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Niederlande

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Niederlande (Flagge und Hymne)Niederlande (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
2.3

Klima

In den Niederlanden herrscht aufgrund der Lage an der Nordsee ausgesprochen maritimes Klima mit relativ geringen Temperaturunterschieden im Jahresverlauf. Die Winter sind mild, die Sommer vergleichsweise kühl. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im Januar zwischen 2 und 3 °C, die mittleren Julitemperaturen betragen 16 bis 18 °C. Die mittleren jährlichen Niederschlagsmengen belaufen sich auf 760 Millimeter. Niederschlag fällt zu allen Jahreszeiten; regenärmster Monat ist in den meisten Teilen des Landes der März. Die Häfen des Landes bleiben im Winter eisfrei. Da in den Niederlanden kaum die Luftströmungen behindernde natürliche Hindernisse vorhanden sind, gibt es zwischen den einzelnen Regionen kaum Klimaunterschiede.

2.4

Flora und Fauna

Über die Jahrhunderte hinweg ist die natürliche Landschaft der Niederlande vom Menschen stark verändert worden. Es gibt nur wenige Flächen, die in ihrem natürlichen Zustand belassen wurden. Hierzu zählen verschiedene Moorgebiete sowie die Dünengebiete an den Küsten. Der ursprüngliche Birken-Eichen-Wald ist nur noch in kleinen Resten vorhanden, er wurde in (oft mit Kiefern aufgeforsteten) Heideflächen umgewandelt. Diese Kiefernforste machen weitgehend den Waldanteil von etwa 8,8 Prozent aus (2005); im Utrechter Hügelland gibt es zudem Buchen-Eichen-Bestände.

Auch die natürliche Fauna wurde nachhaltig verändert. Vielen Tierarten wurde durch die Eingriffe des Menschen die Lebensgrundlage entzogen, andere wurden in ihrem Bestand stark dezimiert. Die Säugetierfauna ist hinsichtlich der Raubtiere durch typische mitteleuropäische Arten wie Rotfuchs und verschiedene Marderspezies (einschließlich Fischotter) repräsentiert, im Wattenmeer leben Seehunde. Zu den Paarhufern gehören Rehe, Rot- und Damhirsche. Ein exotisches Faunenelement sind aus Farmkäfigen freigelassene südamerikanische Nutrias.

Hinsichtlich der Avifauna (Vogelwelt) sind Brutpopulationen von Löfflern und Purpurreihern bemerkenswert. Durch Landgewinnungsprojekte entstanden neue Lebensräume für Zugvögel. Das niederländische Wattenmeer ist Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Vogelarten wie Austernfischer, Säbelschnäbler, Brachvögel sowie Gänse- und Entenarten. Ein großes ökologisches Problem der Küstengebiete ist die zunehmende Verschmutzung der Nordsee, aber auch die intensive Muschelfischerei.

3

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl der Niederlande beträgt etwa 16,6 Millionen (2008), was einer Bevölkerungsdichte von etwa 491 Personen pro Quadratkilometer entspricht. Die Niederlande sind eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt. Die Lebenserwartung beträgt 76,7 Jahre für Männer und 82 Jahre für Frauen (2008). Die mittlere Wachstumsrate der Bevölkerung liegt bei 0,44 Prozent im Jahr (2008).

Das Land ist ethnisch überaus homogen zusammengesetzt. Die größte Bevölkerungsgruppe sind die Niederländer mit 96 Prozent; sie stammen von den Franken, den Friesen und den Sachsen ab. Aus Furcht vor einer Übervölkerung förderte die niederländische Regierung nach dem 2. Weltkrieg Auswanderungen; etwa 500 000 Menschen verließen damals das Land. Die Zahl der Einwanderer war jedoch noch größer. Es kamen Europäer und Asiaten aus dem ehemaligen Kolonialgebiet Niederländisch-Ostindien (das im Malaiischen Archipel gelegene Gebiet zählt heute zu Indonesien) sowie Industriearbeiter aus der Türkei, Marokko und anderen Mittelmeerländern. In jüngster Zeit erfolgte eine starke Zuwanderung aus Suriname, das ebenfalls eine niederländische Kolonie war, sowie von den Niederländischen Antillen. Infolgedessen gibt es vor allem in den Großstädten heute größere ethnische Minderheiten.

3.1

Wichtige Städte

Etwa 67 Prozent der Bevölkerung leben in städtischen Siedlungen (2005). Die größten Städte sind die Hauptstadt Amsterdam (739 000 Einwohner), Rotterdam (596 000 Einwohner), einer der größten und bedeutendsten Seehäfen der Welt, Den Haag (468 000 Einwohner), der Regierungssitz des Landes, und die Industriestadt Utrecht (276 000 Einwohner). Weitere große Städte liegen in den westlichen Provinzen Noord-Holland, Zuid-Holland und Utrecht; das bedeutendste Ballungsgebiet wird auch Randstad Holland genannt.

3.2

Sprache

Die Amtssprache ist Niederländisch, das zum westlichen Zweig der germanischen Sprachen gehört. In der nördlichen Provinz Friesland spricht ein großer Prozentsatz der Menschen als Erstsprache Friesisch, die als Minderheitensprache offiziell anerkannt ist und regional auch den Status einer Amtssprache hat. Englisch, Deutsch und Französisch werden fast überall verstanden und gesprochen. Die niederländischen Kinder lernen bereits in sehr jungen Jahren Fremdsprachen.

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