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Windows Live® Suchergebnisse JohanniskrautgewächseEnzyklopädieartikel
Johanniskrautgewächse, auch Hartheugewächse, Familie der Blütenpflanzen, die ein- und mehrjährige, krautige Gewächse, Sträucher und Bäume umfasst und weltweit vorwiegend in den Tropen, aber auch in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel vorkommt. Die Familie gehört zur Ordnung der Teestrauchartigen (siehe Teestrauchgewächse) und wird in etwa 45 Gattungen mit 1 000 bis 1 350 Arten aufgeteilt. Kennzeichnend für diese Pflanzen sind ihre kreuzgegenständigen (wechselseitig einander gegenüberstehenden), ganzrandigen, häufig schwarz punktierten Blätter. Diese Punkte sind die deutlich sichtbaren Drüsen, die etherische Öle ausscheiden. Die zwittrigen, meist gelben Blüten besitzen fünf Kelch- und Kronblätter; die meist zahlreichen Staubblätter sind häufig in fünf Büscheln angeordnet. Von der namensgebenden Gattung Johanniskraut oder Hartheu kommen neun Arten auch in Mitteleuropa vor. Die häufigste Art ist das Tüpfel-Johanniskraut, oft auch Echtes Johanniskraut genannt, das vor allem in Magerwiesen und an Waldrändern wächst. Seine Inhaltsstoffe werden in der Medizin zur Beruhigung nervöser Störungen und bei Depressionen eingesetzt. US-amerikanische Forscher berichteten 1998, im Tierversuch habe sich gezeigt, dass das Verlangen süchtiger Nagetiere nach Alkohol durch die Gabe von Johanniskraut erheblich gesenkt werden könne. Forscher des Universitäts-Klinikums Freiburg publizierten 1999 in der Zeitschrift Lancet, der Johanniskraut-Inhaltsstoff Hyperforin habe gegenüber grampositiven Bakterien (siehe Gram-Färbung) eine antibakterielle Wirkung und lasse sich auch bei Antibiotikaresistenzen einsetzen. Andererseits teilten US-amerikanische Mediziner der National Institutes Of Health in der Zeitschrift Lancet 2000 mit, Johanniskraut könne andere Arzneien unwirksam machen: So wurde die Konzentration des Medikaments Indinavir im Blut AIDS-Kranker durch Johanniskrautgaben um bis zu 99 Prozent gesenkt; einen vergleichbaren Effekt hatte Johanniskraut auf Cyclosporin, das nach Herztransplantationen eingesetzt wird, um die Abstoßungsreaktion des Immunsystems zu kontrollieren. Die schwedische Arzneimittelbehörde warnte 2002 davor, Hyperforin gleichzeitig mit Ovulationshemmern („Antibabypille”) zu nehmen: Der Inhaltsstoff des Johanniskrauts aktiviere die Abbauleistung der Leber und könne die Wirkung der „Pille” aufheben. Als beliebte Gartenpflanze wird das Teppich-Johanniskraut, auch Großkelchiges Johanniskraut genannt, häufig in Rabatten, als Bodendecker und im Steingarten gepflanzt. Es hat besonders schöne und große Blüten sowie immergrüne, bläulich wirkende Blätter und stammt aus Kleinasien und dem Balkan. Systematische Einordnung: Johanniskrautgewächse tragen den wissenschaftlichen Namen Hypericaceae, manchmal werden sie auch mit dem älteren Namen Guttiferae bezeichnet. Sie gehören zur Ordnung Theales. Das Tüpfel-Johanniskraut oder Echte Johanniskraut trägt den botanischen Namen Hypericum perforatum, das Großkelchige Johanniskraut heißt Hypericum calycinum.
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