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Jerusalem

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Felsendom in JerusalemFelsendom in Jerusalem
Artikelgliederung
4.1

Heilige Stadt der Juden

Laut Altem Testament beschloss David, Jerusalem zu seiner Residenz und zur Hauptstadt seines Landes zu machen. Der König brachte den Heiligen Schrein Jehovas von seinem verborgenen Ort (Qiryat Ye’crim) in die Hauptstadt und errichtete um ihn herum ein Tabernakel (A.T., 2. Samuel 6, 1-17). Er ließ einen neuen Palast und viele andere Gebäude erbauen und verstärkte die Befestigung der Stadt. Davids Sohn und Nachfolger Salomo fuhr mit dem Ausbau Jerusalems fort. Die wichtigsten von Salomo erbauten Gebäude waren ein Tempel und der Königspalast. Der Palast bestand aus Zedernbalken und -pfeilern, die eigens aus den Wäldern des Libanongebirges herantransportiert worden waren (A.T., 1. Könige 5-7; Nehemia 3, 25-27; Jeremia 32, 2). Das Hauptgebäude des Tempels war mit seinen 20 Ellen Breite und 60 Ellen Länge (etwa 11 × 33 Meter) relativ klein. Der Tempel war aus Zedernholz und Steinen gebaut (A.T., 1. Könige 6, 3-6) und stand inmitten eines Hofes, der den Altar und einen Bronzewassertank enthielt (A.T., 1. Könige 7, 9-12; 23-51).

Nach König Salomos Herrschaft expandierte Jerusalem weiter, bis sich die zehn nördlichen Stämme Israels von der Herrschaft des Hauses David abwandten. Dies verringerte die Bedeutung der Stadt, die jetzt nur noch die Hauptstadt der Stämme Juda und Benjamin war. Während der darauf folgenden zwei Jahrhunderte wurde Jerusalem durch verlustreiche Belagerungen, Raubzüge und militärische Aktionen stark in Mitleidenschaft gezogen. Erst unter König Usia von Juda (783-742 v. Chr.) und seinem Sohn Jotam (742-735 v. Chr.) begann die Stadt ihre einstige Bedeutung wiederzuerlangen (A.T., 2. Chroniken 26 und 27). Zwischen dieser Periode und dem Erstarken der mächtigen Familie der Makkabäer (etwa sechs Jahrhunderte später) ist die Geschichte Jerusalems zugleich die der Juden. Unter den Makkabäern erlebte Jerusalem eine Zeit noch nie dagewesener wirtschaftlicher Blüte. Sie entwickelte sich zur heiligen Stadt des Judentums und zur Pilgerstadt der jüdischen Welt.

4.2

Die Herrschaft der Römer

Jerusalem wurde durch die Römer unter Pompeius dem Großen erobert (63 v. Chr.). Ihre glanzvollste Zeit erlebte die Stadt unter Herodes dem Großen. Außer dem völligen Wiederaufbau des Tempels veranlasste er den Bau des Platzes Xystus. Außerdem ließ er im Westen der Stadt einen großen Palast und eine Pferderennbahn sowie ein großes Wasserreservoir bauen. Titus, der Sohn des römischen Kaisers Vespasian, nahm während eines Aufstandes der Juden gegen die römische Herrschaft die Stadt ein (70 n. Chr.) und plünderte sie. Damit endete die Geschichte des antiken Jerusalem.

Als der römische Kaiser Hadrian die Stadt um 130 n. Chr. besuchte, bestand sie fast nur noch aus Ruinen, und er begann mit dem Wiederaufbau. Der verzweifelte Aufstand der Juden unter der Führung von Simon Bar Kochba gegen die Römer in den Jahren 132 bis 135 veranlasste den Kaiser, aus Jerusalem eine heidnische Stadt zu machen und alle Juden aus ihr zu verbannen. Die neue Stadt wurde Aelia Capitolina genannt.

4.3

Eine Stadt der Christen

Aus der Zeit zwischen der Herrschaft Hadrians und der des römischen Kaisers Konstantin dem Großen ist wenig bekannt. Durch Konstantin wurde das Christentum zur Staatsreligion des Römischen Reiches. Der christliche Anteil an der Bevölkerung Jerusalems stieg rasch an. Die Grabeskirche wurde auf Befehl von Kaiser Konstantin gebaut. Zu den erwähnenswerten Gebäuden dieser Zeit zählen die Kirche des heiligen Stephan, deren Bau von der byzantinischen Kaiserin Eudokia veranlasst wurde, und die große Marienkirche auf dem Tempelberg, die von dem byzantinischen Kaiser Justinian I. erbaut wurde.

Nachdem die christliche Stadt unter König Chosrau II. Parvis (der Siegreiche) 614 von den Persern eingenommen worden war, wurde sie 628 von dem byzantinischen Kaiser Heraclius wieder aufgebaut; 637 wurde sie von den Muslimen unter Kalif Omar I. erobert, dann von den ägyptischen Fatimiden beherrscht (969). Die Seldschuken eroberten die Stadt 1071. Im Jahr 1099 nahmen die Kreuzritter unter dem französischen Adligen Gottfried von Bouillon die Stadt ein. 1187 wurde die christliche Herrschaft über Jerusalem vorübergehend und 1244 endgültig beendet.

Mit der Eroberung durch ägyptische Mamelucken (13. Jahrhundert) und der Herrschaft türkischer Osmanen (ab 1517) verlor die Stadt allmählich an Bedeutung. Während dieser Jahrhunderte kehrten viele Juden, die in Europa Verfolgungen ausgesetzt waren, nach Jerusalem zurück; gegen Ende des 19. Jahrhunderts stellten sie die Mehrheit der Bevölkerung.

4.4

Jerusalem seit dem 20. Jahrhundert

1917 wurde die Stadt von britischen Truppen eingenommen. Zwischen 1922 und 1948 war sie ein Teil des britischen Mandats (Palästina). Nach der Gründung des Staates Israel (1948) war Jerusalem der Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen Juden und Arabern. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte in ihrem ursprünglichen Teilungsplan vom 29. November 1947 vorgesehen, aus der Stadt eine internationale Enklave zu machen. Ziel war, freien Zugang zu allen heiligen Stätten der Stadt für die verschiedenen religiösen Gruppen zu gewährleisten. Im Frühling 1948 nahmen jedoch die Armeen von Israel und Jordanien die Stadt ein, wobei Israel den westlichen Teil mit den Wohn- und Geschäftshäusern und Jordanien den östlichen Teil mit der Altstadt besetzte. Im Waffenstillstand vom 3. April 1949 erkannten Israel und Jordanien gegenseitig den Besitz in Jerusalem an. 1950 wurde die Neustadt Hauptstadt von Israel. Während des Sechstagekrieges im Juni 1967 nahmen israelische Truppen die Altstadt ein. Die israelische Knesset beschloss einstimmig die Wiedervereinigung der beiden Stadtteile. 1980 wurden die eroberten Gebiete von Jerusalem auf Beschluss der Knesset dem israelischen Staatsgebiet angegliedert.

Im August 1996 hob der israelische Ministerpräsident Netanjahu den Baustopp für jüdische Siedlungen in Palästinensergebieten auf, auch im muslimischen Ostteil Jerusalems. Daraufhin kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten; der unter Shimon Peres begonnene Friedensprozess erlitt einen schweren Rückschlag.

Im Juni 1998 verabschiedete die israelische Regierung einen Plan zur Erweiterung der Stadt Jerusalem nach Westen. Ziel des Projekts war die Erhöhung des Anteils jüdischer Bewohner. Am 13. Juli 1998 sprach sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen jedoch gegen eine Erweiterung Jerusalems aus. Im November 1999 bekräftigte Israel erneut seinen Anspruch auf Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt. Die Vereinten Nationen bestätigten daraufhin den Status Jerusalems als Sondergebiet.

Die Einwohnerzahl Jerusalems beträgt etwa 702 000.

Siehe auch Königreich Jerusalem

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