes, Lotionen und besonders alkoholfreie Aftershaves sowie Haarwasser, die oft Alkohol oder Chinin enthalten, und Deodorants. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft und der Berufsverband Deutscher Dermatologen forderten 2001 eine lückenlose Kennzeichnungspflicht der Inhaltsstoffe von Kosmetika. So brauchten beispielsweise Parfümzusätze in Cremes derzeit nicht vom Hersteller angegeben zu werden, obwohl sie häufig Allergien oder Hautreizungen auslösten. Zudem seien manche Inhaltsstoffe zwar nicht schädlich, aber nutzlos: Kollagenmoleküle, welche die Haut straffen sollten, seien viel zu groß, um in das Gewebe eindringen zu können. Die Europäische Kommission beschloss 2003, dass ab März 2005 auch auf Kosmetika, die länger als 30 Monate haltbar sind (für die übrigen gilt dies bereits), die Haltbarkeitsdauer nach dem Öffnen angegeben werden muss. Dies ist insbesondere für Sonnencremes wichtig, deren Schutzwirkung nach einiger Zeit nachlässt.
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