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Windows Live® Suchergebnisse JerusalemEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Jerusalem (hebräisch Jeruschalajim; arabisch Al-Quds), Stadt in Israel, etwa 95 Kilometer südöstlich von Tel Aviv-Jaffa, im Bergland von Judäa gelegen. Israel erhebt Anspruch auf den Status Jerusalems als ungeteilte Hauptstadt des Landes. Für drei Weltreligionen ist Jerusalem eine heilige Stadt: für das Judentum, das Christentum und den Islam. Sie sind durch zahlreiche religiöse Lehr- und Forschungsinstitute vertreten, z. B. die École Biblique et École Archéologique Française (gegründet 1890), das Institut der Jüdischen Religion (gegründet 1963) und das Päpstliche Bibelinstitut (gegründet 1927). Jerusalem ist Sitz der Hebräischen Universität Jerusalem (gegründet 1918) und der israelischen Akademie der Wissenschaften (gegründet 1959). Von 1948 bis 1967 war Jerusalem eine geteilte Stadt: Der Westen wurde von Israel kontrolliert, der Osten (einschließlich der Altstadt) von Jordanien. 1967 nahm Israel den Ostteil der Stadt im so genannten Sechstagekrieg ein. Seither steht die gesamte Stadt unter israelischer Kontrolle.
Das wirtschaftliche Leben der Stadt basiert zu einem großen Teil auf ihrer religiösen und kulturellen Bedeutung sowie auf ihrer Funktion als Verwaltungszentrum. Dementsprechend gut ist der Dienstleistungssektor ausgebaut. Zahlreiche Einwohner von Jerusalem sind in der staatlichen und städtischen Verwaltung sowie im Bildungswesen beschäftigt. Das produzierende Gewerbe spielt demgegenüber eine eher untergeordnete Rolle. Die Industriebetriebe stellen u. a. Lederwaren, Schuhe, Glas- und Metallwaren, Druckerzeugnisse und Tabakwaren her. Die meisten Produktionsbetriebe befinden sich in den äußeren Bezirken der Stadt. Mit Abstand wichtigster Wirtschaftsfaktor ist jedoch der Tourismus.
Jerusalems Altstadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Sie ist seit dem Mittelalter in einen armenischen (Südwesten), einen christlichen (Nordwesten), einen jüdischen (Südosten) und einen muslimischen Teil (Nordosten) untergliedert und wird von einer aus dem 16. Jahrhundert stammenden, bruchstückhaft erhaltenen Stadtmauer umgeben. Die Mauer umfasst mehrere Türme sowie acht Tore. Im christlichen Teil liegt das Neue Tor, an der Grenze zum armenischen Teil das Jaffa-Tor und zum muslimischen Teil das Damaskus-Tor. Der muslimische Teil enthält das Herodes-Tor und das Stephans-Tor. Im jüdischen Teil befindet sich das Zion-Tor; südwestlich davon erhebt sich der Berg Zion mit dem Grab König Davids. Östlich der Altstadt befindet sich der Ölberg mit dem Garten Gethsemane. Nördlich, westlich und südlich der Altstadt breitet sich die Neustadt aus, die sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Sie erstreckt sich über die umliegenden Hügel bis in das wüstenhafte Umland der Stadt. Die breiten Straßen und die modernen Wohn- und Geschäftsgebäude der Neustadt bilden einen starken Kontrast zu den engen Gassen und einfachen Behausungen der Altstadt. Die Altstadt ist den Christen heilig, da sie der Ort der Leidensgeschichte, Kreuzigung und Auferstehung von Jesus Christus ist. Den Juden ist sie als Hauptstadt des ersten jüdischen Königreiches heilig. Für die Muslime ist die Altstadt heilig, weil hier die Himmelfahrt des Propheten Mohammed stattgefunden haben soll. Wichtige christliche Stätten sind die Grabeskirche (auf den Grundmauern einer Basilika aus dem 4. Jahrhundert erbaut) und die Via Dolorosa. Die etwa 400 Meter lange, von den Juden Westliche Mauer genannte Klagemauer ist der Überrest des Großen Tempels, der von Herodes dem Großen (König von Judäa) erbaut worden war. Bedeutende muslimische Bauwerke sind der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee. In der Neustadt befinden sich die Knesset (das israelische Parlament) und zahlreiche kulturelle Einrichtungen. Zu den bekanntesten zählen diverse Museen (u. a. Bazabel-Museum für Volkskunst und Folklore, Rockefeller-Museum für Archäologie), Gedenkstätten (z. B. Yad Vashem mit dem 2005 eröffneten neuen Holocaust-Museum), Archive (Zionistisches Zentralarchiv) und Bibliotheken (Gulbenkian-Bibliothek, Jüdische Nationalbibliothek).
Der Ort, an dem sich heute Jerusalem befindet, war schon in der Steinzeit besiedelt. Die Ureinwohner wurden etwa in dem Zeitraum von 5000 v. Chr. bis 4000 v. Chr. von einem Volk vertrieben, das im Alten Testament als Kanaaniter bezeichnet wird. Die Eindringlinge, ein Mischvolk (vor allem Jebusiter), kamen im 15. Jahrhundert v. Chr. während der Eroberungsfeldzüge von König Thutmosis III. unter ägyptische Herrschaft. Um 1250 v. Chr. begannen dann die Hebräer mit der Eroberung Kanaans. Jerusalem war jedoch so gut befestigt, dass es den Angreifern erfolgreich Widerstand leisten konnte, bis es 200 Jahre später schließlich von König David eingenommen wurde (A.T., 2. Samuel 5, 6-9; 1. Chroniken 11, 4-7).
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