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Windows Live® Suchergebnisse Ferruccio BusoniEnzyklopädieartikel
Ferruccio Busoni (1866-1924), italienischer Komponist und Pianist. Busoni wurde am 1. April 1866 als Sohn eines italienischen Vaters und einer deutschen Mutter in Empoli bei Florenz geboren. Ersten Musikunterricht erhielt er von seinen Eltern, die beide Musiker waren. Bereits als Neunjähriger gab er sein erstes Konzert. Er studierte Komposition in Graz und Leipzig. Ab 1888 arbeitete er als Lehrer für Klavier und Komposition in Berlin, Helsinki, Moskau sowie am New England Conservatory Boston (1891-1893), während des 1. Weltkrieges ließ er sich in Zürich nieder, ab 1920 lebte er in Berlin. Auf seinen Tourneen durch Europa und Amerika erwarb er sich den Ruf eines führenden Konzertpianisten des frühen 20. Jahrhunderts. Busoni engagierte sich sehr für die zeitgenössische Musik, sein Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst (1907; 2. Fassung 1916), der zur Zeit seiner Veröffentlichung sehr kontrovers diskutiert wurde, findet bis heute größte Beachtung. Daneben schrieb er noch andere musiktheoretische Werke, die in einer Sammlung mit dem Titel Von der Macht der Töne – Ausgewählte Schriften (1983) erschienen sind. Auch als Dirigent widmete sich Busoni in erster Linie zeitgenössischen Werken. Bekannt wurde Busoni außerdem durch die Herausgabe und Bearbeitung von Werken Johann Sebastian Bachs, z. B. die Fantasia contrappuntistica (1910). Weitere Klavierwerke sind die Indianische Fantasie für Klavier und Orchester sowie das Indianische Tagebuch (1916). Als Komponist richtete sich Busoni gegen die ausgehende Romantik und trat für eine neue Einfachheit ein, in Rückbesinnung auf die Wiener Klassik und auf Bach. Er entwickelte aber auch eine neue Programmatik der Oper, bei der psychologische Momente die Handlung bestimmen. Dieses Konzept realisierte er u. a. in Die Brautwahl (1912), Arlecchino (1917) und Turandot (1917). Seine monumentale, unvollendete Oper Doktor Faust (1916-1924), für die Busoni ein eigenes Libretto geschrieben hatte, wurde nach seinem Tod von seinem Schüler Philipp Jarnach vollendet. Die Klavierwerke sind meist von extremem Schwierigkeitsgrad und weisen oftmals eine stark kontrapunktische Architektur auf (was die lebenslange Beschäftigung mit Bach widerspiegelt); zu ihnen gehört ein groß angelegtes Klavierkonzert mit einem Schlusschor für Männerstimmen. Das Gesamtwerk Busonis ist stilistisch außerordentlich vielfältig. Er selbst lehnte es immer ab, einer kompositorischen Schule oder Mode zugerechnet zu werden. Busoni starb am 27. Juli 1924 in Berlin.
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