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Windows Live® Suchergebnisse PalmyraEnzyklopädieartikel
Palmyra, arabisch Tadmor oder Tudmur, Oasenstadt und antike Ruinenstätte am Nordrand der Syrischen Wüste, rund 240 Kilometer nordöstlich der heutigen syrischen Hauptstadt Damaskus. Palmyra, das bereits seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. besiedelt war, erlangte durch seine verkehrsgünstige Lage an der Karawanenstraße zwischen Euphrat und Damaskus bzw. Mittelmeer große wirtschaftliche und politische Bedeutung. Spätestens seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. verfügte die Stadt über ein weites Netz an Handelsbeziehungen. 41 v. Chr. versuchte Marcus Antonius ohne Erfolg, die Stadt zu erobern. Um 17 n. Chr. schloss sie sich freiwillig dem Römischen Reich an, 129 n. Chr. wurde sie nach einem Besuch Kaiser Hadrians freie Stadt und damit finanziell und militärisch von Rom unabhängig und spielte in der Folgezeit eine wichtige Rolle in den Kriegen Roms gegen die Parther. 211 erhob Caracalla Palmyra zur römischen Kolonie innerhalb der Provinz Syria Phoenicia. Um die Mitte des 3. Jahrhunderts errang Odaenathus, während die Perser unter Schapur I. immer wieder das Römische Reich bedrängten, die Stellung eines Fürsten von Palmyra und wurde schließlich von Kaiser Gallienus zum Corrector totius Orientis ernannt, als der er sich erfolgreich gegen die Perser stellte und das Palmyrenische Reich begründete, das unter seiner Herrschaft im Süden bis zum Roten Meer und im Norden bis nach Kilikien reichte. Nach Odaenathus’ Ermordung 267 übernahm dessen zweite Gemahlin Zenobia die Regierung. Unter ihr erlebte die Stadt Palmyra ihre Blütezeit als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Orients und erlangte das Palmyrenische Reich seine größte Ausdehnung. Als Zenobia das Reich allerdings um 270 für selbständig erklärte und den Augusta-Titel annahm, erklärte ihr Kaiser Aurelian 271 den Krieg, besiegte die Palmyrer, nahm Zenobia gefangen und zerschlug das Palmyrenische Reich. Ende des 3. Jahrhunderts verlegte Diokletian eine Legion nach Palmyra und ließ die Stadt ummauern; Justinian ließ im 6. Jahrhundert die Mauern verstärken. 634 wurde die Stadt von den Arabern erobert, und um 1132 bauten die Araber das ehemalige Hauptheiligtum der Stadt zu einer Zitadelle um. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird das antike Palmyra, vor allem die Bauten aus der Kaiserzeit, systematisch freigelegt. Hauptachse der Stadt war eine über einen Kilometer lange, elf Meter breite, von hohen Kolonnaden aus korinthischen Säulen gesäumte Prachtstraße aus dem frühen 3 Jahrhundert. Die einzige Biegung der Straße wird von einer dreibogigen Toranlage, dem Tetrapylon, markiert. An der Straße lag das Theater, daneben die Agora mit der Karawanserei. Im Ostteil der Stadt stand der 32 n. Chr. geweihte Baal-Tempel auf einem weiträumigen, von Säulenhallen und Propyläen umgebenen Platz; außerdem wurden ein um 130 errichteter Baal-Schamin-Tempel, ein Nabu-Tempel und verschiedene andere Heiligtümer freigelegt. In der Umgebung der Stadt wurden zahlreiche Grabbauten in Tempel- und Turmform sowie unterirdische Grabanlagen mit zum Teil reichen Grabbeigaben in Form von Plastiken gefunden. 1980 erklärte die UNESCO Palmyra zum Weltkulturerbe.
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